against all odds
| eröffnet am: | 22.03.13 19:18 von: | Fillorkill |
| neuester Beitrag: | 08.04.20 16:14 von: | Fillorkill |
| Anzahl Beiträge: | 2905 | |
| Leser gesamt: | 356501 | |
| davon Heute: | 55 | |
bewertet mit 45 Sternen |
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09.12.16 07:42
#2701
learner
Ein wesentliches Argument
gegen den Austritt hoch verschuldeter Länder aus dem Euro ist die "Schuldenfalle".
Ein Austritt würde nur bei gleichzeitigem streichen aller oder wesentlicher Teile dieser Schulden funktionieren. Gerade deshalb wird Deutschland darauf achten, dass dies nicht der Fall sein wird. Es ist schlicht nicht in Deutschlands Interesse.
Aus heutiger Sicht scheint eine Sozial- und Schuldenunion politisch nicht durchführbar zu sein. Die Bürger der Geberländer, selbst wenn diese wie in D extrem von der EU profitieren, würden revoltieren.
Trotzdem stellt sich die Frage, ob zB Italien aus antizyklischer Sicht eine Spekulation wert ist?
Ein Austritt würde nur bei gleichzeitigem streichen aller oder wesentlicher Teile dieser Schulden funktionieren. Gerade deshalb wird Deutschland darauf achten, dass dies nicht der Fall sein wird. Es ist schlicht nicht in Deutschlands Interesse.
Aus heutiger Sicht scheint eine Sozial- und Schuldenunion politisch nicht durchführbar zu sein. Die Bürger der Geberländer, selbst wenn diese wie in D extrem von der EU profitieren, würden revoltieren.
Trotzdem stellt sich die Frage, ob zB Italien aus antizyklischer Sicht eine Spekulation wert ist?
09.12.16 11:15
#2702
Fillorkill
Ein wesentliches Argument
gegen den Austritt ist auch, dass wirtschaftlich schwache und wirtschaftlich starke Regionen sich saldenmechanisch ergänzen und bedingen. Der eine produziert jenen Überschuss, den der andere - um den Überschuss zu ermöglichen - mit seinem Defizit aufnehmen muss. Auch in der alten BRD gab es diese Gefälle zwischen den Regionen, ohne damit die DM schwächen zu können. Das kausale Problem der Eurozone ist vielmehr die prozyklische Fiskalpolitik, die...
09.12.16 14:02
#2703
learner
Hier mal den MIB 40 im
kurzen Zeitfenster. Eine Vorhersage ist natürlich unmöglich, da man nicht erahnen kann, wie zB im April in Frankreich gewählt wird.
Es wäre interessant darüber zu Spekulieren, ob das völkische Moment mit der Wahl von Trump seinen globalen Höhepunkt erreicht hat?
Europa steuert bezüglich der Flüchtlingsfrage nach rechts, aber der Brüningkurs ist immer noch am Ruder, wie man in Frankreich sehen kann.
Ich sehe keinen politischen Silberstreif am Himmel, der einer Spekulation auf Europa ein etwas stärkeres Fundament bieten könnte. Bei jeder Wahl könnte diese platzen.
Ansonsten juckt es schon einen kleinen Betrag zu setzen!
Es wäre interessant darüber zu Spekulieren, ob das völkische Moment mit der Wahl von Trump seinen globalen Höhepunkt erreicht hat?
Europa steuert bezüglich der Flüchtlingsfrage nach rechts, aber der Brüningkurs ist immer noch am Ruder, wie man in Frankreich sehen kann.
Ich sehe keinen politischen Silberstreif am Himmel, der einer Spekulation auf Europa ein etwas stärkeres Fundament bieten könnte. Bei jeder Wahl könnte diese platzen.
Ansonsten juckt es schon einen kleinen Betrag zu setzen!
09.12.16 20:30
#2704
Fillorkill
zum MIB hab ich keine Meinung, Learner
Das grosse Frame hab ich ja oben skizziert - mit taktisch long auf Banken als den Nettoprofiteuren eines 'rätselhaften' Wirtschaftswunders. Dies sollte gelten, solange die europäische Desintegration nicht die Qualität eines externen Schocks annimmt. Die Chance darauf ist mit van Bellen etwas kleiner geworden, ob die Völkischen insgesamt austoppen ist aber sicher noch fraglich. Das Ticket dazu ist natürlich, dass sie in Deutschland selbst weiter erfolgreich in der Marginalität bzw in ihren braunen Enklaven gehalten werden können.
09.12.16 20:45
#2705
Fillorkill
modern money system: taxing
YouTube Video
09.12.16 20:48
#2706
Fillorkill
modern monetary system: bonds
YouTube Video
09.12.16 20:51
#2707
Fillorkill
renegade inc: positive money
YouTube Video
09.12.16 21:32
#2708
Fillorkill
'positive money'
Im Kern 'österreichische Schule', allerdings auf Basis der realen Funktionsweise des Geldsystems, die sie von den Postkeynesians abgestaubt haben. Wahrscheinlich sind sie deshalb so erfolglos - auch der Börsenstammtisch interessiert sich nicht die Bohne für die Funktionsweise seines Gegenstandes. Hier ist Money Creation nochmal gut zusammen gefasst:
YouTube Video
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10.12.16 12:51
#2709
learner
Wäre ich tatsächlich
Euro Long gegangen, wäre es ein Verlust geworden. Lieber bin ich Long MIB 40 gegangen.
Ich spekuliere auf Maßnahmen der europäischen Elite, um das Vertrauen in die EU zu stärken.
Ob die politischen Eliten die Vertrauenskrise richtig Einordnen und mehr machen als Symbolpolitik ist nicht klar.
Man kann nur hoffen, dass den Beteiligten klar ist worum es geht und es für die Krisenländer entsprechende Programme geben wird, damit Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft wachsen kann.
Ich spekuliere auf Maßnahmen der europäischen Elite, um das Vertrauen in die EU zu stärken.
Ob die politischen Eliten die Vertrauenskrise richtig Einordnen und mehr machen als Symbolpolitik ist nicht klar.
Man kann nur hoffen, dass den Beteiligten klar ist worum es geht und es für die Krisenländer entsprechende Programme geben wird, damit Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft wachsen kann.
10.12.16 12:59
#2710
learner
Aus Sicht der Handelsbilanz
hat sich Italien einen Stand wie vor dem Euro ergeben. Allerdings liegt das an der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage im Land. Die Menschen können sich die Auslandsgüter nicht mehr in dem Umfang leisten.
22.12.16 19:42
#2712
learner
Durchaus interessant erscheint mir
die Cot-Daten für den Yen. Die Position der Small Specs könnte eine Wende im kommenden Jahr andeuten. Die Positionen der Coms und Large Specs sind zwar typisch, aber die Coms sind seit fast einem Jahr erstmals wieder stark Long positioniert. Be prepaired!
20.02.17 11:39
#2714
Fillorkill
advanced macro: postkeynesianismus
...Kerngedanke des Modells der endogenen Geldmenge ist, dass auf Grund von Nachfrageprozessen bestimmt wird, welche Höhe an Geldangebot von der Zentralbank offeriert werden muss. Am Beginn des Geldschöpfungsprozesses stehen die Unternehmer, welche auf Grund ihrer geplanten Investitionstätigkeit Kredite bei einer Bank aufnehmen müssen. Die einzelnen Banken wiederum reagieren auf die unterschiedlichen Nachfragen nach Krediten und legen bei der Zentralbank eine Geldreserve in der nachgefragten Höhe ein (vgl. Springler 2009: 39ff).
Die Nachfragehöhe nach Krediten ist es also, welcher der bestimmende Faktor für die bereitgestellte Geldmenge ist. Im Gegensatz dazu, wird im neoklassischen Verständnis die Geldmenge immer exogen durch die Zentralbank vorgegeben. Der Geldschöpfungsprozess geht also von Seiten der Zentralbank aus, welche alleinig über die Höhe der Geldmenge in einer Volkswirtschaft entscheiden kann.
Zwar müssen die einzelnen Banken jeweils über eine gewisse Mindestreserve an Geld verfügen, darüber hinaus liegen jedoch alle Geldmengenentscheidungen bei der Zentralbank. Im postkeynesianischen Verständnis wird das neoklassische Konzept der exogenen Geldmenge, durch die Theorie des endogenen Geldes ersetzt. Die Höhe der Geldmenge wird nicht angebotsseitig exogen festgelegt, sondern im Rahmen eines endogenen Prozesses an die Höhe der nachgefragten Kredite angepasst...
http://www.iwp.jku.at/wiki/index.php/Post-Keynesianismus (gemeinfrei, CC)YouTube Video
Die Nachfragehöhe nach Krediten ist es also, welcher der bestimmende Faktor für die bereitgestellte Geldmenge ist. Im Gegensatz dazu, wird im neoklassischen Verständnis die Geldmenge immer exogen durch die Zentralbank vorgegeben. Der Geldschöpfungsprozess geht also von Seiten der Zentralbank aus, welche alleinig über die Höhe der Geldmenge in einer Volkswirtschaft entscheiden kann.
Zwar müssen die einzelnen Banken jeweils über eine gewisse Mindestreserve an Geld verfügen, darüber hinaus liegen jedoch alle Geldmengenentscheidungen bei der Zentralbank. Im postkeynesianischen Verständnis wird das neoklassische Konzept der exogenen Geldmenge, durch die Theorie des endogenen Geldes ersetzt. Die Höhe der Geldmenge wird nicht angebotsseitig exogen festgelegt, sondern im Rahmen eines endogenen Prozesses an die Höhe der nachgefragten Kredite angepasst...
http://www.iwp.jku.at/wiki/index.php/Post-Keynesianismus (gemeinfrei, CC)YouTube Video
21.02.17 21:48
#2718
Fillorkill
verstehst du dich aktuell mit Al so gut
AL ist bekanntlich einer meiner Langzeitpatienten ('kognitive Dissonanz') und wir beide sehen nun Licht am Ende des Tunnels. Allerdings von entgegen gesetzten Seiten. So wird er den kommenden grossen Bärenmarkt ('Bärenfalle') typischerweise auf der Longseite spielen. Übergeordnet bzw hinter den Kulissen haben wir uns aber eigentlich immer gut verstanden.
21.02.17 22:00
#2720
Fillorkill
der grosse plan
Es musste ein Trump kommen, um dem Markt in den euphorischen Bereich zu schieben. Reif dafür war er schon lange, aber jetzt geht alles in einem Aufwasch: Euphorie, Kreditblase und dank der protektionistischen Leitidee alles mit der Qualität eines externen Schocks. Dafür gilt es nun Indikationen (und Gegenindikationen) zu sammeln. Da ziehen Soros und ich mal ausnahmsweise an einem Strang. Zufall ?
...der Investor spekulierte an den Märkten mit mehr als einer halben Milliarde Dollar gegen Trump. Dazu wettete er mit massiven Positionen auf den Kurssturz von Anlagen, die als Nutznießer der Trump-Politik gelten, wie kleine börsennotierte US-Firmen, Ölförderkonzerne oder auch den breiten Aktienmarkt. Soros setzte allein 330 Millionen Dollar auf einen Verfall des Aktienindex Russell 2000, in dem sich kleinere und mittelgroße US-Firmen befinden. Diese sollen ganz besonders von den angekündigten Steuersenkungen des US-Präsidenten profitieren....
https://www.welt.de/finanzen/article162090133/...gen-gegen-Trump.html
...der Investor spekulierte an den Märkten mit mehr als einer halben Milliarde Dollar gegen Trump. Dazu wettete er mit massiven Positionen auf den Kurssturz von Anlagen, die als Nutznießer der Trump-Politik gelten, wie kleine börsennotierte US-Firmen, Ölförderkonzerne oder auch den breiten Aktienmarkt. Soros setzte allein 330 Millionen Dollar auf einen Verfall des Aktienindex Russell 2000, in dem sich kleinere und mittelgroße US-Firmen befinden. Diese sollen ganz besonders von den angekündigten Steuersenkungen des US-Präsidenten profitieren....
https://www.welt.de/finanzen/article162090133/...gen-gegen-Trump.html
24.02.17 20:00
#2721
learner
Mich würde es jedenfalls freuen, wenn
die Zeit gekommen wäre das anscheinend unmögliche anzugehen. Gesicherte Erkenntnisse über Short-Einstiege zu sammeln.
25.02.17 09:30
#2724
learner
#720
Euphorie dürfte erst aufkommen, wenn sowohl Europa und China positive Signale senden.
Für Europa bedeutet dies ein Ende der politischen Krise und erfreuliche Wirtschaftsdaten.
Dies kann erst nach den Wahlen im Euroraum in diesem Jahr passieren.
Für Europa bedeutet dies ein Ende der politischen Krise und erfreuliche Wirtschaftsdaten.
Dies kann erst nach den Wahlen im Euroraum in diesem Jahr passieren.
25.02.17 21:29
#2725
Fillorkill
Euphorie
Ich denke, Euphorie in Märkten ist mehr eine Funktion des persönlichen Erwartungshorizonts. Und hier könnte sich das bekannte Gap zwischen dem unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes und optimistischer Beschreibung der persönlichen Lebensumgebung noch mal kräftig ausweiten: bessere Einkommenserwartung > mehr Kredit > mehr Spending, Bürgerkrieg in den Strassen hin oder her. Auf dieser Achse läuft es jedenfalls in US und Eurozone. Zu China muss ich mir erstmal wieder eine Meinung bilden, glaube jedoch ähnlich Japan nicht an einen kausalen Einfluss auf die Zyklen hier.


