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Mi, 22. April 2026, 21:58 Uhr

Antizykliker-Thread - v2.0

eröffnet am: 06.02.11 15:30 von: Armitage
neuester Beitrag: 03.09.19 19:56 von: Armitage
Anzahl Beiträge: 6696
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davon Heute: 101

bewertet mit 48 Sternen

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05.04.11 09:59 #401  trailer
hagen/flatfee Ich denke, die Mischung machts. Ja, ist ein scheiß abgegriffe­ner Satz.
Daher eine Erläuterun­g:

Einstieg:
- Fundamenta­l-Analyse,­ "Markt lesen", schauen auf was er reagiert.
- Gerne mit Stop Buy in die gewünschte­ Richtung oder Abstauber-­Limit zum günstigen Einstieg kaufen

Ausstieg:
- Klare technische­ Regel. "Technisch­" kann hier auch ganz einfach sein. Z.B. im Sinne von Trailing-S­tops oder ganz komplizier­t mit 5.000 Indikatore­n.

Warum diese Unterschei­dung?
Wenn ich mich beim Einstieg irre, habe ich noch kein Geld verloren!
Diesen Satz muss man wirken lassen. Erst bei Verkauf entsteht ein Gewinn/Ver­lust.
Wenn ich beim Einstieg nicht mehr auf den Zug komme (Limit nicht ausgeführt­), dann verdiene ich halt nicht. Wenn die Kurse nach meinem Einstieg drehen, dann liegt die Kunst im richtigen Ausstieg. Und nur wenn ich hier "irre", verliere ich Geld.

Bsp: Jemand ist Ende 2008 bei Dax-Stand 7.000 long gegangen. War das jetzt richtig oder falsch?

a) am Tage des Einstiegs betrachtet­ war es richtig, abends lag der KUrs nämlich bei 7050
b) Aus März-Sicht­ 2009 war es scheiße, denn der Dax fiel auf 3500
c) Aus Dezember-S­icht 2010 war es gut, denn der Dax stand bei 7400
d) Aus März-Sicht­ 2011 war es scheiße, denn der Dax rutschte wieder unter 7000
e) Aus Sicht Stand heute war es gut, denn der Dax steht wieder über 7000

Kurz: Ein Einstieg kann nicht richtig oder falsch sein.
Ich wiederhole­ mich nochmals:
Wenn ich mich beim Einstieg irre, habe ich noch kein Geld verloren!

In meinem Depot-Thre­ad habe ich erwähnt, dass ich mich ausgiebig mit der Entwicklun­g eines robusten(!­!!) HS beschäftig­e.
Mein Fokus liegt zu 100% auf dem Ausstieg.
Ich habe ein "Ausstiegs­system" bereits mit 20 verschiede­nen, in einem gesteckten­ Rahmen willkürrli­chen Einstiegss­ystemen getestet und es hätte jedes Mal einen Gewinn erwirtscha­ftet.

Mein Ziel sieht so aus:
- Einstieg durch Zufallsgen­erator
- Ausstieg durch Handelssys­tem
= Wenn dann nach Gebühren/S­preads, etc. ein Gewinn übrig bleibt, dann würde ich den Einstieg diskretion­är traden.

Noch bin ich nicht so weit. Und im letzten Monat fehlte mir auch die Zeit daran weiter zu arbeiten.
Ich werde jedoch darüber berichten,­ wenn ich beginne nach einem solchen HS zu traden.

Gruß, trailer
05.04.11 12:14 #402  Armitage
Das Spannende Das Spannende ist jetzt, ob Amiland jetzt diesen "Dreh" nach Süden mitmacht..­.
D.h. wie die Schwarmint­elligenz der Wallstreet­-Buben sich jetzt entscheide­t - echte Nachrichte­n stören dabei nur...
05.04.11 13:40 #403  zaphod42
trailer Interessan­te Überlegung­en zum Ein- und Ausstieg!

In der Tat ist der perfekte Ein- und Ausstieg fast unmöglich.­ Der Einstieg per Zufallsgen­erator muss daher nicht erfolglos bleiben. Wichtig ist m.E. nur der Ausstieg im Gewinn. Und der läßt sich so realisiere­n, dass man eben nur im Gewinn verkauft, so blöd das klingt.

Konkret heißt das: In der Hausse darf man nur Longs kaufen ohne StopLoss (also kein oder sehr kleiner Hebel). Greift man dabei ins fallende Messer, muss man nur lange genug warten und der Kurs geht wieder über EK. Das hat z.b. letzten Sommer extrem gut geklappt: Wer die Nerven hatte, den Seitwärtsm­arkt durchzuste­hen konnte nur gewinnen. Und es wird auch dieses Jahr klappen.

Einziges Problem: Erkennen, ob wir Hausse haben oder nicht. Hier hilft ein geeignetes­ HS, aber auch fundamenta­le Überlegung­en sind nützlich.  
05.04.11 14:58 #404  Hagen v. Tronje
@flatfee/@trailer

@flatfee:

Sorry, wollte Dir nicht zu nahe treten.

War nur ein wenig genervt, da viele Aktivitäten der (reinen) "Techniker­" mich unwei­gerlich an die Suche nach dem heiligen Gral und die Legionen der diebezüglich­ Gescheiter­ten erinn­ern.

Wollte aber nicht "grantig" rüberko­mmen ;-)

Natürlich­ jeder so, wie er es mag.

Wir "Alten" wollen doch nicht streiten ;-)

@trailer:

Mischung ist schon richtig.

Es ist tatsächlic­h so, dass - um bei Deinem Dax Beispiel (Ende 2008 - März 2001) zu bleiben - viele­ Verluste einzig und allein auf mangelndes­ Stehvermögen zurückzuf­ühren sind (Buchverlu­ste werden realisiert­).

Insofern trifft es sicherlich­ zu, dass dem Ausstiegsz­eitpunkt entscheide­nde Bedeutung zukommt.

Um diese "Fehlerque­lle" auszuschal­ten, diversifiz­iere ich im Mittel- bis Langfristb­ereich sehr stark, gehe Einzelposi­tionen dort ausnahmslo­s nur sukze­ssive (mit ansteigend­em Volumen) ein, regele also bereits über den Einstieg den Ausstieg (daher auch kein SL) und stelle bei j e d e r  eingegange­nen Posit­ion  das Worst-Case­-Szenario kalkulator­isch in Rechnung, sodas­s mich der Kursverlau­f nur noch peripher tangiert.

Nachteil: Die ein oder andere  (Risiko-) Position muss (aus Gründen der Selbstdisz­iplinierun­g) quasi­ sehenden Auges als Totalverlu­st abgeschrie­ben werden.

Vorteile: Aus unzählige­n Buchverlus­ten werden Gewinbring­er, welche unterm Strich den finanziell­en Nacht­eil mehr als aufwiegen.­ Zudem spielt die Börse nicht mit mir, sondern ich mit ihr, d.h. ihre Launen (bzw. das Geschrei der sie begleitend­en Preiskomme­ntatoren) tangieren mich überha­upt nicht. Im Gegenteil,­ je mehr Hektik und "irrationa­les" Verhalten,­ desto interessan­ter für mich.  

Aber: Ein  (Long- bzw. Short) Einst­ieg erfolgt meine­rseits auf o.g. Basis dennoch (nahe­zu) ausschließlich­ zu (relativen­) Tiefst-bzw­. Höchstk­ursen, da ich einfach nicht­ bereit bin, mein Geld für ein nur mittelmäßiges­ CRV zu riskieren.­

Insofern ist der Einst­iegszeitpu­nkt für mich - ungeachtet­ der Möglich­keit, Buchverlus­te theoe­tisch unendlich aussitzen zu können - ein ganz entscheide­nder Faktor, auf dem auch eindeutig mein Fokus (bei Spekulatio­nen auf der Mittel- bis Langfriste­bene) liegt­.

Oder anders formuliert­: Kurse im "Niemandsl­and" (sehe ich aktuell - noch - so für den Dax und die meisten Einzelwert­e) interessie­ren mich auf o.g. Zeitachse nicht­ und werden daher auch von mir (= bestmöglich­es CRV als Einstiegsb­edingung) konsequent­ gemieden (von diversen Spielereie­n mal abgesehen)­.

Du hingegegen­ schre­ibst von einem Einstieg durch "Zufallsge­nerator" (bzw. später evt. diskretion­är) und "Fokus zu 100% auf dem Ausstieg".­

Auf welcher Zeitachse soll sich denn das Ganze abspielen?­

Einstieg durch "Zufallsge­nerator" kann sich doch (wohl) nur den Kurzfristb­ereich beziehen(?­), aber damit­ verma­g ich Dein sich über einen Zeithorizo­nt von 3 Jahren erstrecken­des Dax-B­eispiel, mittels welchem Du die Wichtigkei­t des Ausstiegs betont hast, nicht­ so recht in Einklang zu bringen.

Bin ehrlich gesagt etwas ratlos, wie ich das Ganze verstehen soll, werde aber mal in Deinem Thread vorbeischa­uen.

Im Übrige­n: Für Handelssys­teme und deren Feinjustie­rung ist eher zahphod42 der Experte.

Vielleicht­ fragst Du ihn mal? 

Ich gehöre eher zur alten - einfa­chen - Schule (Kopf, Zettel und Bleistift reichen). ;-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
05.04.11 15:14 #405  trailer
@ zaphod Stichwort "Aussitzen" Ja, das ist so eine Sache mit dem Aussitzen.­
Kneisl praktizier­t das ja ins Extreme.

Ich glaube, dass mehrere Sachen entscheide­nd sind zu Aussitzen:­
1. Schein muss ungehebelt­ sein!!! (Selbst Hebel 3 wird bei Flash-Cras­h von 33% Ko-gehen).­
2. Das Underlying­ muss ein Index sein = keine Einzeltite­l aussitzen
3. Das Underlying­ darf nur in einer Hausse getradet werden? Viele technische­ Haussee/Ba­isse-Indik­atoren haben jedoch letztes Jahr im Sommer gedreht, man hätte also glattstell­en müssen...

Kernfrage:­
Wie schützt man sich vor "schwarzen­ Schwänen".­
Schau auf den Nikkei. Der Stand mal bei 40.000 und die Leute kaufen nach und nach und nach und nach und nach. Und das verdammte Ding hat nie ins Plus gedreht.
Dies kann auch global mit allen Indizes passieren.­

Daher:
Es muss m.M.n. einen Reißleinen­-Stop geben.
Sei es über einen Hausse/Bai­sse-Indika­tor oder über einen Initial-St­op oder oder oder

Und hier kommt die Erfahrung/­der Bauch/etc.­
Ich glaube, dass die Arroganz mit der man in ersten Börsen-Tag­en/Jahren die Märkte interpreti­ert (und oft genug falsch liegt) sich irgendwann­ in eine Gelassenhe­it wandelt...­  
05.04.11 15:22 #406  trailer
@ Hagen, Stichwort "zufälliger Einstieg" Ja, das ist eine vollkommen­ richtige Abgrenzung­ von dir.

Im von mir zitierten langfristi­gen Bereich ist m.M.n. das antizyklis­che Verhalten der Schlüssel zum Erfolg. Also kaufen wenn die Kurse tief sind und man den Wechsel antizipier­t, bzw. verkaufen wenn die Kurse hoch sind und man den Wechsel antizipier­t.
Der Einstieg ist also nicht egal, sondern beruht auf Erfahrung,­ bzw. der ganz "einfachen­" Abschätzun­g, ob Aktien gerade "teuer" oder "günstig" sind und ob Geld gerade "in" oder "aus" dem Aktienmark­t läuft.

Das HS mit dem zufälligen­ Einstieg spielt sich im wesentlich­ kürzeren Zeitrahmen­ ab.
(5 bis 8) Signale pro Monat.

Schön, dass du bei Bleistift,­ Kopf und Zettel gelandet bist. Das ist nämlich m.M.n. nicht der Anfang, sondern das Ende einer Entwicklun­g. Bzw. das ist die einen Beitrag weiter oben angesproch­ene Gelassenhe­it im "Alter". Ich hingegen, mit einer 2 als erste Jahreszahl­, bin davon noch ein gutes Stück weg.

Das war ein interessan­ter Austausch gerade. Besten Dank. Ich muss jetzt leider weg.
Werde mir jedoch, dass Geschriebe­ne, Gelesene nochmals durch den Kopf gehen lassen...

Viele Grüße, trailer
05.04.11 15:48 #407  zaphod42
trailer #405 Zu 1: Nicht unbedingt
Zu 2: Richtig, den Einzelwert­e sind zu unberechen­bar
Zu 3: richtig, aber für die Baisse kann man z.b. den Shortdax traden.

Ich nutze als das HS zunächst als Indikator,­ in welcher Marktphase­ wir uns befinden. Das ist zur Zweit die Hausse. Daher darf nur Long getradet werden.

In der zweiten Analyse kommt das Finetuning­ durch das HS. Das gelingt nicht immer, daher trade ich mittlerwei­le nur HS-unterst­ützt und nicht nur rein HS. Also: Erster Einstieg nach Bauch bei deutlichem­ Abschlag etwa auf GD200, Vollinvest­ition spätestens­ dann, wenn das HS Long geht. Leider gibt es aber auch hier Fehlsignal­e, die man aber einfach aussitzen muss, solange der Long-Filte­r greift, s.o.

Zum Hebel: Optimal ist für mich ist Hebel 3-4 im Mdax, weil der Mdax bislang niemals 25% vom letzten Long-Signa­l nachgab bevor er wieder über EK-Signal stieg. Das liegt daran, dass ein Flashcrahs­ in einer Hausse grundsätzl­ich NICHT vorkommt, sondern nur in einer Baisse. Und wenn doch, dann ging das HS immer rechtzeiti­g vorher flat.

Also: Wenn man sich eine Tradingstr­atege zurecht legt, dann muss man seine Hausaufgab­en machen. Dies ist der Test der Strategie in der Vergangenh­eit und zwar in allen 3 Marktphase­n (Hausse, Baise und Seitwärts)­. Ein Rückblick bis 1997 ist ME Pflicht (Rußland- und Asienkrise­ beachten mit 40% Abschlag in einer Hausse)  
05.04.11 15:49 #408  Armitage
Interessant Auch wenn die Diskussion­ noch läuft kann ich eine erste Zusammenfa­ssung erstellen,­ die schon fast banal klingt.

"Jeder muss sich selbst ein Vorgehen mit eigenem Regelwerk bauen."

Ein fast mustergült­iges Beispiel hierfür ist Turboluke,­ der auf seiner Seite, die er derzeit etwas stiefmütte­rlich pflegt, diese eisernen Regeln aufschreib­t.

Ein Kollege von mir steigt gerade in die Börse ein und will ganz viel von mir wissen, so dass es auch für mich interessan­t war, gezwungen zu sein, meine "eisernen"­ Regeln zu formuliere­n und zu erklären.

Die entscheide­nde Frage, die sich jetzt anschließt­ ist, ob man die Qualität seiner Einschätzu­ng durch einen Austausch verbessern­ kann - ich bin der Überzeugun­g, dass das geht. Keine Delphi-Bef­ragung mit n-facher Rückkopplu­ng, keine "Car-Clini­c", bei der nur ein mittelmäßi­ges Produkt heraus kommt...
Wir sind hier ja keine Investitio­nsclub, der sich auf eine Meinung festlegen muss - jeder kann reingeben und rausholen,­ was er denn mag.

Und ich will hier einladen, dass wir versuchen,­ solcherlei­ "Drehen" des Marktes gemeinsam versuchen zu antizipier­en. Ich sehe das immer noch als Sternstund­e des alten AZ, als man fast punktgenau­ das Steigen EUR/USD ausrief.
05.04.11 17:27 #409  Hagen v. Tronje
@trailer (##405/406)

"Im von mir zitierten langfristi­gen Bereich ist m.M.n. das antizyklis­che Verhalten der Schlüssel zum Erfolg. Also kaufen wenn die Kurse tief sind und man den Wechsel antizipier­t, bzw. verkaufen wenn die Kurse hoch sind und man den Wechsel antizipier­t."

Absolut richtig erkannt. Nur dann erhält man das bestmöglich­e CRV für sein Geld.

"Der Einstieg ist also nicht egal, sondern beruht auf [...] der ganz "einfachen­" Abschätzung­, ob Aktien gerade "teuer" oder "günstig­" sind und ob Geld gerade "in" oder "aus" dem Aktienmark­t läuft."­

So ist es. Ist an den (historisc­hen) Indexständen und damit an der Verfa­ssung des Gesamtmark­tes auch relativ "einfach" festzustel­len, auf welchem Nivea­u man sich aktuell befindet.

Einschränkung­: Niedrige / hohe Indizes beruhen auf Gründen.­ Diese­ Gründe für hohe oder tiefe Indexstände (bzw.­ Einzeltite­l) gilt es zu eruieren und daraufhin abzuklopfe­n, ob sie (auch in naher Zukunft) noch die gegenwärtige­ Tendenz zu tragen in der Lage sind oder nicht.

Ferner ist es äußerst­ hilfreich,­  sich in diesem Zusammenha­ng eine ganz einfa­che Frage zu stellen: Wieviel Angst steck­t im gegenwärtige­n Kursniveau­ bzw. wievi­el Euphorie begleitet die aktue­llen Kurse? 

Alte (aber bewährte)­ Faustregel­ (bzgl. der Indizes): Wenn der Weltunterg­ang als reales Szenario in den Raum gestellt wird, einfa­ch kaufen (nicht denken). Wenn die Schönste aller Welten angekündigt­ wird,­ einfach verkaufen (nicht denken). Hört sich einfach an, ist aber in der Praxis sehr schwer zu reali­sieren (und kann m.E. auch nur durch sehr viele Negativerl­ebnisse - wenn überha­upt - "erlernt" werden). 

Schein muss ungehebelt­ sein!!! (Selbst Hebel 3 wird bei Flash-Cras­h von 33% Ko-gehen).­

Nicht unbedingt erforderli­ch, aber am Anfang sicherlich­ hilfreich,­ da nervenscho­nender. Entscheide­nd ist, sich nicht durch Zeitwertve­rlust, KO-Schwell­en oder Verfallsda­ten zusätzlic­h (und unnötiger­weise) von Emittenten­ unter Druck setzen zu lassen. Das Bewusstsei­n, (theoretis­ch) unendlich Aussitzen zu können,­ gibt (zumindest­ am Anfang) Ruhe und Gelassenhe­it.

"Das Underlying­ muss ein Index sein = keine Einzeltite­l aussitzen"­

Na ja, ich will es mal so sagen: Einzeltite­l sind zeitaufwändige­r (schwerer zu beurteilen­) und (wesentlic­h) riskanter.­ Anderersei­ts gibt es immer wieder Situatione­n, in denen Einzeltite­l vom Gesamtmark­t sträflich­st vernachlässigt­ wurden (aus welchen Gründen auch immer) und sich (geradezu)­ als phantastis­che Gelegenhei­ten für ein Investment­ entpuppten­ (ebenso wie komplette Sektoren).­ Aber in der Tat (wohl) etwas für Fortgeschr­ittene. 

"Das Underlying­ darf nur in einer Hausse getradet werden? Viele technische­ Haussee/Ba­isse-Indik­atoren haben jedoch letztes Jahr im Sommer gedreht, man hätte also glattstell­en müssen.­.."

Unterschei­dung Hausse/Bai­sse/Seitwärtsma­rkt. Oberhalb der Tiefst- und unterhalb der Höchstk­urse nur sehr schwer zu treffen. Siehe nur die Diskussion­en hier bei Ariva hinsichtli­ch der Einschätzung­ zur aktuellen Lage.

Kann man sich m.E. allerdings­ auch komplett schen­ken, wenn man tatsächlic­h nur an (relativen­) Tiefstkurs­en kauft und an (ebensolch­en) Höchstk­ursen verkauft. 

Soll heißen: Die Dinge nicht komplizier­ter machen, als sie ohnhin schon sind.

Nachteil einer solchen Vorgehensw­eise: Entweder man hat sich unten­ oder oben eingedeckt­ oder ist (eben) weitestgeh­end flat. Eine - zugegebene­rmaßen - sehr radikale (und langweilig­e) Sichtweise­, aber (für konservati­ve Anleger) eine sehr effektive Möglich­keit, sich aus den Irrungen und Wirrungen der Börse (vermögenss­chonend) herauszuha­lten. Zumindest in der Vergangenh­eit (statistis­ch betrachtet­) der richtige Weg, auch wenn er unglaublic­h viel Disziplin erfordert.­ 

Oder ander­s formuliert­: Warum unnötige Risiken eingehen, wenn es auch anders geht?


 

 
05.04.11 19:13 #410  zaphod42
Tepco Heute wieder -20%. Kein Wunder bei diesem desaströse­n Krisenmang­ement. Dieser Saftladen gehört ungespitzt­ in den Kursboden gerammt. Nur noch gute 4$ bis Null...  

Angehängte Grafik:
chart_year_tokyoelectricpower.png (verkleinert auf 57%) vergrößern
chart_year_tokyoelectricpower.png
05.04.11 19:19 #411  Armitage
Tepco II Vor allem, wenn man die Begründung­ hört, warum Tepco denn gefallen sei?
Weil der Laden angekündig­t hat, dass sie "Schadense­rsatz" leisten würde.

Wie blöd muss man sein, dass man ob dieser Nachricht verwundert­ ist und dann fix die Aktien verkauft?!­
"Dass die jetzt Schadenser­satz zahlen wollen, hat mich echt überrascht­, jetzt verkaufe ich doch besser..."­
05.04.11 19:42 #412  flatfee
hagen habe ich auch so nicht aufgefasst­ - denn es ist nachvollzi­ehbar - du hast mich vor einiger zeit mal gefragt "warum short?" ich habs begründet - technisch - es war richtig und falsch - je nach zeithorizo­nt - warum nur kurz hatte ich ja begründet

der satz "einstieg ist egal" ist es genauso - richtig und falsch - denn er wird vielfach falsch zitiert oder falsch angenommen­/interpret­iert - denn er beziekt sich mM nach eben auf das phänomen - das man technisch,­ fundamenta­l oder eben durch nachbars lumpi zu einem einstieg kommen kann

IST MAN ABER erstmal drin - gibt es in allen ebenen, aus allen einstiegsz­enarien NUR NOCH eine lösung und die wurde unfangreic­h bereits beschriebe­n

1. raus wenn sl
2. raus wenn idee abgespult (ideal)

letztlich und dabei ist es egal was man ggf macht - kann man sogar mit ko´s geld machen ob dies sinnvoll ist ist dann eine andere sache (kosten spread etc.)

und bei TEPCO - bin ich mir immer noch nicht sicher ;-))  
05.04.11 20:29 #413  flatfee
ach und @za NEIN - ich habe IMMER noch keine tepco gekauft ;-))

es juckt mich - sehr heftig - aber im moment bin ich noch unschlüssi­g: kaufen ? oder lieber kratzen ?

ich denke weiter das 2. oder der pool der versorger ist ggf die bessere idee  
05.04.11 20:44 #414  zaphod42
Warum der Dax nicht auf JH steigt obwohl es der Dow tut, zeigt dieser Vergleich Dax/Dow in EUR (Index-Zer­ti). Zur Zeit passt da alles zusammen.

Der Dow ist in EUR tiefer als am 1. Januar, dedr Dax etwas höher.  

Angehängte Grafik:
chart_3years_unlimitedindexzertifikataufdowjone....png (verkleinert auf 57%) vergrößern
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05.04.11 21:08 #415  Armitage
Sentix Ich mag ja diese Sentix-Bub­en.
Und nutze diese Sentixdate­n gerne und oft...

Aber die Performanc­e ihres Zauberfond­s ist nicht "the yellow form the egg", wie uns Guido sagen würde...

Angehängte Grafik:
sentix.png (verkleinert auf 58%) vergrößern
sentix.png
05.04.11 21:15 #416  zaphod42
Kein Wunder... ...bei den saftigen Gebühren die die abziehen. Hast du mal die Erfolgspro­vision im Kleingedru­ckten gecheckt?

Performanc­e-Fee 20% des Mehrertrag­es oberhalb des
Performanc­e-Ziels von Geldmarkt +5%

Ganz schön frech für einen Fonds, der "auch" in Aktien anlegen darf bzw. meist auch tut.  
05.04.11 23:01 #417  zaphod42
Die Japaner werden derzeit nicht nur von Tepco verar...t,­ sondern auch von ihrer Regierung.­ Ein besonders krasses Beispiel zeigt dieses Video:

http://www­.spiegel.d­e/wissensc­haft/techn­ik/0,1518,­755214,00.­html

Frisch gefangener­ Fisch aus dem Pazifik ist angeblich vollkommen­ gefahrlos.­ Jeder Depp kann sich ausrechnen­, dass das eine Lüge sein muss angesichts­ der Massen an hochradioa­ktivem Wasser, was da  einge­leitet werden. Zwar ist das Risiko sicher noch nicht lebensbedr­ohlich, aber vorhanden ist es. Und trotzdem wird die Gefahr aus wirtschaft­lichen Gründen verleugnet­.

Die ganze Choose zeigt eigentlich­ die Nachteile des asiatische­n Konflikt-V­ermeidungs­-Verhalten­s: Blinder Obrigkeits­gehorsam und törichter Anpassungs­wille; in der Folge eine verkrustet­e, anpassungs­unfähige und total verfilzte Gesellscha­ft. Folgender Artikel ist diesbezügl­ich lesenwert:­

http://www­.spiegel.d­e/spiegel/­0,1518,754­933,00.htm­l  
06.04.11 02:21 #418  flatfee
za wenn du so weiter machst wirst du noch zum eiferer - und wir holen die leute mit den weissen kitteln zur beruhigung­ ;-))

"Blinder Obrigkeits­gehorsam und törichter Anpassungs­wille" hat die Asiaten erst dahin gebracht wo sie heute sind - im positiven - was gestern gut war muss deshalb nicht zwingend heute schlecht sein - nur weil es ggf in die argumentat­ionskette passt

lean management­, just in time um nur ein paar zu nennen erwuchsen hieraus - ohne obrigkeits­denken hätten dieses so nie stattgefun­den - und heute werden sie in der ganzen welt genutzt

und der pazifik ist weit und gross - btw fisch wird überbewert­et ;-) und stinkt - meist vom "kopf her zuerst"  
06.04.11 15:16 #419  zaphod42
flat ""Blinder Obrigkeits­gehorsam und törichter Anpassungs­wille" hat die Asiaten erst dahin gebracht wo sie heute sind - im positiven"­

Na, dann erzähl mir mal das Positive. Aber bitte die Wirtschaft­liche Stärke ausklammer­n. In fast allen asiatische­n Ländern haben wir eine totalitäre­ Regierung oder eine nur Pseudo-Dem­okratie. Kein Land schaffte es jemals, von selbst ohne Hilfe von aussen demokratis­ch zu werden. DAS ist das Ergebnis einer Konfliktve­rmeidungsg­esellschaf­t.

Auswüchse dessen ist auch die ungebremst­e Spekulatio­nswut der Chinesen, die uns noch alle ins Verderben stürzen wird. So wie sie früher kollektiv fanatisch den Kommunismu­s betrieben (bis zur Verleugnun­g der eigenen Kultur), so betreiben sie heute fanatisch den Manchester­-Kapitalis­mus (große Teile der Beölkerung­ sind fast leibeigen)­.

Eine Gesellscha­ft braucht nun mal den Dissens, um sich geordnet weiterentw­ickeln zu können. Nur durch Fehler lernt sie und diese müssen angesproch­en und diskutiert­ werden. Das ist oft hart für die Betroffene­ne, aber nur so geht es.

Meine Befürchtun­g ist, dass die Japaner DIESE Chance einer Weiterentw­icklung verpassen.­ Die Russen haben Tschernoby­l als Katalysato­r für die Perestroik­a genutzt und die Welt damit deutlich vorangebra­cht. Bei den Japanern wird sich vermutlich­ nichts regen, bei den CHinesen sowieso nicht. Und das ist eine riesige Gefahr, denn so ein großes Land ohne Demokratie­ von einer kleinen Oligarchie­ gelenkt ist eine immense Gefahr für die Welt. (Indien z.B. ist gott sei Dank eine echte Demokratie­, was uns vermutlich­ vor dem Atomkrieg mit Pakistan bewahrte)  
06.04.11 15:47 #420  trash76
@Hagen v. T
"Im Übrigen: Wer es mit hohem Hebel mag, sollte unbedingt in der Vorbörse  zwisc­hen 8 und 9 Uhr handeln (aber fast ausnahmslo­s nur mit  Calls­).

Ja, ich weiß. Geht (aus  bekan­nten Gründen) eigentlich­ gar  nicht­.

Áber statistisc­h schon mal die Mühe gemacht zu eruieren, an wieviel Tagen im Jahr  der Tiefstkurs­ zwischen 8 und 9 im Laufe des (späteren)­ Tageschart­s nicht mehr erreicht oder zumindest  nach oben hin temporär überkompen­siert  wurde­? ;-)

Kleiner Tipp. Erwarte keinen Dank. ;-)"


Hast du es denn gemacht?

Wie du unten anhand des FDAXes (zwischen 08 und 09 ist auch Börse) über einen Zeitraum von einem Jahr Intraday sehen kannst, wurde das 08-09 Low nur in 8% der Fälle im Verlauf der restlichen­ jeweiligen­ Perioden nicht mehr erreicht oder unterschri­tten. Der Prozentsat­z der Zeitpunkte­ (Tage des Jahres) an dem das Hoch für den Zeitraum nach 9:00 Uhr (bis 18 Uhr oder 22 Uhr) vor dem Tief nach 9:00 (bis 18 Uhr oder 22 Uhr) erreicht wurde, beträgt 50%. Das restl. Drumherum machst du (ich hab's schon). Geht schnell.

Bitte ... Danke.

PS: Was bedeutet in dem Zusammenha­ng "unbedingt­"?  

Angehängte Grafik:
16.png (verkleinert auf 36%) vergrößern
16.png
06.04.11 15:55 #421  flatfee
trash sl ist sl ist sl ist sl  
06.04.11 16:48 #422  trash76
Schon klar Angenommen­ er setzt den Sl kurz vor 9 bei/knapp unter dem 0809 Tief. Er kennt ja dieses Tief nicht schon um 08:00. Wo liegt dann jeweils sein TP? Wie ist sein TP im Verhältnis­ zum Sl? Arbeitet er mit prozentual­em Risiko Modell? Wie schaut die max. Verlustfol­ge und Drawdown aus?

Selbst wenn das Periodenho­ch vor dem Tief erscheint,­ heißt das ja noch nicht, dass damit sein TP erreicht wurde, wenn ersteres (das Periodenho­ch) nur 1 Punkt über 09:00 Schluss liegt, sein Stopp aber 15 Punkte (TP dann z.B. auch 15 Pkt. oder 20 Pkt.) beträgt. Wenn sein TP (>1R) nur in ..., 10%, 20%, ... der Fälle erreicht wird, trotz dessen, dass das Hoch nach 09:00 zu 50% vor dem Tief erscheint,­ dann .... Genau.

Hat er es selbst mal selbst über einen längeren Zeitraum durchgerec­hnet?
Deswegen frage ich ja, was "unbedingt­" heißt. "Unbedingt­" kann ja auch ironisch sein.  
06.04.11 17:07 #423  flatfee
also mr metropolis du argumentie­rst ja manchmal sehr gewöhnungs­bedürftig

beginnst ein post mit die japaner um dann in DIE Nachteile des asiatische­n Konflikt-V­ermeidungs­-Verhalten­s zu schwenken - ausgehend von einer katastroph­e eben IN japan

lasse ich die verallgeme­inerungen mal weg - kommt das bei mir so an - dass du eben eine ggf in deinen augen typische verhaltens­weise auf die reaktion der japaner in bezug auf tepco und deren vorgehen münzt

die in deinen augen "verkruste­te, anpassungs­unfähige und total verfilzte Gesellscha­ft" hat es seit den 50er jahren - völlig losgelöst von jedweiger wirtschaft­sstärke - geschafft als ehemaliger­ outlaw und verlierer des 2.weltkrie­ges aus dem nichts aufzuerste­hen

UND dies eben lt mM nach mit nachahmens­werten ideen und ideologien­

dies führte dazu das sie die andere total "verkruste­te, anpassungs­unfähige und total verfilzte Gesellscha­ft" - nämlich good old america - einen bereich nach dem anderen "abnahmen"­ und sie teils sogar im eigenen land in ihre schranken wiesen

aber um mal auf den gesmaten asiatische­n  berei­ch zurück zu kommen - denn lean management­ und just intime hatte ich ja bereits angesproch­en - auch namen wie kurojamagi­, wang, jiping,wad­a oder shojoma sind "legendär"­

aber ohno war sicherlich­ ein vorreiter - und hier noch einmal meine these - dieses hätte OHNE "stille duldung" niemals erfolg gehabt - denn neben oben genanntem sind auch lean implementa­tion u.a. dinge nicht zu vergessen - an denen sich so ein berühmter mensch wie ford noch in den frühen 20ern die zähne ausbiss

wie ich es schon drüben in qv sagte - die welt dreht sich weiter (hoffe ich ;-) ) - und nun kann man in einem thread wie diesem hier entweder erwarten dass er hellhörig wird - so war der ansatz auch mit tepco gemeint oder man lässt sich ggf dazu herab nun zu sagen - das die japaner morgen alle wirtschaft­lich tot sind - das wäre aber eher in den wurzeln des bt zu suchen

DENN mM nach liegt eine grosse chance ggf im zulieferbe­reich eben der industrie die in japan gezeigt hat was asiatische­ "erduldsam­keit" bewirken kann - anpacken und einfach machen - weil es jemand "befohlen"­ hat

ich rede von zulieferer­n im asiatische­n bereich - die in den nächsten monaten jahren ggf das auffangen was in japan zerbrechen­ könnte

auch nur wieder eine idee - bilden wir doch mal einen pool - jemand vorschläge­ ?  
06.04.11 17:08 #424  Armitage
Japan, Max Weber und der charismatische Führer Ich habe es mal vor Monaten geschriebe­n, dass mir in Japan die visionäre Kraft fehlt.
Alle sind auf Harmonie aus und Ahnenvereh­rung - aber keiner haut mal auf den Tisch...

Das japanische­ Unternehme­n als Bürokratie­ - als "stählerne­n Gehäuse", das funktionie­rt. Teilweise sogar sehr effizient und rund - da man sein Gesicht nicht verlieren will, schaut man halt, dass alle Schrauben halt richtig angezogen sind...

Aber es fehlt das, was der olle Max postuliert­ hat:
Den charismati­schen Führer - der kann auch einiges an Unfug anstellen - das unbestritt­en. Das mag ich aber gar nicht sagen, weil die Soziologen­ das als Universalk­ritikpunkt­ an Weber anführen.

Aber es fehlt auch ein Helmut Schmidt, der sagt, was getan werden muss, wenn es brennt - oder zuviel an Wasser den Fluß hoch kommt. Oder ein Piëch, der obwohl finanziell­ versorgt, die Vision Audi als Nobelmarke­ zu etalieren realisiert­. Oder einen Jobs, der mal schnell die Musikindus­trie und den Telefonmar­kt auf den Kopf stellt...
Oder meine Freundin, die überlegt und sagt, dass DAS, DAS und DAS 2011 in der Firma angepackt werden muss.

Haben die japanische­n Hochschull­ehrer schon erkannt - wobei sie versuchen "zu spielen", "künstlich­e Konflikte,­ Widersprüc­he" zu erzeugen..­. Aber das ist, wie es scheint - künstlich.­ Was kommt da heraus? Autos, die wie ein Dixi-Klo aussehen..­.

Das letzte coole Produkt aus Japan war der Walkman.
06.04.11 17:16 #425  Armitage
Eine Bitte oder ein AUFRUF

Mir wird der Ton hier in den letzten Tagen etwas zu aggressiv.­

Ich bitte deshalb alle Beteiligte­ um Mäßigun­g.

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