Torrid Aktie: Rettungsanker oder Rohrkrepierer?
06.06.25 23:02
Börse Global
Die Karten bei Torrid Holdings werden neu gemischt. Der Spezialist für Plus-Size-Mode präsentierte Anfang Juni durchwachsene Zahlen für das erste Quartal 2025, die Anleger aufhorchen ließen. Während der Gewinn pro Aktie die Erwartungen übertraf, blieb der Umsatz hinter den Prognosen zurück. Ein klassisches Dilemma, das die Frage aufwirft: Ist das Glas halb voll oder halb leer für die CURV-Aktie?
Zahlenwerk mit Licht und Schatten
Ein Gewinn pro Anteilschein von 0,06 US-Dollar im ersten Quartal übertraf zwar die Schätzungen der Analysten, die bei 0,04 bis 0,05 US-Dollar lagen. Doch diese positive Überraschung wurde getrübt durch einen Umsatz von lediglich 266 Millionen US-Dollar, der die Erwartungen von rund 279 Millionen US-Dollar verfehlte und auch unter dem Vorjahreswert von 279,8 Millionen US-Dollar lag. Kein Wunder also, dass die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen nachbörslich Federn lassen musste und um über 2 Prozent auf rund 4,99 US-Dollar nachgab. Die Bruttogewinnmarge sank um 320 Basispunkte auf 38,1 Prozent, und der Nettogewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 5,9 Millionen US-Dollar.
Radikalkur: Filialnetz auf dem Prüfstand
Angesichts dieser Entwicklung und dem klaren Trend zum Online-Shopping – fast 70 Prozent der Umsätze werden bereits digital erzielt – greift das Management nun hart durch. Die Kundschaft signalisiere deutlich eine Präferenz für das Online-Angebot, heißt es aus der Unternehmensführung. Die Konsequenz: Das Filialnetz wird drastisch ausgedünnt. Nachdem bereits 2024 35 Läden geschlossen wurden, sollen im laufenden Geschäftsjahr 2025 bis zu 180 weitere Standorte folgen. 60 Schließungen sind bereits für die erste Jahreshälfte geplant, weitere 120 könnten in der zweiten Hälfte folgen. Langfristig peilt Torrid eine Verteilung von 75 Prozent Online- zu 25 Prozent stationärem Geschäft an. Von den Schließungen erhofft sich das Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2026 eine Verbesserung der EBITDA-Marge um 150 bis 250 Basispunkte.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Schließungen betreffen zwar oft weniger produktive Standorte, aber was passiert mit den Umsätzen? Torrid geht davon aus, rund 60 Prozent der Kunden und Verkäufe auf nahegelegene Filialen oder den Online-Kanal umleiten zu können. Ein ambitioniertes Ziel.
Schuh-Aus und neue Zoll-Kosten
Eine weitere bittere Pille für Umsatzjäger: Das Schuhgeschäft wird vorerst auf Eis gelegt. Diese Sparte, die jährlich rund 40 bis 45 Millionen US-Dollar zum Umsatz beisteuerte, ist zu 100 Prozent von Lieferungen aus China abhängig. Angesichts der angespannten Handelssituation und neuer Zollbelastungen zieht Torrid hier die Reißleine, auch wenn dies EBITDA-neutral sein soll. Die erwarteten zusätzlichen Zollkosten von rund 20 Millionen US-Dollar für den Rest des Jahres will das Unternehmen durch Kostensenkungen, unter anderem aus den Ladenschließungen, und Projektkürzungen auffangen. Die Abhängigkeit von China als Beschaffungsland soll drastisch reduziert werden.
Trotz dieser Herausforderungen setzt Torrid stark auf seine neuen Sub-Marken wie Festi und Belle Isle. Diese übertreffen die Erwartungen deutlich und sollen bis 2026 rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Sie ziehen offenbar erfolgreich neue und jüngere Kundinnen an.
Analysten senken den Daumen – leicht
Die Bank of America Securities reagierte auf die Nachrichtenlage und passte ihr Kursziel für die Torrid-Aktie kürzlich von 7,80 US-Dollar auf 7,00 US-Dollar an. Das Rating beließen die Experten jedoch bei "Buy". Man sehe zwar kurzfristige Risiken, etwa durch Zolldruck, vertraue aber auf die langfristige Verkaufsstrategie des Unternehmens. Die neue Bewertung basiert auf einem niedrigeren Faktor für das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA für das Geschäftsjahr 2026.
Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2025 wurden entsprechend nach unten korrigiert. Der Nettoumsatz wird nun zwischen 1,030 und 1,055 Milliarden US-Dollar erwartet (zuvor 1,080 bis 1,100 Milliarden). Das bereinigte EBITDA soll sich in einer Spanne von 95 bis 105 Millionen US-Dollar bewegen (zuvor 100 bis 110 Millionen). Es bleibt also spannend, ob der eingeschlagene Sparkurs und die Fokussierung auf margenstärkere Online-Verkäufe und Sub-Marken die erhoffte Wende bringen können.
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