Inlandsaktien – DAX erholt sich vor Thanksgiving
28.11.25 12:47
EUWAX Trends

Am deutschen Aktienmarkt setzte sich in der zurückliegenden Woche die Erholung vom
jüngsten Mehrmonatstief fort. Der DAX gewann
seit Freitag vergangener Woche rund 3,3 Prozent hinzu und beendete den Handel am Donnerstag mit einem Tagesplus von 0,2 Prozent bei 23.768 Punkten. Die Entwicklung wurde laut Marktbeobachtern vor allem durch Gespräche über einen Waffenstillstand in der Ukraine
und die anhaltenden Zinssenkungserwartungen in den USA gestützt.
Der Thanksgiving-Feiertag sorgte dabei für merklich niedrigere Umsätze am Donnerstag. Zyklische Branchen wie Stahl- und Bauwerte verzeichneten verstärktes Anlegerinteresse und gehörten zu den größten Gewinnern. Besonders auffällig war die starke Kursbewegung
bei Puma im MDAX,
nachdem neue Übernahmespekulationen die Runde machten. Im Technologiesektor fiel insbesondere Bechtle auf, nachdem die Meldung eines Großauftrags zu einer Kursreaktion führte. Auch andere Unternehmen der Branche zeigten im Zuge positiver Auftragsmeldungen
stärkere Kursbewegungen. Defensive Sektoren wie Versorger und Gesundheitswerte gerieten hingegen unter Druck.
Die Top 3 meistgehandelten Inlandsaktien im Fokus
1. Rheinmetall erhält NATO-Auftrag für Loitering-Munition
Rheinmetall hat einen Auftrag im Wert von mehreren hundert Millionen Euro erhalten.
Das Unternehmen soll spezielle, ferngesteuerte Drohnen an ein nicht genanntes NATO-Mitglied liefern. Diese sogenannten Loitering-Munition-Drohnen, präzisionsgelenkte Systeme für den Einsatz gegen gepanzerte Ziele, werden von Rheinmetalls Tochterunternehmen
in Italien gemeinsam mit dem Partnerunternehmen UVision Air gefertigt.
Die Auslieferung soll im ersten Quartal 2026 beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Nach Unternehmensangaben sind alle bestellten Varianten mit neuen Panzerabwehrsprengköpfen ausgestattet, die intern entwickelt wurden. Die Serienproduktion in
Italien läuft laut Rheinmetall auf Hochtouren.
Durch diesen neuen Auftrag baut Rheinmetall sein Geschäft mit Drohnen und Systemen zu deren Abwehr weiter aus – ein Bereich, der wegen der wachsenden Bedeutung unbemannter Fluggeräte immer wichtiger wird. Mehrere europäische NATO-Staaten gehören bereits zu
den Kunden des Unternehmens. Zum Ertrag oder möglichen Margeneffekt aus dem Auftrag äußerte sich Rheinmetall nicht.
An der Börse Stuttgart war die Rheinmetall-Aktie in
der vergangenen Woche mit 1.951 Orders erneut die am häufigsten gehandelte Inlandsaktie.
2. Siemens Energy kündigt Aktienrückkaufprogramm bis 2028 an
Siemens Energy plant, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 eigene Aktien im Volumen
von bis zu 6 Milliarden Euro zurückzukaufen. Die Finanzierung soll aus künftigen Cashflows erfolgen.
Das Rückkaufprogramm begleitet neue Mittelfristziele: Das Unternehmen strebt jährliche Umsatzsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich sowie eine bereinigte operative Marge von 14 bis 16 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2027/28 an. Grundlage ist ein Auftragsbestand
von 138 Milliarden Euro, getragen von Projekten im Netzbereich und bei Gasturbinen sowie einer wachsenden Stromnachfrage, unter anderem durch Rechenzentren.
Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte sich der Umsatz um 15 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro. Der Free Cashflow vor Steuern lag bei 4,66 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Management ein Umsatzplus von 11 bis 13 Prozent und eine bereinigte operative Marge von bis
zu 11 Prozent.
An der Börse Stuttgart belegte die Siemens-Energy-Aktie in
der vergangenen Woche mit 822 Orders den zweiten Platz unter den meistgehandelten Inlandswerten.
3. Renk richtet Wachstum auf Verteidigungsgeschäft aus
Renk hat auf dem Capital Markets Day eine strategische Fokussierung auf Verteidigungstechnik
angekündigt. Bis 2030 soll der Anteil des Defence-Geschäfts am Umsatz auf rund 90 Prozent steigen. Ohne Akquisitionen erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro. Grundlage sind ein Auftragsbestand von 6,4 Milliarden Euro sowie steigende
Beschaffungsbudgets in Europa, den USA und der Asien-Pazifik-Region.
Geplante Maßnahmen umfassen den Ausbau internationaler Produktionsstandorte, gezielte Zukäufe und die Umsetzung der sogenannten „NextGen Mobility“-Agenda für hybrid- und elektrisch angetriebene Kettenfahrzeuge. Ab 2030 will Renk im operativen Geschäft eine
bereinigte Gewinnmarge von über 20 Prozent erreichen. Außerdem soll etwa 80 Prozent des Gewinns in tatsächlichen Cashflows ankommen, und die Schulden des Unternehmens sollen weniger als das 1,5-Fache des jährlichen operativen Gewinns betragen. Die Kleinserienfertigung
am Standort Augsburg soll mittelfristig von derzeit rund 700 auf über 1.800 Getriebe pro Jahr erhöht werden.
An der Börse Stuttgart zählte die Renk-Aktie in
der vergangenen Woche mit 764 Orders zu den drei meistgehandelten Inlandswerten.
Die 10 meistgehandelten Inlandsaktien
|
Aktie |
WKN |
Preisfestellungen |
Rang |
|
|
703000 |
1.951 |
1 |
|
|
ENER6Y |
822 |
2 |
|
|
RENK73 |
764 |
3 |
|
|
HAG000 |
732 |
4 |
|
|
BAY001 |
572 |
5 |
|
|
555750 |
430 |
6 |
|
|
716460 |
421 |
7 |
|
|
840400 |
377 |
8 |
|
|
723610 |
376 |
9 |
|
|
623100 |
373 |
10 |
* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 13. November bis zum 19. November 2025 an der Börse Stuttgart
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