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So, 26. April 2026, 5:04 Uhr

Heißer Herbst?


20.09.22 07:56
S. Feuerstein

Die Inflation ist hierzulande die größte Sorge der Bürger. Kein Wunder, verteuern sich neben den Energiepreisen mittlerweile auch andere Produkte. Es fällt immer schwerer, die Preissteigerungen an den Endkunden weiterzugeben. Entsprechend eingetrübt ist das Bild für die kommenden Monate. Die kältere Jahreszeit dürfte die Energiepreise noch einmal verteuern. Dies trifft aktuell in besonderem Maß den hiesigen Mittelstand. Bei größeren Unternehmen dürften die weiter steigenden Preise zu einer Abwanderung in weniger teure Länder führen. Mit der verständlichen Forderung eines Lohnausgleichs ist damit ein Kreislauf in Gang gesetzt, den Politik und Notenbanken mit aller Energie durchbrechen müssen!

citius, altius, fortius

Das Motto der olympischen Spiele (zu Deutsch „höher, schneller, stärker“) trifft auch auf den DAX zu, wie er sich seit dem vergangenen Jahr zusammensetzt. Hintergrund der Ausdehnung von ehemals 30 auf nunmehr 40 Einzelwerte war unter anderem, die Abhängigkeit in den Bereichen Finanzen und Automobile zu verringern. Neu hinzu kamen damals neben dem Flugzeugbauer Airbus sowie dem Chemikalienhändler Brenntag unter anderem auch der Pharma- und Laborlieferant Sartorius, das Biotechnologieunternehmen Qiagen, der Sportartikelhersteller oder eben auch der Modehändler Zalando sowie der im Baukastenprinzip agierende Essensversender Hellofresh. Dieser fliegt nun aus dem DAX und macht Platz für Siemens Energy. Die Änderungen sorgen bei Fonds immer wieder zu Umschichtungen, da DAX-Neueinsteiger ge- bzw. DAX-Absteiger verkauft werden. Oftmals findet diese Bewegung aber bereits schon vor dem Auf- bzw. Abstieg der jeweiligen Titel statt, so dass die alte Börsenweisheit „buy on rumors, sell on facts (bei Gerüchten kaufen, bei Tatsachen verkaufen) immer noch nicht an Bedeutung verloren hat.

Felsenfester US-Dollar?

Die eingangs erwähnte Inflation ist nicht nur in Deutschland bzw. innerhalb der EU zu beobachten. Die US-Notenbank hat zwar deutlich früher als die Europäische Zentralbank mit der Zinswende begonnen, bislang ist es aber noch nicht gelungen, die steigenden Preise in den Griff zu bekommen. Mit Spannung wird daher die Entscheidung der FED erwartet, welche zur Wochenmitte um 20 Uhr verkündet wird. Da die US-Inflation im August überraschend über den Erwartungen lag, halten immer mehr Marktteilnehmer eine Zinsanhebung um einen ganzen Prozentpunkt für möglich. Die kräftig steigenden Zinsen dürften sich dann aber mittelfristig negativ auf die Entwicklung am Aktienmarkt auswirken. Dies gilt umso mehr, als dass ein „neutraler“ Zins, welcher die Inflation unter Kontrolle hält und gleichzeitig die Konjunktur nicht völlig abwürgt, bislang noch nicht erreicht wurde. Für den Aktienmarkt könnte es daher zu einem heißen Herbst kommen. Dies nicht zuletzt auch, weil die Saisonalität ab Anfang Oktober eigentlich eine dynamische Aufwärtsbewegung erwarten lässt.

Viel Erfolg in der kommenden Börsenwoche

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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