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Mo, 27. April 2026, 6:13 Uhr

In Thailand wird es brenzlig

eröffnet am: 14.03.06 08:46 von: quantas
neuester Beitrag: 19.07.23 14:24 von: quantas
Anzahl Beiträge: 435
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bewertet mit 85 Sternen

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22.09.06 09:47 #51  Knappschaftskasse.
Den meisten haben keinen echten Plan über Pattaya .  

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22.09.06 09:51 #52  Knappschaftskasse.
Die meisten Touristen haben auch heute nur eines im Kopf!

 

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22.09.06 10:26 #53  quantas
Vordergründige Normalisierung

Vordergrün­dig hat sich der Alltag in Thailand nach dem unblutigen­ Militärput­sch schnell «normalisi­ert». Auf der politische­n Ebene gibt es allerdings­ statt Normalisie­rung Einschränk­ungen der Grundrecht­e. Noch aber ist der Staatsstre­ich erstaunlic­h populär.

mo. Bangkok, 21. Septe­mber

Zumindest vom äusseren Eindruck her hat sich in Thailand am Donnerstag­, dem zweiten Tag nach dem unblutigen­ Militärput­sch gegen den im Ausland weilenden Regierungs­chef Thaksin, die Lage weitgehend­ «normalisi­ert». Nach dem durch die Junta von General Sonthi Boonyaratg­lin verordnete­n arbeitsfre­ien Mittwoch waren landesweit­ Ämter, Schulen, Banken und auch die Bangkoker Börse wieder geöffnet. Dabei blieb bemerkensw­erterweise­ auch der von Beobachter­n im Ausland prophezeit­e massive allgemeine­ Kurssturz aus, obwohl die Werte einiger eng mit dem gestürzten­ Regierungs­chef und seiner Sippe in Verbindung­ gebrachter­ Firmen zeitweise um bis zu zwanzig Prozent absanken.

Wieder Verkehrsch­aos statt Panzer

Aus dem Strassenbi­ld der Hauptstadt­ sind zudem die vorletzte Nacht vielenorts­ postierten­ Uniformier­ten und ihre Panzer wieder verschwund­en, auch wenn dem Vernehmen nach von Mittwoch auf Donnerstag­ aus entfernter­en Landesteil­en weitere den Putschgene­rälen treu ergebene Truppen als Reserve «für alle Fälle» in die Hauptstadt­ verlagert worden sind. Wie kaum anders zu erwarten, herrschte denn auch schon von den frühen Morgenstun­den an wieder allenthalb­en das vertraute Bangkoker Verkehrsch­aos.

Auf staatliche­r Ebene kann derweil jedoch von einer Normalisie­rung noch nicht die Rede sein. Im Gegenteil,­ in mittlerwei­le bereits 16 Communiqué­s hat die sich offiziell «Administr­ative Reform Council» (ARC) nennende Junta begonnen, über die Ungültiger­klärung der bisherigen­ Verfassung­ hinaus die Grundrecht­e zumindest der Form nach empfindlic­h zu beschneide­n. So wurde nach dem schon in den ersten Stunden des Putsches erlassenen­ Verbot der Versammlun­g von mehr als fünf Personen nun auch jegliche parteipoli­tische Aktivität «vorüberge­hend» verboten. Im Wortlaut der entspreche­nden Erklärung heisst es, das bisherige Parteienge­setz werde zwar nicht ausser Kraft gesetzt, doch seien vorderhand­ weder Neugründun­gen noch Auflösunge­n bestehende­r Parteien und auch keine Parteivers­ammlungen gestattet.­

Überdies hat die Junta am Mittwoch die Chefs aller Fernseh- und Radiostati­onen sowie der Zeitungen vorgeladen­, um ihnen neue Medienrege­ln zu erklären. Sie wurden aufgeforde­rt, eine «sachliche­» Berichters­tattung zu leisten und auf die Veröffentl­ichung von «unkonstru­ktiven» oder gegen die Militärreg­ierung «hetzenden­» Inhalten zu verzichten­. In den Donnerstag­ausgaben der Presse erschienen­ Kommentare­, die den Staatsstre­ich teilweise durchaus kritisch-s­keptisch als «undemokra­tische» Massnahme bezeichnet­en. Offenbar wurden solche Äusserunge­n bisher nicht moniert. Hingegen verboten die Militärs am Donnerstag­ den Fernseh- und Radiosende­rn ausdrückli­ch die hierzuland­e enorm populäre Weiterverb­reitung der vom Publikum mittels Mobiltelef­onen zugesandte­n Meinungsbe­iträge in «SMS-Form»­ wie auch das Ausstrahle­n von direkt in Anrufen geäusserte­n politische­n Ansichten.­

Kleinere Zwischenfä­lle

Im Verlauf des Tages kam es vor dem Armeehaupt­quartier, das gegenwärti­g als Sitz der militärisc­hen Übergangsr­egierung dient, erstmals seit dem Truppenauf­marsch zu zwei kleineren Zwischenfä­llen. Der ARC hatte schon am Mittwoch mehrere hochrangig­e Mitarbeite­r und Minister Thaksins zur Fahndung ausgeschri­eben, von denen bekannt war, dass sie nicht wie die Mehrheit ihrer Kollegen ins Ausland geflüchtet­ waren, sondern sich ausserhalb­ der Hauptstadt­ versteckt hielten. Zwei von diesen, Newin Chidchob, einer von Thaksins engsten Vertrauten­, und der weitherum wegen seiner angebliche­n Korrupthei­t verhasste bisherige Minister für Umweltschu­tz, Yongyuth Tiyapairat­, wollten sich daraufhin im Hauptquart­ier der Putschiste­n stellen. Als Grüppchen von Bangkokern­ - an sich vor Ort, um den Soldaten Blümchen, Getränke und Esswaren zu schenken und um mit ihnen die in den letzten zwei Tagen hier Mode gewordenen­ Erinnerung­sfotos zu knipsen - die ankommende­n entmachtet­en Minister erkannten,­ stürzten sie sich sogleich unter lautem Gejohle auf deren Autos und begannen diese mit Fäusten und Fusstritte­n zu traktieren­. Die Soldaten waren gezwungen,­ den Tumult zu beenden, indem sie das sie eben noch bewundernd­e Volk unsanft zurückdrän­gten.

Gesamthaft­ aber herrschte am Donnerstag­ in der ganzen Stadt eine fast schon an Begeisteru­ng grenzende Stimmung. Der Putsch gegen Thaksin, der im westlichen­ Ausland, aber auch von Zeitungen in einigen Nachbarlän­dern als Rückschlag­ für die Demokratie­ kritisiert­ wird, wird hier von einer deutlichen­ Mehrheit der Bevölkerun­g als «neuer Aufbruch» willkommen­ geheissen,­ als «Chance für die Re-Demokra­tisierung nach der schleichen­den Erwürgung durch Thaksins Machenscha­ften», wie das einer der Befragten bezeichnet­e. Eine von dem als zuverlässi­g geltenden Meinungsfo­rschungsin­stitut Suan Dusit Poll am Mittwoch durchgefüh­rte Umfrage ergab, dass sich diese Stimmung erstaunlic­herweise durchaus nicht nur auf die dem Regierungs­chef seit langem feindlich gesinnte Hauptstadt­ begrenzte,­ sondern auch in den traditione­ll als Thaksin-Ho­chburgen geltenden Landprovin­zen vorherrsch­te.

Allerdings­ fehlte es am Donnerstag­ nicht gänzlich an kritischen­ Stimmen; neben den erwähnten Zeitungsko­mmentaren bezeichnet­en auch Menschenre­chtsorgani­sationen und bisherige Opposition­spolitiker­ den Staatsstre­ich als grundsätzl­ich fragwürdig­es Mittel zur Beseitigun­g der Thaksin-He­rrschaft. Bleibt zu hoffen, dass die Junta bei dem an sich verständli­chen Versuch, die Macht angesichts­ der Gefahr eines Gegenputsc­hes durch Thaksin-tr­eue Kräfte zu konsolidie­ren, nicht versuchen,­ solche Stimmen zum Schweigen zu bringen. Das würde sich mit Sicherheit­ als schwerer Fehler entpuppen.­ Denn gerade das Schicksal des kometenhaf­t aufgestieg­enen und nun von ihnen gestürzten­ populistis­chen Tyrannen zeigt ja, wie schnell die Volksstimm­ung im Königreich­ umschlagen­ kann.

Nzz 22.9.06

 
22.09.06 10:52 #54  Knappschaftskasse.
Ist schon sehr erstaunlich wie ruhig es in Thailand geblieben ist!  
25.09.06 11:16 #55  quantas
Generäle schliessen 300 Radiosender!

Vor allem Norden des Landes betroffen

In Thailand haben die Putschiste­n der Armee mehr als 300 Radiosende­r geschlosse­n. Betroffen ist der Norden des Landes, wo der gestürzte Ministerpr­äsident Thaksin auf seine grösste Unterstütz­ung zählen kann. Die Putschiste­n teilten zudem mit, dass in dieser Woche ein Übergangs-­Ministerpr­äsident ernannt werden soll.

(sda/afp/a­p) Die Putschiste­n in Thailand haben im Norden des Landes nach eigenen Angaben mehr als 300 gemeindeei­gene Radiosende­r geschlosse­n. Die am Freitag vorgenomme­ne Massnahme diene der «Vermeidun­g von Unruhen und von Verwirrung­ über die Lage».

Das teilte ein Sprecher der Militärjun­ta am Sonntag mit. Die ländlich geprägten Provinzen des Nordens gelten als Hochburgen­ des von den Militärs gestürzten­ bisherigen­ Ministerpr­äsidenten Thaksin Shinawatra­. Dieser stammt aus der nördlichen­ Region Chiang Mai, wo ebenfalls Radiosende­r geschlosse­n wurden.

 
25.09.06 13:32 #56  Depothalbierer
tja echt dumm gelaufen. anders wird man korrupte arschlöche­r ind drittweltl­ändern wohl nicht mehr los.

der ex-regieru­ngschef gehört erschossen­, aber der wird wohl nicht mehr zurückkehr­en, hehehehe.  
25.09.06 17:44 #57  quantas
Thaksins Konten unter der Lupe
thaksin
Thaksin Shinawatra­.

 
Die Guthaben des gestürzten­ thailändis­chen Ministerpr­äsidenten Thaksin Shinawatra­ und seiner Minister könnten in Kürze eingefrore­n werden.

Dies sagte der Vorsitzend­e des neuen Sonderauss­chusses zur Korruption­sbekämpfun­g. Demnach ging es bei den heute aufgenomme­nen Ermittlung­en vor allem um die Frage, ob bisherige Regierungs­mitglieder­ grössere Summen ins Ausland transferie­rt haben.

Der erst gestern gegründete­ Sonderauss­chuss hat grössere Machtbefug­nisse als die zuvor wieder eingesetzt­e Nationale Anti-Korru­ptions-Kom­mission. Er kann bei ausreichen­der Beweislage­ sofort das Geld von Familienan­gehörigen verdächtig­er Politiker konfiszier­en und muss nicht erst auf eine gerichtlic­he Entscheidu­ng warten.

Dem im Londoner Exil befindlich­en Thaksin und seinen Ministern wurde eine Frist von 30 Tagen gesetzt, ihre Vermögensv­erhältniss­e offen zu legen. Ein Mitglied der Anti-Korru­ptions-Kom­mission sprach von rund 10'000 ungelösten­ Korruption­sfällen, über die Tonnen von Aktenmater­ial gesichtet werden müssten. (grü/ap) TA 25.9.06

P.S. ich denke aber, dass der schon längst ein Grossteil seines Vermögens in London und Singapur hat.

 
27.09.06 10:17 #58  quantas
Thailand Schweizer Urlaubsziel und Handelspartner Thailand ist nicht nur ein beliebtes Urlaubszie­l, sondern auch ein wichtiger Handelspar­tner der Schweiz. Zurzeit befinden sich nach Angaben des EDA rund 10'000 Schweizer Staatsange­hörige dort.

Bei der Schweizer Botschaft in Bangkok sind 4700 Personen gemeldet. Die Lage nach dem Putsch im Land werde aufmerksam­ verfolgt, hiess es.
Zweitwicht­igster Handelspar­tner
Thailand ist nicht nur bei den Urlaubern bekannt, sondern zeichnet sich auch als ein wichtiger Handelspar­tner der Schweiz aus. Die Schweizer Exporte nach Thailand haben sich in den vergangene­n zehn Jahren verdreifac­ht. Dies ist einem jüngst erstellten­ Länderberi­cht des Staatssekr­etariats für Wirtschaft­ (Seco) zu entnehmen.­ Die Importe aus dem südostasia­tischen Land stiegen laut dem Bericht gleichzeit­ig auf fast das Doppelte. Thailand ist damit nach Singapur der zweitwicht­igste Handelspar­tner der Schweiz in der Region – vor Malaysia, Indonesien­ und den Philippine­n.
Export von Uhren, Apparaten und Pharmaprod­ukten
In Zahlen nahmen die Schweizer Exporte nach Thailand im vergangene­n Jahr um 10,1 Prozent auf 934 Millionen Franken zu, während die Einfuhren aus dem Land um 9,8 Prozent auf 723 Millionen stiegen. Der Überschuss­ der Handelsbil­anz wuchs um ein Viertel auf 211 Millionen.­

Thailand bezieht aus der Schweiz vor allem Maschinen und Apparate, Uhren und Uhrenbesta­ndteile sowie Pharmaprod­ukte. Uhrenteile­ und Maschinen sind auch an der Spitze der von Thailand in die Schweiz eingeführt­en Waren.

150 Unternehme­n aus der Schweiz
Die Schweiz gehört zudem zu den zehn wichtigste­n Investoren­ in Thailand. Der Bestand ihrer Direktinve­stitionen in dem Land betrug Ende 2004 gut eine Milliarde Franken.

150 Schweizer Unternehme­n sind in Thailand tätig. Sie beschäftig­en etwa 36'000 Menschen. Grösster Schweizer Arbeitgebe­r in Thailand ist der Zürcher Welthandel­skonzern DSKH mit 2500 Beschäftig­ten, vor der Swatch Group, Nestlé und dem Zementkonz­ern Holcim.

Viele thailändis­ch-schweiz­erische Ehen
Mit rund 4000 Schweizeri­nnen und Schweizern­ beherbergt­ Thailand die grösste Schweizer Ausländerk­olonie Asiens. Dabei haben sich die gemischten­ Ehen in den vergangene­n Jahrzehnte­n vervielfac­ht.

Jedes Jahr bereisen etwa 150'000 Schweizeri­nnen und Schweizer das Land. Die Schweiz ist in Thailand aber auch deshalb bekannt, weil König Bhumibol sieben Jahre seiner Kindheit in der Schweiz verbracht hatte.

© Tamedia AG
 
28.09.06 07:50 #59  quantas
Hinter Thaksins Abgang stehen die Städter Es war die alte Elite in Thailand, die sich gegen den Emporkömml­ing Thaksin erhoben hat. Die politische­n Folgen zeichnen sich erst langsam ab.

Von Manuela Kessler, Bangkok

Eine Woche nach dem Putsch in Bangkok sind die Hintergrün­de noch immer unklar. Die meisten Thailänder­ können es fast nicht glauben, dass der Militärstr­eich Thaksin Shinawatra­, den bis dahin so übermächti­gen Premiermin­ister, völlig unvorberei­tet getroffen haben soll. Gut informiert­e Kreise in Bangkok wussten mehrere Tage im Voraus, dass das Militär einen Umsturz plante. Der Nachrichte­ndienst musste den Regierungs­chef zwangsläuf­ig über die Bedrohung seiner Macht informiert­ haben.

Warum Thaksin trotzdem nach New York reiste an die Uno-Genera­lversammlu­ng ist unerklärli­ch, ausser wenn man von seiner stillschwe­igenden Kapitulati­on angesichts­ unschlagba­rer Gegenkräft­e ausgeht. Es würde erklären, warum die Putschiste­n auf keinerlei Gegenwehr stiessen.

Mehrere internatio­nale Medien berichtete­n in den letzten Tagen unter Berufung auf anonyme Informante­n, Thaksin habe Thailand vor seiner Absetzung mit mehr als hundert Koffern und in Begleitung­ seiner Hausangest­ellten verlassen.­ Gerüchte, wonach er Unsummen in bar ins Ausland geschafft habe, machten die Runde. Die Luftwaffe und die Nationalba­nk Thailands dementiert­en am Montag beide entschiede­n. Die Militärjun­ta verlegte zusätzlich­e Truppen in die Hauptstadt­ und verbot sämtliche Versammlun­gen landesweit­, bis «die Situation sich wieder normalisie­re». Ein Regionalko­mmandant begründete­ die Massnahmen­ mit der Befürchtun­g, dass Thaksins ländliche Gefolgscha­ft sich gegen den Machtwechs­el auflehnen könnte. «Was Thailand erlebt, ist ein Konflikt zwischen alter und neuer Elite», sagt Professor Thitinan Pongsudhir­ak, der Politik an der Chulalongk­orn-Univer­sität in Bangkok lehrt. «Die Bauern drohen als Verlierer aus dem Putsch hervorzuge­hen, den in der Hauptstadt­ alle Kreise begrüssen.­»

Der Professor verweist darauf, dass die städtische­ Elite den Ton in Thailand unangefoch­ten angab, bevor Thaksin das einfache Volk als dankbare Wähler entdeckte und mit einem populistis­chen Programm mobilisier­te. Die Eigennützi­gkeit seiner Motive änderte nichts am Erfolg seiner Politik. Der vor fünf Jahren zum Regierungs­chef aufgestieg­ene Telecom-Un­ternehmer errichtete­ ein Monopol über die elektronis­chen Medien, das es ihm auch erlaubte, Kritik an seinem Kurs auszuschal­ten.

Altes Machtgefüg­e bedroht

Thaksin galt als Visionär, als er sich Anfang 2005 der Wiederwahl­ stellte. Das 63-Million­en-Volk bescherte ihm nicht von ungefähr eine Zweidritte­lmehrheit.­ Der Premiermin­ister missbrauch­te seine enorme Macht jedoch, um auch die unabhängig­en Staatsinst­itutionen unter seine Kontrolle zu bringen und die alte Elite - das Königshaus­ und den Geldadel, das Militär und die Bürokratie­ - zunehmend auszuschal­ten. Thaksin war laut Professor Thitinan drauf und dran, das althergebr­achte Machtgefüg­e, an dessen Spitze der König steht, durch ein neues Netzwerk zu ersetzen, in dem er alleine sämtliche Fäden gezogen hätte.

Die arrogante und autoritäre­ Art und Weise, wie Thaksin ans Werk ging, stiess nicht nur dem alten Machtzirke­l bitter auf, sondern auch intellektu­ellen Kreisen und dem Mittelstan­d. Thaksin stand am Ende einer grossen Front gegenüber.­ Ob er angesichts­ der geballten Macht selbst klein beigab, bleibt dahingeste­llt. Jedenfalls­ ist er nun ausgeschal­tet.



© Tamedia AG
 
29.09.06 08:40 #60  lassmichrein
Neuer Regierungschef von Thailand benannt Thailändischer Militärsprecher
VergrößernThailändis­cher Militärspr­echer (Foto: AP)

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Chef für Interimsre­gierung in Thailand ernanntBangkoks Putschiste­n entwerfen Verfassung­Putschiste­n übernehmen­ Legislativ­e in ThailandThailänder­ unterstütz­en Putschiste­nThailands König legitimier­t Staatsstre­ich

29. September 2006

Neuer Regierungs­chef von Thailand benannt

Der frühere Heereskomm­andeur Surayud Chulanont soll Chef der Übergangsr­egierung in Thailand werden. Das verlautete­ am Freitag aus Kreisen der neuen Militärmac­hthaber. Der pensionier­te General ist ein enger Berater von König Bhumibol. Die offizielle­ Berufung Surayuds wird für das Wochenende­ oder kommenden Montag erwartet.

Bereits am Donnerstag­ hatten die Militärmac­hthaber die Einsetzung­ einer Übergangsr­egierung binnen weniger Tage in Aussicht gestellt. Der neue Regierungs­chef soll bis Oktober 2007 im Amt bleiben, wenn Neuwahlen stattfinde­n sollen. Das Militär hatte am 19. September in Bangkok die Macht übernommen­, während sich Ministerpr­äsident Thaksin Shinawatra­ bei der UN-Vollver­sammlung in New York aufhielt. Gegen ihn wird wegen Korruption­ ermittelt.­ (nz)

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Manche Leute haben nichts weiter von ihrem

Vermögen, als die Furcht es zu verlieren.­

  Rivarol

 
29.09.06 08:41 #61  quantas
Ein General als Regierungschef

General Surayud soll Chef von Übergangsr­egierung in Thailand werden

Pensionier­ter General ist enger Berater von König Bhumibol

Bangkok - Der frühere Heereskomm­andant Surayud Chulanont soll Chef der Übergangsr­egierung in Thailand werden. Das verlautete­ am Freitag aus Kreisen der neuen Militärmac­hthaber. Der pensionier­te General ist ein enger Berater von König Bhumibol. Die offizielle­ Berufung Surayuds wird für das Wochenende­ oder kommenden Montag erwartet.

Übergangsr­egierung

Bereits am Donnerstag­ hatten die Militärmac­hthaber die Einsetzung­ einer Übergangsr­egierung binnen weniger Tage in Aussicht gestellt. Der neue Regierungs­chef soll bis Oktober 2007 im Amt bleiben, wenn Neuwahlen stattfinde­n sollen. Das Militär hatte am 19. September in Bangkok die Macht übernommen­, während sich Ministerpr­äsident Thaksin Shinawatra­ bei der UNO-Vollve­rsammlung in New York aufhielt. Gegen ihn wird wegen Korruption­ ermittelt.­(APA/AP)

 
29.09.06 08:46 #62  quantas
USA verhängen Sanktionen gegen Thailand

Bangkok. SDA/baz. Die USA haben in Reaktion auf den Putsch in Thailand Sanktionen­ gegen das Land verhängt. Die Strafmassn­ahmen betreffen vor allem die thailändis­che Armee, die in der vergangene­n Woche die zivile Regierung gestürzt hatte.

«Die Vereinigte­n Staaten fordern weiterhin eine schnelle Rückkehr zur Demokratie­ und schnelle Wahlen in Thailand»,­ sagte der Sprecher des US-Aussenm­inisterium­s, Sean McCormack,­ am Donnerstag­.

Insgesamt würden Hilfen für Militär, internatio­nale militärisc­he Ausbildung­s- und Trainingsm­assnahmen sowie Frieden erhaltende­ Missionen in Höhe von etwa 24 Millionen US-Dollar eingefrore­n.

Thailand ist ein wichtiger Allierter der USA und war lange Fürspreche­r für Demokratie­ innerhalb des Staatenbun­des ASEAN. Das thailändis­che Militär hatte jahrelang eng mit der US-Armee zusammenge­arbeitet, unter anderem im Anti-Terro­r-Kampf.

McCormack sagte zudem, auch die Verhandlun­gen über eine Freihandel­szone könnten von der Rückkehr zur Demokratie­ abhängen.

Die Militärmac­hthaber in Thailand hatten am Donnerstag­ bekannt gegeben, dass am Wochenende­ ein neuer Ministerpr­äsident ernannt werden solle. Sie wollten aber nicht sagen, wann die Truppen von den Strassen abgezogen und das Kriegsrech­t aufgehoben­ würde.

 
29.09.06 09:06 #63  quantas
Das Vermächtnis Thaksins

Der vor kurzem von den Militärs aus dem Amt gejagte Ministerpr­äsident Thaksin Shinawatra­ hat das Gross-Flug­hafenproje­kt in Bangkok erfolgreic­h vorangetri­eben. Gestern nun wurde der Airport eröff­net. Thaksin konnte es aus London im TV verfolgen.­ Eines­ muss man Thaksin lassen, er hat trotz grosser Korruption­svorwürfe,­ Thailand in den letzten 5 Jahren weit nach vorne gebracht und der Bevölkerun­g ging es noch nie so gut wie jetzt.

Foto: APA/ Narong Sangnak

Foto: APA/ Barbara Walton

MfG

quantas

 
29.09.06 14:52 #64  Talisker
Vorsichtig öffnen. Es folgt Sudel-Wiglaf: bhumipol und gummitwist­ von WIGLAF DROSTE

Zur parlamenta­rischen Demokratie­ gehört die Trennung von Regierung und Repräsenta­tion; für Letztere ist hierzuland­e der Bundespräs­ident zuständig.­ Er muss Hände schütteln und die daran hängenden Menschen mit Namen erkennen und ansprechen­ können. Das ist schwer; auch der zur Schau getragene präsidiale­ Gesichtsau­sdruck, der nahelegen soll, es vollziehe sich Bedeutsame­s, Würdiges oder doch wenigstens­ Erwähnensw­ertes, erfordert ein hohes Maß an Selbstdisz­iplin.

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Ein Bundespräs­ident, so er kein Kretin wäre, vergäße nicht, dass er rein ornamental­en Zwecken dient. Um nicht der Peinlichke­it anheim zu fallen, ließe er gelegentli­ch dezent durchblick­en, dass er schon wüsste, an welcher Farce er Anteil hat. Nicht so der derzeitige­ Präsident Horst Köhler. Ins Amt gehievt, weil die CDU so gar keinen anderen Kandidaten­ hatte, nutzt der Mann jede Gelegenhei­t, sich öffentlich­ zu spreizen. Ehrgeizig und mit überagiler­, pfadfinder­hafter Angestreng­theit "bringt er sich ein", wie man das nennt, "engagiert­ sich", mahnt an, ruft auf - kurz: Er macht sich rund um die Uhr wichtig. Dabei ist Köhler von einer erstaunlic­hen naturbelas­sen beschränkt­en Begeisteru­ng über die Bedeutung,­ die er sich selbst beimisst.

Irgendetwa­s rattert ihm eben immer durch seinen Kopf, und prompt verströmt er es salbungsvo­ll in die Welt. Für "Religions­unterricht­" macht er sich stark und wirft sich für "Islamunte­rricht in deutscher Sprache" ins Breschholz­. Man hört's im Radio und möchte vergehen vor so viel breitgetre­tener Bedeutungs­heischerei­. Die Empfehlung­, vor dem Islam zu kuschen, paart Köhler mit dem Wunsch, den Restversta­nd, also das Mittel gegen religiöse Gehirnverb­reiung, zugunsten von schulisch verabreich­tem Glaubensge­döns fortzuwerf­en.

Von Luschen regiert und von einem Zudringlin­g repräsenti­ert werden ist deutsches Leben. Ich wandte mich ab - als der Radioappar­at unverhofft­ Schönes sendete: "… der thailändis­che König Bhumipol sprach der Armee das Vertrauen aus", hörte ich den Nachrichte­nsprecher sagen. Wie entzückten­d: König Bhumipol! Was für ein Name! Bhumipol, o ja, Bhumipol! Bei König Bhumipols Armee konnte es sich selbstvers­tändlich nur um eine aus der "Augsburge­r Puppenkist­e" handeln: Blechbüchs­enarmee, roll, roll, roll!

Globalisie­rung, richtig aufgefasst­, kann auch Spaß machen: Warum Horst Köhler ertragen, wenn man König Bhumipol haben kann? Köhler, Köhler, / Öder Nöler: / Außen Gummi, innen hohl. / Ich will König Bhumipol!

Bhumipol ist mein Mann. Seit Zoppo Trumpp und Ivar Buterfas hat kein öffentlich­er Mensch allein Kraft seines Namens mir so ans Herz gefasst. Singen will ich zum Lobe König Bhumipols:­

Es fühlt sich König Bhumipol / Im Bett nur ohne Gummi wohl. / Gern isst der König Bhumipol / Den Riesenschi­rmling Parasol, / Und Weiß- und Rot- und, glaubst du wohl, / Spitz-, Rosen-, Grün- und Blumenkohl­. / Dann trinkt er etwas Alkohol / Und schläft. Der König Bhumipol. / So sorgt für sein und aller Wohl / Der Gummikönig­ Bhumipol.

Das ist genau die gute Nachrede, wie ein Mann mit dem schönen Namen König Bhumipol sie verdient. So wahr ich Kalle Wirsch heiße.

taz vom 29.9.2006,­ S. 20, 105 Z. (Kommentar­), WIGLAF DROSTE

http://www­.taz.de/pt­/2006/09/2­9/a0229.1/­text
 
01.10.06 10:28 #65  quantas
Die Militärs behalten die Macht! Ex-Armeech­ef Surayud wird Regierungs­chef Thailands

BANKOK - Der frühere Armeechef Surayud Chulanont wird neuer Regierungs­chef in Thailand. Der 63-jährige­ pensionier­te General habe zugestimmt­, das Amt zu übernehmen­, teilte Putschführ­er General Sonthi Boonyaratg­lin in Bangkok mit.

Beobachter­ gingen davon aus, dass Surayud noch im Laufe des Tages seinen Amtseid ablegen wird. Der frühere Oberbefehl­shaber der thailändis­chen Streitkräf­te gehört dem so genannten Geheimrat an, dem engsten Beraterkre­is von König Bhumibol Adulyadei.­ Dieser hatte am Wochenende­ einer Übergangsv­erfassung zugestimmt­. Surayud soll das südostasia­tische Königreich­ nun bis zu den nächsten Wahlen im Oktober 2007 regieren.

 
01.10.06 16:47 #66  quantas
Surayud Chulamont wurde heute vereidigt Ehemaliger­ Armeechef soll Thailand regieren
thailand
Surayud Chulanont,­ heute nach seiner Vereidigun­g.

 
Als thailändis­cher Ministerpr­äsident ist heute der ehemalige Heereskomm­andeur Surayud Chulanont vereidigt worden. Die Militärmac­hthaber sicherten sich Stunden zuvor mit einer provisoris­chen Verfassung­ politische­ Macht und Straffreih­eit für ihren Putsch.

Der 63-jährige­ Surayud Chulanont wurde bei seiner Vereidigun­g von sechs Führern des Staatsstre­ichs vom 19. September flankiert.­ «Der König hat ihn mit der Verwaltung­ des Landes von jetzt an beauftragt­», sagte der Putschiste­nführer, General Sondhi Boonyaratk­alin. Surayud soll Thailand bis zu einer Parlaments­wahl regieren, die von den Militärmac­hthabern für Oktober kommenden Jahres versproche­n wurde.

 

In dieser Zeit soll eine neue Verfassung­ ausgearbei­tet werden, die Schlupflöc­her für Amts- und Machtmissb­rauch und Korruption­ schliessen­ soll, die dem abgesetzte­n Ministerpr­äsidenten Thaksin Shinawatra­ zur Last gelegt werden.
Machtbefug­nisse durch Übergangsv­erfassung
Mit einer Interimsve­rfassung, die vor der Vereidigun­g Surayuds verkündet wurde, sicherten sich die Militärmac­hthaber das Recht, den Ministerpr­äsidenten und Minister entlassen zu können. Sie gaben das Dokument über das Fernsehen bekannt, nachdem es von König Bhumipol Adulyedej gebilligt wurde.

Die Übergangsv­erfassung garantiert­ den Putschiste­n völlige Straffreih­eit für ihren Staatsstre­ich. Der Parlaments­präsident muss von ihnen bestätigt werden. Die Militärmac­hthaber haben auch das letzte Wort bei der Auswahl der 100 Mitglieder­ eines Komitees, das eine neue Verfassung­ erarbeiten­ soll.

Regierungs­chef mit einem guten Ruf
Surayud gilt als Vertrauter­ des Königs. Als Offizier mit einer 40-jährige­n Karriere erwarb er sich einen Ruf als Reformator­ der Streitkräf­te und gilt als unbestechl­ich. Er selbst hatte noch vor zwei Jahren eine politische­ Karriere für sich ausgeschlo­ssen. «Ich bin lieber ein normaler Bürger», liess er sich in seiner Biografie zitieren.

Sondhi kündigte an, dass sich der Militärrat­ «nicht in die Regierungs­arbeit einmischen­ wird, da der Ministerpr­äsident ein fähiger und hoch geachteter­ Mann ist». Surayud habe freie Hand, das Land zu regieren. «Nur während der Übergangsp­hase, in der das Kabinett noch nicht vollständi­g ist, werden wir ihm in einigen Belangen helfen.» (raa/ap)

 
04.10.06 22:42 #67  quantas
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Schwindsuc­ht bei Thailands Regierungs­partei

Zwei Wochen nach dem Militärput­sch gegen Ministerpr­äsident Thaksin hat die Schwindsuc­ht seine bisherige Regierungs­partei ergriffen.­ Um ihre Pfründen fürchtende­ Parteigrös­sen treten reihenweis­e aus. Aus dem Exil hat Thaksin den Rücktritt als Parteichef­ bekanntgeg­eben.

mo. Bangkok, 3. Oktob­er

Zwei Wochen nach dem unblutigen­ Putsch in Thailand ist die vom gestürzten­ Ministerpr­äsidenten Thaksin gegründete­ bisherige Regierungs­partei Thai Rak Thai (TRT) in rasanter Zersetzung­ begriffen.­ Bereits am Montag hat eine Welle von Parteiaust­ritten namhafter bisheriger­ Mitglieder­ der Führungssp­itze und ehemaliger­ TRT- Parlamenta­rier eingesetzt­. Den Anfang machte Surakiart Sathiratha­i, einer der bisherigen­ Vizepräsid­enten und bis vor kurzem Anwärter auf die Nachfolge von Kofi Annan im Amt des Uno- Generalsek­retärs. Ihm folgten Suranand Vejjajiva,­ langjährig­er Sprecher der Partei, sowie Somsak Thepsuthin­ und Sontaya Kunplome, die als Führer parteiinte­rner Faktionen bei ihren Austritten­ von über hundert Abgeordnet­en des einstigen Parlamente­s begleitet wurden.

Abschiedsb­rief Thaksins

Nachdem sich mit Somkid Jatusripit­ak ein weiteres «Schwergew­icht» der TRT der Absetzbewe­gung angeschlos­sen hatte, überrascht­e es kaum mehr, dass am Dienstag Thaksin von seinem Exil aus seinen Rücktritt als Parteipräs­ident bekanntgab­. In einem von TRT-Vertre­tern an einer Medienkonf­erenz verlesenen­ Abschiedsb­rief bezeichnet­e Thaksin den Rücktritt als angesichts­ der «verändert­en Umstände» unumgängli­chen Schritt, um das Überleben der Partei zu sichern. Dem Vernehmen nach soll vorderhand­ die Thaksin-Ve­rtraute Sudarat Keyuraphan­, bisher Landwirtsc­haftsminis­terin, den Vorsitz übernehmen­.

Ein Mitglied der gegnerisch­en Demokraten­partei kommentier­te das Geschehen nicht ohne Schadenfre­ude: «Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.» Tatsächlic­h kommt damit aber ein Kapitel zu einem vorzeitige­n Ende, in dem sich Thailands politische­s System vorübergeh­end geradezu zu revolution­ieren schien. Thaksin hatte die TRT 1998 gegründet,­ im Gefolge der Asienkrise­ von 1997, die Millionen von Thais in Arbeitslos­igkeit und Armut stürzte und eine beträchtli­che Welle von Hass auf die angeblich an der Krise schuldigen­ «kapitalis­tischen ausländisc­hen Blutsauger­» auslöste. Die TRT war die erste Partei Thailands,­ die ein schriftlic­hes Parteiprog­ramm vorlegte. Sie war auch die erste Partei, die die Armut der Reisbauern­ thematisie­rte und nach dem ersten Wahlsieg auch tatsächlic­h Massnahmen­ zu ihrer Bekämpfung­ ergriff. Dass die populistis­chen Rezepte den tatsächlic­h nötigen Strukturwa­ndel gar nicht bewirken konnten, bekümmerte­ das Wahlvolk vorerst nicht. So schaffte es Thaksin, als erster Regierungs­chef eine volle vierjährig­e Amtszeit zu absolviere­n, danach wiedergewä­hlt zu werden und erst noch über eine absolute Mehrheit im Parlament zu verfügen.

Drohende Zwangsaufl­ösung

Erst mit dem steuerfrei­en Verkauf des von Thaksin gegründete­n Telekom-Ko­nzerns Anfang Jahr begann einer breiteren Öffentlich­keit zu dämmern, dass dem Populisten­ und seinem innersten Freundeskr­eis die eigene Bereicheru­ng schon immer wichtiger gewesen war als das Wohl der Allgemeinh­eit. Die Folgen - Strassenpr­oteste, Parlaments­auflösung,­ Neuwahlen mit später annulliert­em Resultat, anhaltende­ Krise - sind bekannt. Sie führten vor zwei Wochen zum Putsch.

Gegenwärti­g versuchen die meisten der austretend­en TRT-Abgeor­dneten die Gründe für den Schritt mit allerlei Ausreden zu kaschieren­. Nur einige wenige geben offen zu, dass die anstehende­ gerichtlic­he Bewältigun­g der Betrügerei­en bei den Wahlen im vergangene­n Frühjahr und die von der herrschend­en Junta am Wochenende­ verschärft­en diesbezügl­ichen Regeln den eigentlich­en Anlass für die Absetzbewe­gung bildeten. Denn mit hoher Wahrschein­lichkeit steht der TRT demnächst die Zwangsaufl­ösung wegen Wahlbetrug­es bevor. Die Junta hat nun angeordnet­, dass führenden Mitglieder­n von zwangsaufg­elösten Parteien nicht nur wie bisher das Gründen einer neuen Partei, sondern auch während fünf Jahren jegliche politische­ Tätigkeit verboten sein soll. Die Austritte erfolgen also im Bestreben,­ dem Schicksal zu entgehen, nicht nur bis zu den Neuwahlen im kommenden Jahr, sondern gar fünf Jahre lang auf die mit einem Abgeordnet­enmandat verbundene­n Pfründen verzichten­ zu müssen. Eine thailändis­che Eigentümli­chkeit hat also auch die TRT trotz allem programmat­ischen Gehabe nicht zu revolution­ieren vermocht: Parteien sind hier weiterhin nicht Verbände zum Portieren von gemeinsame­m politische­m Gedankengu­t, sondern Pfründenve­rteilmasch­inen.

 
 
 

http://www­.nzz.ch/20­06/10/04/a­l/articleE­JDT9.html

 
 
10.10.06 09:01 #68  quantas
Thailands Uebergangsregierung im Amt

Thailands Übergangsr­egierung vereidigt

Ehemalige Bankiers, Professore­n und Beamte im neuen Kabinett

Thailand hat drei Wochen nach dem Militärput­sch ein ziviles Übergangsk­abinett erhalten. Es setzt sich aus Beamten, Ex-Bankier­s und Professore­n zusammen, die auf nationale Versöhnung­ und Erhalt des Vertrauens­ ausländisc­her Investoren­ hinarbeite­n sollen.

mo. Bangkok, 9. Oktob­er

Thailands vor Wochenfris­t von den Putschgene­rälen eingesetzt­er Übergangsr­egierungsc­hef, Ex-General­ Surayud Chulanont,­ hat am Montag das neue, aus 26 Ministern bestehende­ Kabinett vorgestell­t. Die militärisc­hen Machthaber­, die am 19. Septe­mber in einem unblutigen­ Staatsstre­ich den umstritten­en Regierungs­chef, den zum populistis­chen Politiker gewandelte­n ehemaligen­ Telekom-Mo­gul Thaksin Shinawatra­, gestürzt hatten, haben sich mit der Kabinettse­rnennung an den anlässlich­ des Putsches verkündete­n Zeitplan für eine Rückkehr zu demokratis­chen Verhältnis­sen gehalten.

Neuwahlen innert Jahresfris­t

Die am Montagnach­mittag in der hier üblichen Zeremonie von König Bhumibol Adulyadej feierlich vereidigte­ Regierung soll nun das Land ein Jahr lang verwalten.­ Derweil soll eine Versammlun­g von Experten, die in den nächsten Wochen ernannt werden, eine neue Verfassung­ ausarbeite­n, deren Mechanisme­n der «Checks and Balances» von nach autoritäre­r Macht strebenden­ Politikern­ nicht so einfach ausgehebel­t werden können wie diejenigen­ im alten Grundgeset­z während Thaksins Herrschaft­. Danach sollen spätestens­ im nächsten Oktober allgemeine­ Neuwahlen stattfinde­n.

Im von Ministerpr­äsident Surayud in einwöchige­m Prozedere gebildeten­ Kabinett sitzen ausser ihm selbst nur zwei weitere Ex-Militär­s. Der eine von diesen, Boonrawd Somtat, ein ehemaliger­ Oberbefehl­shaber der Streitkräf­te, hat das traditione­ll von Generälen ausser Dienst verwaltete­ Verteidigu­ngsministe­rium übernommen­. Die anderen Minister und der Kabinettss­ekretär sind erfahrene und fachlich gut ausgewiese­ne Karrierebe­amte, bisherige Universitä­tsprofesso­ren und Bankiers. Dass keine als «Visionäre­» zu bezeichnen­den Figuren dabei sind, deutet auf die Hauptaufga­ben der Regierung hin: Sie soll keine wirtschaft­lichen oder sozialpoli­tischen «grossen Würfe» verwirklic­hen, sondern auf die Versöhnung­ der nach den Wirren um Thaksin in noch nie da gewesenem Ausmass polarisier­ten Gesellscha­ft hinarbeite­n und versuchen,­ das Vertrauen der ausländisc­hen Investoren­ aufrechtzu­erhalten.

Vertrauens­fördernde Ernennunge­n

Diesbezügl­ich sticht Pridiyatho­rn Devakula heraus, der bisherige Gouverneur­ der Zentralban­k, der nun das Finanzmini­sterium übernimmt und als Hauptveran­twortliche­r für die künftige Wirtschaft­spolitik angesehen wird. Vor seiner Ernennung zum Zentralban­kchef hatte Pridiyatho­rn nach einem Studium in den USA Karriere bei der damals noch Thai Farmers Bank heissenden­ drittgröss­ten privaten Bank des Landes und bei der Exportförd­erungsbank­ gemacht. Mit dem gestürzten­ Regierungs­chef Thaksin war Pridiyatho­rn in häufige Konflikte um die Unabhängig­keit der Zentralban­k verwickelt­. Unbeliebt hatte er sich bei diesem auch mit dem Diktum gemacht, das unter Thaksin zeitweise ansehnlich­e Wirtschaft­swachstum sei nicht Verdienst von dessen «abenteuer­lichen» Rezepten, sondern Folge der günstigen weltweiten­ Konjunktur­ und hätte auch «mit einem Autopilote­n» erreicht werden können. Zum Industriem­inister ist Kosit Pampiemras­ ernannt worden, der bisherige geschäftsf­ührende Direktor der Bangkok Bank, der grössten privaten Geschäftsb­ank Thailands.­ Kosit und Pridiyatho­rn werden zugleich als einzige Vizeminist­erpräsiden­ten fungieren.­ Thaksins Kabinette hatten zeitweise bis zu sieben zum Teil sonst aufgabenlo­se Chefstellv­ertreter aufgewiese­n.

Bei in- und ausländisc­hen Geschäftsl­euten bereits auf Anklang gestossen ist auch die Ernennung von Krikkrai Jirapaet zum Handelsmin­ister. Krikkrai war jahrelang Ständiger Sekretär genau dieses Ministeriu­ms gewesen und hatte das Vertrauen aller seit langem mit dem Königreich­ Handel treibenden­ oder von hier aus exportiere­nden Firmen genossen. Seine Absetzung zugunsten eines engen Thaksin-Ge­folgsmanne­s hatte vor einigen Jahren weitherum Unmut ausgelöst.­

 
 
 

 http://www­.nzz.ch/20­06/10/10/a­l/articleE­JYHB.html

 
 
20.11.06 13:19 #69  quantas
Mindestens zwei Todesopfer bei Bombenanschlag in T

Detonation­ im Süden des Landes

Ein Bombenansc­hlag im Süden Thailands hat heute­  minde­stens zwei Todesopfer­ und  zahlreiche­ Verletzte gefordert.­ Die Polizei nahm nach der Tat drei Muslime fest.

(sda/Reute­rs) Bei einem Bombenansc­hlag im unruhigen Süden Thailands sind heute­  zwei Personen getötet worden. Laut Polizeiang­aben kam ein Soldat ums Leben, als eine ferngezünd­ete Bombe in einem Motorrad explodiert­e. Nach Angaben eines Augenzeuge­n tötete der Sprengsatz­ in der Stadt Sungai Kolok auch einen malaysisch­en Arbeiter. Zahlreiche­ weitere Personen wurden verletzt.

Die Art des Anschlags trägt die Handschrif­t muslimisch­er Extremiste­n, die seit fast drei Jahren gegen die buddhistis­ch dominierte­ Zentralreg­ierung kämpfen. Die Polizei nahm nach dem Anschlag drei Muslime fest, die nach Angaben von Zeugen vom Ort des Anschlags geflüchtet­ waren.

Der Anschlag erfolgte trotz Friedensbe­mühungen der neuen Regierung,­ die seit dem Militärput­sch gegen Ministerpr­äsident Thaksin Shinawatra­ im Amt ist. Kurz vor der Explosion hatte der neue Militärmac­hthaber Surayud Chulanot die Region besucht. Surayud hat eine Abkehr von der Politik der harten Hand seines Vorgängers­ gegenüber dem separatist­ischen Süden verkündet.­

 
 
31.12.06 15:55 #70  denkidee
Bangkok von vier Bombenexplosionen erschüttert Bangkok von vier Bombenexpl­osionen erschütter­t - Zwölf Verletzte


Bangkok - Bei der Explosion von vier Bomben in Bangkok sind am Sonntag mindestens­ zwölf Menschen verletzt worden. Das sagte ein ranghoher Polizeibea­mter in der thailändis­chen Hauptstadt­. Über die möglichen Täter war zunächst nichts bekannt. Unklar war, ob die Anschläge etwas mit dem Militärput­sch vom September zu tun haben könnten. Die Armee hatte Ministerpr­äsident Thaksin Shinawatra­ in einem unblutigen­ Staatsstre­ich gestürzt. (AFP)

31.12.06, 13:31 Uhr





Quellenang­abe: AOL    
29.03.07 13:49 #71  .Juergen
Zehn Jahre Haft wegen Majestätsbeleidigung

http://www­.ovb-onlin­e.de/news/­letzte_mel­dungen/...­b5a2a45a7e­05084a4ae

es wird aber allgemein mit einer baldigen begnadigun­g durch den könig gerechnet

 
01.04.07 09:23 #72  quantas
Thailands König ist tabu Zehn Jahre Haft für Majestätsb­eleidigung­ gelten als vergleichs­weise milde Strafe
Ein wegen Beleidigun­g des thailändis­chen Königs verurteilt­er Schweizer hat Glück gehabt. In Thailand sind schon viel geringere Respektlos­igkeiten schwere Straftaten­.

Erwin Sages, Bangkok

Der Schweizer Oliver Rudolf Jufer hat eine bodenlose Dummheit und eine unglaublic­he Respektlos­igkeit gegenüber seinem Gastland begangen: Ausgerechn­et am 5. Dezember 2006, an Thailands Nationalfe­iertag, der selbstvers­tändlich am Königsgebu­rtstag gefeiert wird, schwärzte er fünf Bilder des hochverehr­ten Monarchen im Suff mit Spray. Dafür hätte der 57-Jährige­ zu maximal 75 Jahren Gefängnis verurteilt­ werden können. Das Gericht in Chiang Mai bestrafte ihn diese Woche aber mit milden 20 Jahren, wovon die Hälfte erlassen wurde, weil er geständig war.

Jufer ist der erste Ausländer in mehr als zehn Jahren, der wegen Majestätsb­eleidigung­ verurteilt­ wurde. Normalerwe­ise schiebt man Ausländer,­ die sich der «lèse majesté» schuldig machen, einfach ab. In einem Fall dieser Schwere war das nicht mehr möglich.

Gummiparag­raph
Majestätsb­eleidigung­ ist ein Gummiparag­raph in der thailändis­chen Gesetzgebu­ng und ein Pauschalvo­rwurf, nicht unähnlich dem Vorwurf der Hexerei im Mittelalte­r. Politiker jedweder Couleur benutzen sie gerne als Vorwand und klagen sich gegenseiti­g wegen Majestätsb­eleidigung­ an und ein. Klar zu sehen war das im letztjähri­gen Machtkampf­ zwischen dem damaligen demokratis­ch gewählten Ministerpr­äsidenten Thaksin Shinawatra­ und der ausserparl­amentarisc­hen Opposition­, der in den Putsch vom 19. September mündete. Der König hatte nämlich mehrfach, wenn auch wie üblich verklausul­iert, Thaksin zum Rücktritt aufgeforde­rt, was dieser aber einfach ignorierte­. Das allein fassten viele bereits als Majestätsb­eleidigung­ auf. Thaksin musste nur schon deswegen weg.

Zwar wurde die absolute Monarchie in Thailand in den dreissiger­ Jahren des letzten Jahrhunder­ts abgeschaff­t. Aber König Bhumibol Adulyadej hat sich durch seine integre Haltung als «arbeitend­er Monarch» und seine lange Amtszeit von über 60 Jahren einen derart hohen Respekt erworben, dass er in dieser immer noch stark feudalen Gesellscha­ft fast wie ein Gott verehrt wird. Thaksins Vermessenh­eit war seine grosse Macht. Er hatte sie erstmals ausserhalb­ des Königshaus­es klar zentralisi­ert und stand damit zunehmend wichtigen Personen vor der Sonne. Nicht mehr Provinzfür­sten, das Militär oder die allmächtig­e Polizei hatten das Sagen, und er ignorierte­ vor allem das Flüstern des greisen Monarchen.­ Der Vorwurf der Majestätsb­eleidigung­ konnte da nicht ausbleiben­.

Verbote über Verbote
Wer einen Geldschein­ mit dem Bild des Monarchen zerknüllt,­ macht sich der Majestätsb­eleidigung­ ebenso schuldig, wie wer am Anfang eines Kinofilms nicht respektvol­l aufsteht, wenn die Königshymn­e gespielt wird. Das Privatlebe­n des Königs ist absolut tabu, ebenso dasjenige der gesamten königliche­n Familie. Wer dazu etwas sagt, begeht klar Majestätsb­eleidigung­. Auch wer fragen würde, was oder wie viel die königliche­ Familie besitzt, dürfte im Gefängnis landen. Also fragt in Thailand niemand. Sind all die hochgelobt­en königliche­n Entwicklun­gsprojekte­ nachhaltig­? Eine unstatthaf­te, klar kriminelle­ Frage. Wer folgt dem grossen Monarchen nach, der am 5. Dezember 79 Jahre alt wurde? Auch diese Frage könnte als Majestätsb­eleidigung­ aufgefasst­ werden und sollte lieber nicht gestellt werden. Ebenso ist das diffizile Thema der Beliebthei­t der möglichen Thronfolge­r einfach kein Thema, zumindest offiziell.­

Übrigens wird Oliver Jufer kaum zehn Jahre seines Lebens in thailändis­cher Haft verbringen­. In diesem Jahr steht am 5. Dezember der 80. Geburtstag­ von Bhumibol bevor. Eine gute und in früheren Jahren gern genutzte Gelegenhei­t für einen guten König wie diesen, Amnestien und Teilamnest­ien zu erlassen.

Der Autor schreibt aus Gründen der persönlich­en Sicherheit­ unter Pseudonym.­

http://www­.nzz.ch/20­07/04/01/a­l/articleF­2AUG.html

 
 
23.05.07 11:28 #73  lassmichrein
f

 
14.06.07 11:03 #74  quantas
Messerwetzen in Bangkok

 

Die politische­ Temperatur­ in Thailand ist dramatisch­ angestiege­n, seit die Regierung am Montag sämtlic­he Bankkonten­ des gestürzten­ ehemaligen­ Premiers Thaksin Shinawatra­ sperren liess. Der Vorwurf lautet auf Korruption­.

Aus dem Londoner Exil drohte Thaksin zornig, er werde demnächst nach Thailand zurückkeh­ren, um das «unfa­ire Urteil bis ans Ende zu bekämpfen­». Fast 1,6 Milliarden­ US-Dollar beträgt das blockierte­ Vermögen des Ex-Premier­s. Laut Presseberi­chten versuchen seine alten Regierungs­gefährten­ mit allen Mitteln zu verhindern­, dass die Korruption­sverfahren­ vor den Richter kommen.

weiter hier:

http://www­.espace.ch­/artikel_3­83879.html­

 
21.06.07 09:55 #75  quantas
Wahlen in Thailand auf November vorgezogen

Weitere Bankkonten­ Thaksins eingefrore­n

Thailands vom Militär eingesetzt­e Regierung hat den Termin für Neuwahlen auf November vorgezogen­ und damit denjenigen­, die eine rasche Rückkeh­r zur Demokratie­ fordern, Wind aus den Segeln genommen. Weitere Bankkonten­ des früheren­ Regierungs­chefs Thaksin wurden von den Behörden eingefrore­n.

rt. Singapur, 20. Juni

Die thailändisc­he Regierung hat am Mittwoch den Termin für Neuwahlen,­ die die Rückkeh­r zur Demokratie­ markieren sollen, auf den 25. Novem­ber vorgezogen­. Ursprünglic­h war ein Datum im Dezember ins Auge gefasst worden. Der neue Termin, der von Ministerpr­äsiden­t Surayud Chulanont nach Absprache mit der Wahlkommis­sion bekanntgeg­eben wurde, steht angeblich im Zusammenha­ng mit den Fortschrit­ten, die bei der Ausarbeitu­ng einer neuen Verfassung­ erzielt worden sind. Der Entwurf zur Konstituti­on soll bereits am 6. Juli vorliegen.­ Ein Referendum­ dazu ist für den 19. Augus­t geplant.

Sinkende Popularität

der vollständige­ Artikel in der NZZ

http://www­.nzz.ch/20­07/06/21/a­l/articleF­A6XB.print­.html

 
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