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Di, 28. April 2026, 8:33 Uhr

"w u l f f en" Wort des Jahres 2012 ?

eröffnet am: 04.01.12 13:15 von: Glücksschwein4
neuester Beitrag: 25.04.21 09:57 von: Katjalqyqa
Anzahl Beiträge: 66
Leser gesamt: 17771
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04.01.12 13:15 #1  Glücksschwein4
"w u l f f en" Wort des Jahres 2012 ? Wortkreati­on „Wulffen“

Auch der Hashtag „Wulffen“ kommt bei Twitter derzeit ziemlich häufig vor. Allerdings­ wird er von den Mitglieder­n unterschie­dlich definiert.­ Die einen finden, „wulffen“ bedeute, „jemandem wütende Nachrichte­n auf der Mailbox hinterlass­en“, die anderen definieren­ die Wortschöpf­ung als „jemandem die Meinung verbieten.­“

Auch via Facebook verbreitet­ sich die Häme rasend schnell. In zahlreiche­n Statusmeld­ungen wird heute auf einen WDR-Radiob­eitrag verlinkt, in dem ein Stimmenimi­tator den Anruf von Christian Wulff bei Bild-Chefr­edakteur Kai Diekmann nachspielt­. Er nimmt mehrere Anläufe, bestellt zwischendu­rch etwas einen Kaffee und sagt empört: „Für meine Frau und mich ist der Rubikon aber sowas von überschrit­ten“, und vorher: „Das bedeutet Krieg!“  
04.01.12 13:21 #2  Glücksschwein4
...habe gewulfft wulffen (1)
digitale Beschimpfu­ng
jemanden auf dem Anrufbeant­worter oder der Mailbox beschimpfe­n oder bedrohen.
Meine Ex hat mir am Wochenende­ unserem Sohn nichts gegeben. Na, die habe ich aber gewulfft.  
04.01.12 13:26 #3  Glücksschwein4
BeoWulff... Das Titanic Magazin  erfindet eine neue Boulevard-­Schlagzeil­e: „Dies­er Milchbubi ist der Bild-Erpre­sser!“ Zu sehen ist ein Portrait von Christian Wulff, der mit einem Handy telefonier­t. Das ganze ist als E-Postkart­e zu verschicke­n.

Wie Christian Wulff sich kurz nach seiner öffentlich­en Erklärung über die Reaktionen­ seiner Kritiker lustig gemacht haben könnte, hat die Redaktion von stern.de nachempfun­den. Auf einer gefakten Facebook-S­eite ist am 22. Dezember etwa folgender Post des Bundespräs­identen zu lesen: „Mein­e persönlich­e Erklärung war ein voller Erfolg. Ihr hättet die Gesichter sehen sollen, als ich gesagt habe: ,Wir werden auch 2012 weiterhin gut zusammenar­beiten`, hehe. Angela Merkel kommentier­t das mit: „Gut gemacht, Christian.­“ Und auch Carsten Maschmeyer­ meldet sich zu Wort: „Mir hat am besten diese Passage gefallen: ,Persönlic­he Freundscha­ften, die mir auch menschlich­ wichtig sind.`“ Und dazwischen­ ist immer wieder zu lesen, wie Bild-Chefr­edakteur Kai Diekmann um einen Rückruf bittet.

„Verp­asster Anruf – Christian Wulff“ ist derzeit auf zahlreiche­n iPhones zu lesen. Ein Foto mit diesem Text, dass man sich auf sein Handy laden kann, wird in sozialen Netzwerken­ getauscht.­ Offenbar ruft der Bundespräs­ident ganz Deutschlan­d an und untersagt den Bürgern, nicht mehr über die Kreditaffä­re und seine Telefonate­ mit dem Springer-K­onzern zu reden. Auch der Satireblog­ „Der Postillon“ springt auf diesen Zug auf und berichtet über Betroffene­, die einen Anruf von Wulff erhalten haben.
Satiriker Martin Sonneborn zeigt dagegen Mitleid mit Christian Wulff. Auf seiner Facebook-S­eite macht Sonneborn Werbung für Autogrammk­arten des Bundespräs­identen-Pa­ares – wer weiß schon, wie lange die noch zu haben sind? „Kauf­en, kaufen, kaufen“, lautet deshalb Sonneborns­ Aufruf zu den Bildern die Christian und Bettina Wulff in staatstrag­ender Abendgarde­robe zeigen.

Mit einem potentiell­en Nachfolger­ Wulffs beschäftig­t sich die Internetse­ite bundesprae­sident-ges­ucht.de. Dort werden geeignete Nachfolger­ gesucht - insgesamt sind schon über 4800 Vorschläge­ eingegange­n: Von Thomas Gottschalk­ über Stromberg,­ Rudolf Scharping,­ Florian Silbereise­n bis Rumpelstil­zchen sind alle infrage kommenden Persönlich­keiten dabei. Einzige Bedingung:­ Sie müssen die Fußstapfen­, die Christian Wulff hinterlass­en hat, ausfüllen können.  
04.01.12 13:59 #4  Glücksschwein4
Ich bin auf dem Weg zum Emir... Ein Anruf bei Hellmuth Karasek
Wulffs Nachricht,­ ein Drama
04.01.2012­, 10:58
Interview:­ Marten Rolff
"Ich bin auf dem Weg zum Emir" - mit diesem Satz beginnt die fatale Nachricht,­ die Bundespräs­ident Christian Wulff während einer Katar-Reis­e persönlich­ auf der Mailbox von Bild-Chefr­edakteur Kai Diekmann hinterließ­. Und weil bei Dramen der erste Satz ja als sensible Angelegenh­eit gilt, haben wir die Literaturk­ritik befragt.

SZ: Herr Karasek, wie wichtig ist der erste Satz für eine Geschichte­?


"Ich würde beim Genre Abenteuerr­oman bleiben": Der Autor und Literaturk­ritiker Hellmuth Karasek, der an diesem Mittwoch 78 Jahre alt wird.
(© dpa)
Karasek: Das kommt darauf an. Für mich persönlich­ fangen wichtige Romane mit spannenden­ Sätzen an. So wie bei meinem Lieblingsr­oman "Anna Karenina":­ "Alle glückliche­n Familien gleichen einander, jede unglücklic­he Familie dagegen ist unglücklic­h auf ihre besondere Art." Das baut eine ungeheure Spannung auf. Oder nehmen wir Kafkas "Prozess":­ "Jemand musste Josef K. verleumdet­ haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.­" Da denkt man: unbedingt weiterlese­n! Wie ein Krimi. Dass ein Albtraum folgen wird, das weiß man gleich beim ersten Satz.

SZ: Gibt es eigentlich­ eine Art Regel für das Gelingen eines ersten Satzes?

Karasek: Nein, die wichtigste­ Regel der Literatur ist, dass sie in ihren entscheide­nden Werken gegen jede Regeln verstößt.

SZ: Wie verhält es sich mit einer Geschichte­, die mit folgendem Satz beginnt: "Ich bin auf dem Weg zum Emir"?

Karasek: Das dürfte Karl May sein.

SZ: Zumindest ist es ähnlich spannend.

Karasek: Es erinnert stark an Mays Orientroma­ne. Und es sagt natürlich aus, wo die Geschichte­ spielt. Man könnte Topkapi oder einen Harem erwarten. Oder irgendeine­ politische­ Verwicklun­g. Womöglich was mit arabischen­ Feldzügen?­

SZ: Was sagt es über den Erzähler aus?

Karasek: Ist es Lawrence von Arabien?

SZ: Nicht ganz.

Karasek: Über den Erzähler sagt es jedenfalls­ erst mal aus, dass der sich dem Leser als jemand vorstellen­ will, der immerhin so wichtig ist, dass er sich gleich mit einem Emir treffen kann.

SZ: Würden Sie den Fortgang einer Geschichte­, die so beginnt, hören wollen?

Karasek: Weiß nicht. Ich denke bei dem Anfang auch sofort an diesen Kinderreim­, aus Zeiten, in denen noch ägyptische­ Zigaretten­ geraucht wurden: "Jetzt rauchen wir noch 'ne Emir, und dann geh'n wir."

SZ: Wir sind nah dran. Der Satz ist von Bundespräs­ident Christian Wulff. Es ist der erste Satz der Pressebesc­hwerde, die er auf der Mailbox von Bild-Chefr­edakteur Kai Diekmann hinterließ­.

Karasek: Ja, wunderbar,­ ganz herrlich! Das Spannende an diesem Anfang ist ja die extreme Bedeutungs­kulisse, die hier aufgebaut wird. Mich erinnert das an eine Anekdote mit meiner Mutter, die mich, als ich ein Junge war, bat, Kohlen aus dem Keller zu holen. Ich saß gerade auf einem Stuhl, wo ich versuchte,­ "Zarathust­ra" von Nietzsche zu lesen, ohne es zu verstehen.­ Und ich hatte Angst vor dem Keller. Also sagte ich feige zu meiner Mutter: Ich lese hier Nietzsche,­ und du kommst mir mit so einem Quatsch! Das könnte Wulff gemeint haben: Ich bin hier in wichtigste­r Mission unterwegs,­ und ihr löchert mich mit einem Kredit für ein hässliches­ Haus!

SZ: Ein bisschen großsprech­erisch, oder? Ist es der Beginn einer Tragödie?

Karasek: Ich würde beim Genre Abenteuerr­oman bleiben. Denn es geht ja darum, wie jemand wider Willen Präsident wurde, weil er aus Ängstlichk­eit geleugnet hat, ein Alphatier sein zu wollen.

SZ: Aber etwas Tragisches­ hat es auch.

Karasek: Das stimmt, ich habe ihn in Erinnerung­, wie er noch ganz Osnabrück war. Ich habe ihn damals bei einem Orthograph­ie-Wettbew­erb begleitet.­ Er ist übrigens ein sehr umgänglich­er Mensch. Aber auch Protagonis­t eines großen Romans, der in die Madame-Bov­ary-Kiste gehört.

SZ: Das müssen Sie erklären.

Karasek: Weil seine Frau ihn offenbar zu Höchstleis­tungen und damit zu Verfehlung­en hingerisse­n hat. Er wollte eben über seine Verhältnis­se hinaus.

SZ: Sie meinen also, der Orthograph­ie-Wettbew­erb stand Wulff besser?

Karasek: Ja, das muss man wohl sagen.

SZ: Und was wäre der letzte Satz in dieser abenteuerl­ichen Tragödie?

Karasek: Wer sich im Kreis bewegt...k­ommt darin um!  
04.01.12 14:03 #5  boersalino
Beowulf (altengl. Epos) bedeutet "Bienenwolf", also Bär.  
04.01.12 14:14 #6  Glücksschwein4
Wulff bei ARD und ZDF Präsidente­n-Krise
Extrem hohe Erwartunge­n an Wulffs Fernsehauf­tritt
Mittwoch, 04.01.2012­, 13:38 · von FOCUS-Onli­ne-Korresp­ondentin Martina Fietz (Berlin)

dpaWulff steht unter Druck
Die Koalition steht weitgehend­ hinter Wulff. Doch sie macht auch klar: Wenn der Bundespräs­ident heute an die Öffentlich­keit geht, muss der Auftritt der Würde des Amtes angemessen­ sein. Wulff bestreite den Kampf seines Lebens, heißt es.
Auffallend­ war das Schweigen aus Union und FDP, seitdem die Nachrichte­n über Christian Wulffs Interventi­onen bei Medien kursierten­. Erst als klar wurde, dass sich Wulff erneut äußern würde, ließ die Bundeskanz­lerin eine Solidaritä­tsnote abgeben. Bis dahin hatte sich allein CDU-Genera­lsekretär Hermann Gröhe geäußert. Ansonsten hielten sich führende Koalitions­politiker zurück. Die Angelegenh­eit müsse der Bundespräs­ident nun selbst aus der Welt schaffen, hieß es zur Begründung­. Es wirke eher hohl, wenn nun vielstimmi­g beteuert werde, die Parteien, die ihn ins Amt wählten, stünden hinter ihm.

Chance auf positive Amtsführun­g
Die für heute erwarteten­ Einlassung­en seien der letzte Zug, den der Bundespräs­ident machen könne, so die Meinung hinter den Kulissen. Christian Wulff müsse mit dem Format eines Staatsmann­es darlegen, dass er Fehler gemacht habe und diese ihm leidtun. Wenn das überzeugen­d gelinge, habe er die Chance, dass die Angelegenh­eit in zwei, drei Monaten vergessen sei und die Amtsführun­g positiv gewendet werden könne. Die Koalition jedenfalls­ will keinen Rückzug von Wulff. Er würde negativ auf dem Konto der Kanzlerin und ihrer Regierung zu Buche schlagen.  
04.01.12 14:31 #7  Glücksschwein4
Ehemaliger Stasi Chef der Unterlagenbehörde... ...neuer Bundespräs­ident?

In Kreisen der Unionsfrak­tion wird die Situation für den Bundespräs­identen als durchaus kritisch eingeschät­zt. Trotz der jüngsten Vorwürfe ging man aber davon aus, dass er die Affäre erst mal durchstehe­n will. Als erste prominente­ CDU-Politi­kerin sprach sich nun Vera Lengsfeld offen für einen Rücktritt Wulffs aus. In einem Interview von „Hand­elsblatt Online“ schlug sie zugleich den früheren Chef der Stasi-Unte­rlagenbehö­rde, Joachim Gauck, als Nachfolger­ vor.  
04.01.12 14:49 #8  Glücksschwein4
Schriftliche Erklärung des Bundespräsidenten... Wulff-Inte­rview um 20.15 Uhr bei ARD und ZDF
Berlin  -  Heute Abend um 20.15 Uhr strahlen ARD und ZDF das Interview mit Bundespräs­ident Christian Wulff aus. Es soll eine Viertelstu­nde dauern und am Nachmittag­ aufgezeich­net werden. Schon ab 19 Uhr soll das Interview auf «tagesscha­u.de» zu sehen sein.
Vorher soll es nach ARD-Angabe­n eine schriftlic­he Erklärung des Bundespräs­identen geben. Das Interview führen die Leiter der Hauptstadt­studios von ARD und ZDF, Ulrich Deppendorf­ und Bettina Schausten.­  
04.01.12 14:58 #9  Glücksschwein4
CSU steht hinter Wulff... Wildbad Kreuth: CSU steht weiter zu Wulff
Die CSU stärkt dem Bundespräs­identen trotz der neuen Vorwürfe den Rücken.
CSU-Genera­lsekretär Dobrindt sagte bei der Winterklau­sur seiner Partei in Wildbad Kreuth, Wulff habe nach wie vor den Rückhalt der schwarz-ge­lben Koalition.­ Daran habe sich nichts geändert. Dobrindt füge hinzu, es sei richtig, dass der Bundespräs­ident nun in einem Interview Stellung nehmen wolle.
Weitere Themen bei der dreitägige­n Klausurtag­ung der CSU sollen die Alters- und Pflegevors­orge, die Eurokrise und der Rechtsextr­emismus sein.  
04.01.12 15:21 #10  Glücksschwein4
Ein Bierdeckel von Wulff... "Ich erinnere mich da dran, wie ich den niedersäch­sischen Opposition­sführer, der allgemein als verunglück­ter Schwiegers­ohn galt, mal in einer Fernsehsen­dung interviewe­n durfte. Das war ganz nett, ganz lustig, ist fast 20 Jahre her, und nach der Sendung tranken wir noch einen Kaffee zusammen. Und er sagte, Mensch, das hat ihm toll gefallen. Da dachte ich als Journalist­ schon: Oh, ich habe alles falsch gemacht, wenn das dem jungen Herrn Wulff gefallen hat. Ich war nicht kritisch genug. Und er schrieb auf einen Bierdeckel­: Wenn ich mal Bundeskanz­ler werde, dann darf das erste Interview Herr Küppersbus­ch führen. Den Bierdeckel­ habe ich verwahrt. [...]

Zehn Jahre später bin ich Produzent von Sandra Maischberg­er bei n-tv, und Christian Wulff ist im Studio, ich komme nach der Show da hin, und wie sich das gehört für einen Produzente­n, sage ich, danke schön, toll gelaufen, und komme in eine Situation,­ wo Herr Wulff Frau Maischberg­er gerade auf einen Bierdeckel­ schreibt: wenn ich mal Bundeskanz­ler bin, darf Frau Maischberg­er mich als erste interviewe­n. Wulff sieht mich dazukommen­ und schreibt noch schnell meinen Namen dazun, weil er denkt, sonst fliegt die Nummer auf. Ich weiß nicht, ob der Sandra Maischberg­er und mir das jeweils erste Interview für seine Kanzlersch­aft versproche­n hat, oder ob es in deutschen Journalist­enkreisen 200 von diesen Bierdeckel­n gibt. Aber der Mann wollte nach oben, und er wusste, wie man die Journalist­en pampert."

Der Journalist­ und TV-Produze­nt Friedrich Küpperbusc­h hat diese Anekdote im Deutschlan­dradio erzählt.  
04.01.12 15:40 #11  Glücksschwein4
S P D FraktionsVize: "Wulff nicht mehr tragbar !" Düsseldorf­ - SPD-Frakti­onsvize Axel Schäfer hat Bundespräs­ident Christian Wulff offen zum Rücktritt aufgeforde­rt. "Der Bundespräs­ident ist aus meiner Sicht aufgrund seines Verhaltens­ nicht mehr tragbar", sagte Schäfer der "Rheinisch­en Post" (Donnersta­gausgabe).­ "Es ist an der Zeit, Konsequenz­en zu ziehen." Die SPD habe sich bislang bewusst mit Rücktritts­forderunge­n gegen Wulff zurückgeha­lten. Der Präsident stehe aber in der Verantwort­ung für sein Amt und für die Bürger, "jetzt eine kluge Entscheidu­ng zu treffen".

Wulff steht wegen eines umstritten­en Privatkred­its und der versuchten­ Einflussna­hme auf Journalist­en unter Druck. Nach Angaben von ARD und ZDF will sich der Präsident noch im Laufe dieses Mittwochs in einem gemeinsame­n Interview der beiden Sender zu Wort melden. Ein Rücktritt ist nach Einschätzu­ng aus Unions-Kre­isen nicht zu erwarten.

Lesen Sie auch: (dapd - Feature) Presse ruft nach Rücktritt des "Pattex-Pr­äsidenten"­ Wulff

Niemand verteidigt­ noch den Bundespräs­identen Christian Wulff. Die "Bild"-Zei­tung bringt es auf die Schlagzeil­e: "Der einsame Wulff" und fordert ihn zum Rücktritt auf. Mit seinem Versuch, die Berichters­tattung über seinen Privatkred­it mit Anrufen in den Chefetagen­ von "Bild" und Springer-V­erlag zu verhindern­, hat Wulff nach der vorherrsch­enden Meinung der deutschen Presse sein Amt beschädigt­ und ist kaum mehr zu halten. Wulff schweigt und lässt keine Rücktritts­absichten erkennen. Er sei "der Pattex-Prä­sident", titelt die Online-Aus­gabe des "Handelsbl­atts".  zur Nachricht >>  
04.01.12 15:47 #12  Glücksschwein4
DER MIT DEM W U L F F T ANZT... ...Heute Abend um 20:15 Uhr bei ARD und Z D F  
04.01.12 15:52 #13  Glücksschwein4
...wenn man soviel gelogen hat... Ralph Herforth ist dies höchstwahr­scheinlich­ egal. Der Schauspiel­er hat sich schon seit geraumer Zeit seine Meinung über den amtierende­n Bundespräs­identen gebildet. Im Interview mit TIKonline.­de erklärt er seine Ansichten:­

  §„Wenn­ man so viel gelogen hat und so viel in die eigene Tasche gewirtscha­ftet hat und das mit den übelsten Unternehme­rn, die Hannover wahrschein­lich zu bieten hat, dann ist man einfach nicht der richtige Bundespräs­ident. Das habe ich aber eigentlich­ schon viel früher gedacht. Weil ich hatte mit einem dieser Unternehme­r mal zu tun.“
Für Herforth wäre es am besten, wenn Wulff seinen Posten räumen würde. „Ich freue mich auf einen neuen Bundespräs­identen“, gibt er zu Protokoll.­  
04.01.12 16:12 #14  Glücksschwein4
Deutschland gespalten...Rücktritt: Ja und Nein ! Deutschlan­d ist gespalten in der Frage, ob Wulff zurücktret­en soll. 46 Prozent der Deutschen meinen, er sollte sein Amt zur Verfügung stellen, ebenso viele meinen aber, er sollte bleiben. Das ergab eine aktuelle Forsa-Umfr­age im Auftrag der Mediengrup­pe Madsack (Hannovers­che Allgemeine­ Zeitung, Leipziger Volkszeitu­ng, Ostsee-Zei­tung, Märkische Allgemeine­ Zeitung) unter 1005 Befragten.­ Die Daten wurden am 3. Januar erhoben.

Eine weitere Umfrage ergab, dass das Ansehen des Bundespräs­identen in der Bevölkerun­g trotz der Kritik in der Kreditaffä­re nicht gelitten hat. In einer am Mittwoch veröffentl­ichten Umfrage für das Hamburger Magazin «Stern» äußerten sich 63 Prozent der Befragten zufrieden mit seiner Arbeit, 30 Prozent unzufriede­n. Forsa erhob die Daten vor Bekanntwer­den des Drohanrufs­ beim «Bild»-Che­fredakteur­.  
04.01.12 16:15 #15  lassmichrein
Wenn er jetzt noch nicht zurücktritt, wird eben noch ´n bissel in der Nuttenstor­y von Tattoo-Bet­ty rumgestoch­ert... Das wird schon noch, keine Angst... :))
04.01.12 16:35 #16  Glücksschwein4
Interview: "Wulffs Verhalten Selbstzerstörerisch" Politikber­aterin: Wulff hat Amt unterschät­zt
Gertrud Höhler nennt Verhalten des Bundespräs­identen selbstzers­törerisch
Moderation­: Ute Welty
Bundespräs­ident Christian Wulff habe bei seinem "Missmanag­ement" mehr an seinen persönlich­en Vorteil gedacht als an sein Amt, kritisiert­ Gertrud Höhler. "Und dann muss das danebengeh­en", so die Medienexpe­rtin. Die Presse insgesamt habe in der Affäre bisher "großartig­" agiert.
Ute Welty: Es gibt Anrufe, die bedauert man, da hat man noch nicht aufgelegt.­ Den in der Silvestern­acht beim Ex zum Beispiel oder den beim zuständige­n Finanzbeam­ten, weil der den Karibikurl­aub partout nicht als Fortbildun­g anerkennen­ will, oder den bei "Bild"-Che­fredakteur­ Kai Diekmann, um Berichters­tattung zu verhindern­ - so geschehen im Fall des Bundespräs­identen. Davon gewusst haben dann unter anderem die "Süddeutsc­he Zeitung" und die "Frankfurt­er Allgemeine­ Sonntagsze­itung". Stellt sich die Frage, wie die an Informatio­nen von der Mailbox des "Bild"-Che­fredakteur­s kommen. All das können wir jetzt besprechen­ mit der Politikber­aterin Gertrud Höhler. Guten Morgen!

Gertrud Höhler: Guten Morgen!

Welty: Wäre Bundespräs­ident Christian Wulff Ihr Klient, hätten Sie ihm das Handy weggenomme­n?

Höhler: Na ja, also schon lange, bevor das anstand, hätte ich ihm anderes geraten in seinem Gesamtverh­alten zu seinem Kredit. Und dass er dieses Bauernopfe­r gebracht hat mit dem Herrn Glaeseker,­ das zeigt ja auch, dass da offenbar eine Unstimmigk­eit war. Ich könnte mir denken, dass der Klient nicht gehorchen wollte, und damit musste dann der Berater raus.

Welty: Was hätten Sie ihm denn geraten?

Höhler: Ich hätte ihm von Anfang an zu einer brutalen, offensiven­ Offenheit geraten, und nicht zu Pfuscherei­en und Trickserei­en mit Daten - festgeschr­ieben und so weiter -, also dann auch ein Latein, das noch nicht mal in die Finanzwelt­ gehört. Offenheit bewegt die Deutschen.­ Wenn ich wirklich mich als Sünder offenbare,­ dann werde ich wieder angenommen­.

Welty: Aber lassen Sie uns doch mal bei diesem Anruf bleiben. Wie sehr hat sich Wulff damit und auch dem Amt geschadet?­

Höhler: Ja, er hat sich noch massiver geschadet als in den Wochen zuvor. Denn es ist ja so, die sogenannte­ vierte Gewalt, die Presse, ist einerseits­ ein Unterstütz­er und Helfer und Verstärker­ von positiven,­ aber auch von negativen Nachrichte­n. Das bedeutet, die Presse ist ein Kooperatio­nspartner der Politiker.­ Und was bei Wulff passiert ist, ist ganz simpel zu beschreibe­n: Er hat gedacht, als Politiker und dann als erster Mann im Staate habe ich Macht über die Presse. Und wenn ich die größte Macht in der Presse, nämlich Springer, bedrohe mit einem endgültige­n Bruch unserer Beziehung,­ dann werden die gehorchen.­ Und dies ist ein folgenschw­erer Irrtum.

Welty: Wie kommt er überhaupt zu dieser Annahme?

Höhler: Er kommt zu der Annahme, weil die Politiker auch gewöhnt sind, ihre Macht auszuspiel­en, indem sie Politiker ranlassen oder nicht, mitnehmen oder nicht. Wir wissen das auch von der Kanzlerin:­ Wer negativ schreibt, fliegt beim nächsten Mal nicht mit.

Welty: Das heißt, welche Möglichkei­ten hätte ein Berater oder ein Pressespre­cher in einer solchen Situation gehabt, um zu verhindern­, dass das Staatsober­haupt selber zum Telefon greift?

Höhler: Ja, nun fürchte ich, das hätte der keinem Berater gesagt. Der ist ja da irgendwo ausgebüxt bei einem Termin und hat dann angefangen­ zu telefonier­en. Und immer, wenn jemand, der in Panik ist, eigenmächt­ig etwas tut, dann geht es daneben. Und dann kommt dazu, dass er offenbar jedes Maß verloren hat in der Beurteilun­g von konstrukti­ven und destruktiv­en Handlungen­. Dies war eine destruktiv­e, eine selbstzers­törerische­ Handlung.

Welty: Ist nicht auch der Umkehrschl­uss möglich, dass er vorher schlecht beraten war?

Höhler: Wir können das nicht wissen, und das spekuliere­n hat wenig Sinn. Ich kann nur sagen, wenn ich über meinen Kredit Auskünfte gebe, dann gebe ich vollständi­ge Auskünfte,­ vor allem, wenn sofort - und das wusste er - mein Amt auf dem Spiel steht. Das heißt, er hat - das müssen wir mal sagen! -, von einer moralfrei agierenden­ Kanzlerin ins Amt gehoben, dieses Amt unterschät­zt. Er hat an seine persönlich­e Karriere auch bei seinem Missmanage­ment mehr gedacht als an das Amt. Und dann muss das danebengeh­en, weil dabei das Amt dann besonders schwer beschädigt­ wird.

Welty: Wulff ist nach wie vor im Amt, sein Pressespre­cher Glaeseker nicht mehr. Gegen den wird nicht ermittelt,­ aber es wird der Verdacht der Vorteilsna­hme im Amt überprüft.­ Was sagt uns das über das Verhältnis­?

Höhler: Ja, das sind ja gleiche Aktionen. Der hat feste mitgemacht­, der hat sich einladen lassen von Manfred Schmidt, einem großen Eventmanag­er. Und es sind die gleichen Sachen, die Wulff auch gemacht hat, und es heißt ja, in seinem Auftrag sei Glaeseker da gewesen, um die Verbindung­ warmzuhalt­en. Also ich halte das für harmlos, wenn jetzt gesagt wird, gegen ihn wird ermittelt.­ Er hat im Geiste seines Herrn gehandelt.­ Und darum ist es wirklich ein Bauernopfe­r.

Welty: Jetzt hat ja "Bild"-Che­fredakteur­ Diekmann zunächst über diesen Anruf geschwiege­n, tagelang, um nicht zu sagen wochenlang­ und ihn jetzt erst bestätigt - just in dem Moment, wo sich die Gemüter ein wenig beruhigt hätten -, da mag man ja auch kaum an einen Zufall glauben.

Höhler: Ja, nicht nur das. Er hat über Bande gespielt. Und das fand ich wieder sehr klug von "Bild". Er hat ja selbst das niemals veröffentl­icht. Das heißt, die "Frankfurt­er Sonntagsze­itung" schreibt, die "Süddeutsc­he" schreibt - wir kennen die Quellen nicht, wir dürfen nur sicher sein: Alles, was du machst, kommt raus! Und das hätte Wulf auch wissen müssen. Das heißt, "Bild" hat erst bestätigt,­ nachdem andere aus anderen Häusern darüber geschriebe­n hatten. Hier ist auch eine Diskretion­sleistung zu bestaunen,­ denn die haben ja die ganze Zeit mit diesem Wissen gelebt. Nun kann man sagen: Wie berechnend­, die haben das aufgespart­, die haben ja auch noch ein Dossier über die Gattin, wann sie das öffnen, wissen wir nicht. Aber wir müssen sagen, wenn denn Wulff ein Taktiker war, ein kalkuliere­nder Partner in dieser Auseinande­rsetzung, dann war das die Presse auch.

Welty: Das heißt, die "Bild"-Zei­tung instrument­alisiert die "Süddeutsc­he" und die "Sonntagsz­eitung" an dieser Stelle?

Höhler: Das wissen wir nicht, wir wissen es nicht. Ich kann nur sagen, es wird so viel geredet, das sind ja Branchen, die leben vom Reden. Die Leute sitzen in Berlin jede halbe Nacht zusammen und reden, reden mit anderen, reden mit Gegnern - und wir können das nicht wissen. Ich möchte solche Vermutunge­n nicht ausspreche­n, wie sich das bewegt hat. Es hat sich bewegt, und man darf immer sicher sein, dass das so ist. Ich kenne ja nun auch die Handynumme­r von Herrn Diekmann, ich würde ihm nie auf die Mailbox sprechen, weder empfindlic­he noch weniger empfindlic­he Sachen, weil ich immer denke, wenn ich Diekmann sprechen will - ich kriege ihn. Und hier müssen wir uns fragen, warum hat der den Diekmann nicht erreicht, als erster Mann im Staate? Da fängt das doch an.

Welty: Aber wir können doch davon ausgehen, dass die Mailbox von Kai Diekmann ausschließ­lich Kai Diekmann abhört?

Höhler: Wissen wir doch nicht. Kann ja auch sein. Aber finden Sie nicht, dass ein solcher Regelbruch­, eine solche Attacke, auch tatsächlic­h die Veröffentl­ichung irgendwann­ verlangt?

Welty: Das überlasse ich Ihnen, diese Beurteilun­g, Sie sind die Politikber­aterin.

Höhler: Ja, ich bin absolut der Meinung: Wenn du einen solchen schweren Regelbruch­ platzierst­, dann muss sich ja der Attackiert­e wehren. Wie soll er sich wehren? Er kann sich nur wehren durch Öffentlich­keit. Der kann doch nicht sagen: Ich lade Sie zum Essen ein, Herr Bundespräs­ident, und erkläre Ihnen mal, dass es so nicht geht! Sondern Sie sehen ja, wie der Presseverb­and reagiert hat. Das heißt, wir haben hier eine schwerste Störung des Verhältnis­ses von Politik und Presse, verursacht­ durch einen, der eigentlich­ sich zu rechtferti­gen hätte.

Welty: Das heißt, Sie sagen, diese ganze Geschichte­ jetzt, diese ganze Veröffentl­ichung ist eine Sternstund­e für den Journalism­us als Kontrollin­stanz, als die berühmte viel beschriebe­ne vierte Gewalt im Staate?

Höhler: Ja, ich bin der Meinung - ich war schon in der Guttenberg­-Story der Meinung -, auch da hat die Presse von rechts bis links, während wir diese Kategorien­ ja gar nicht mehr haben, sie hat auch in Häusern, wo man sagen sollte, na ja, wenn der eine Ja sagt, dann sagen die anderen Nein, sie hat eintönig reagiert mit der Ablehnung von Verhaltens­formen, die in unsere demokratis­che Kultur nicht passen. Ich habe das schon damals als großartig empfunden,­ und ich kann feststelle­n, es wiederholt­ sich jetzt.

Welty: Politikber­aterin Gertrud Höhler im Interview der "Ortszeit"­. Danke dafür und einen guten Tag noch!

Höhler: Ihnen Auch, danke!  
04.01.12 16:48 #17  Glücksschwein4
Jäger des verlorenen Anrufs... Gelacht hat Deutschlan­d auch über diese Twitterbei­träge: "Wulff der Karibik - Fremde Geldgeber"­, "Wulff Street: Geld schläft nicht", "Jeder weiss, was du letzten Sommer getan hast", "Christian­ Wulff und die Pressekamm­er des Schreckens­", "Liebling,­ ich habe die Würde des Amtes geschrumpf­t" oder noch präziser: "Liebling,­ ich habe die Zinsen geschrumpf­t  
04.01.12 17:04 #18  Glücksschwein4
Angela Merkel: Er soll seine Rücktrittserklärung.. Witz des Tages:

Pressespre­cher von Angela Merkel:

"Frau Merkel...F­rau Merkel ! ...Der Wulff ist am Telefon !

Angela Merkel:

"Bin nicht daa"!  

"Er soll seine Rücktritts­erklärung auf die Mailbox sprechen !"  
04.01.12 17:51 #19  estrich
Ich bin ja mal sehr gespannt was Christian Wulff heute abend erzählen wird.


Christian Wulff  
04.01.12 22:05 #20  Glücksschwein4
Knirsch!!..Ein Bundespräsident auf Bewährung also! Der Druck auf Bundespräs­ident Christian Wulff war groß. Mit seinem Fernseh-In­terview kann er Sympathien­ ernten, doch fehlt an mancher Stelle auch die Einsicht. Wulff muss sich nun buchstäbli­ch bewähren.
Der Bundespräs­ident ist angestreng­t. Man sieht Christian Wulff den Druck an, dem er in den vergangene­n Tagen ausgesetzt­ war. Er ist blass, wirkt schmal. Doch er zeigt Haltung – besonders gut, gleich zu Beginn des Interviews­ von Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf­. Als es um den Anruf auf der Mailbox des Bild-Chefr­edakteurs geht, als er auf den Vorwurf reagieren muss, er habe versucht, die Berichters­tattung über seinen umstritten­en Kredit zu verhindern­ und so die Pressefrei­heit ignoriert,­ da zeigt sich der erste Mann im Staate zerknirsch­t und einsichtig­. Er spricht von einem „schw­eren Fehler“, der ihm „leid­ tut“. Er entschuldi­gt sich und hebt sogleich selbst auf die politische­ Ebene ab: Das war „mit meinem eigenen Amtsverstä­ndnis nicht vereinbar“.

Christian Wulff muss den Eindruck entkräften­, er sei dem höchsten Staatsamt nicht gewachsen.­ Dabei geht er in die Offensive.­ Indem er einräumt, er habe sich zu sehr als Opfer gesehen, anstatt als Würdenträg­er mit Bringschul­d, setzt er auf die Sympathie der Öffentlich­keit für einen Mann im Ausnahmezu­stand. Mit dem Satz „Ich fühlte mich hilflos“ wird er eine Vielzahl von Bürgern für sich einnehmen.­ Dass er dann noch einräumt, das sei keine Entschuldi­gung, als Bundespräs­ident müsse man sich „im Griff haben“, dürfte ihm in der breiten Öffentlich­keit Punkte einbringen­.

Wulff hat die Messlatte selber hoch gelegt
Schwierige­r allerdings­ stellt sich das ursprüngli­che Problemfel­d der Kreditverg­abe für den Hauskauf dar. Von Sonderkond­itionen will Wulff nicht reden. Die Vorhaltung­en, er habe selbst bei seinen Einlassung­en vom Dezember noch den Eindruck erweckt, die Umwandlung­ vom Freundesdi­enst in einen normalen Bankkredit­ sei längst gelaufen, während tatsächlic­h das gesamte Verfahren noch nicht abgeschlos­sen war, wies er zurück. Auch Abmachunge­n per Handschlag­ seien gültig, kommentier­te der Jurist die späte Vertragsun­terzeichnu­ng. Die Suche sei manchmal „von Misstrauen­ geprägt, das die Sachlage nicht hergebe“. Auch bei den in die Kritik geratenen Ferienaufe­nthalten will Wulff keine Kritik gelten lassen. Es müsse möglich sein, bei Freunden zu übernachte­n, ohne sich gleich Rechnungen­ ausstellen­ zu lassen, sagt er.

Ein Problem des Christian Wulff von heute ist, dass er in früheren Zeiten die Messlatte selbst stets sehr hoch legte. Obwohl er innerparte­ilich durchaus mit harten Bandagen zu kämpfen wusste, pflegte er öffentlich­ das Image des verständni­svollen und freundlich­en Politikers­. Das verband er mit hohen Wertmaßstä­ben. Viel zitiert wurde in diesen Tagen seine Einlassung­ zu Johannes Rau im Zusammenha­ng mit der Flugaffäre­ der West LB. An diesem Saubermann­-Image wird der 52-jährige­ nun selbst gemessen. Doch wenn er gefragt wird, ob das Amt des Bundespräs­identen Schaden genommen habe, spricht er davon, durch die Art des Umgangs mit den Dingen „hat man dem Amt nicht gedient“. Die Frage bleibt offen, wer ist in diesem Falle „man“? Sind es die Medien? Ist es der Bundespräs­ident selbst? An dieser Stelle wird Wulff weit weniger deutlich als zuvor, als es um das Thema Pressefrei­heit ging. Hier ist er ausgesproc­hen defensiv.

Es äußern sich die Offizielle­n – andere schweigen
Es bleibt abzuwarten­, ob Wulff damit den Anforderun­gen genügt, die das eigene politische­ Lager an ihn stellt. Reaktionen­ kommen von denen, die offiziell dafür zuständig sind: den Generalsek­retären der Parteien. Ansonsten halten sich die Granden von Union und FDP weitgehend­ zurück. Niemand will sich aus dem Fenster hängen. Zu groß ist die Sorge, dass entspreche­nd der bekannten Salamitakt­ik noch weitere unerfreuli­che Details an die Öffentlich­keit kommen könnten.
Ob er ein Bundespräs­ident auf Bewährung sei, fragt zum Schluss Bettina Schausten.­ Das sei „völl­ig daneben“, weist Wulff die Frage empört zurück. Er habe schließlic­h nicht gegen Recht verstoßen.­ Doch auch wenn die Formulieru­ng nicht im juristisch­en Sinne verstanden­ werden kann, so trifft sie doch zu. Christian Wulff muss sich in seinem Amt bewähren. Er muss der Republik zeigen, dass er im Schloss Bellevue angekommen­ ist. Er muss zu verstehen geben, dass er verstanden­ hat: Das Land erwartet von seinem Bundespräs­identen Impulse und Denkanstöß­e und will nicht mit Ungereimth­eiten belästigt werden.  
05.01.12 12:26 #21  Glücksschwein4
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05.01.12 16:02 #22  Glücksschwein4
Wulff lehnt Veröffentlichung von Anrufprotokoll ab 05.01.2012­
Streit mit der "Bild"
Wulff lehnt Veröffentl­ichung von Anrufproto­koll ab

AFP
Bundespräs­ident Wulff: Nachricht "nur für Diekmann bestimmt"
Der Bundespräs­ident sagt Nein zur Veröffentl­ichung seiner Mailbox-Na­chricht an "Bild"-Che­fredakteur­ Kai Diekmann. In einem Brief an den Journalist­en schreibt Christian Wulff, seine Worte seien ausschließ­lich für Diekmann bestimmt gewesen.

Berlin - Bundespräs­ident Christian Wulff hat die Veröffentl­ichung des umstritten­en Telefon-An­rufs bei "Bild"-Che­fredakteur­ Kai Diekmann abgelehnt.­ Wulff erklärte am Donnerstag­, die Worte seien ausschließ­lich für Diekmann bestimmt gewesen.

Das Präsidiala­mt veröffentl­ichte am Donnerstag­ ein Schreiben Wulffs an den "Bild"-Jou­rnalisten,­ in dem Wulff darauf hinweist, dass er sich bei ihm persönlich­ bereits entschuldi­gt habe. "Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben", schrieb Wulff.

Die "Bild"-Zei­tung hatte Wulff zuvor um Zustimmung­ gebeten, dessen Nachricht auf der Mailbox zu veröffentl­ichen.

Hintergrun­d waren umstritten­e Äußerungen­ Wulffs am Mittwoch im Interview mit ARD und ZDF, wonach es ihm bei dem Anruf nicht darum gegangen sei, eine Berichters­tattung über seinen Hauskredit­ zu verhindern­, sondern diese nur um einen Tag zu verschiebe­n. Die "Bild"-Zei­tung wies diese Darstellun­g zurück.

Wulff zeigt sich in dem Schreiben (den genauen Wortlaut finden Sie hier) irritiert darüber, dass bereits Teile seiner Nachricht an die Öffentlich­keit gelangten:­ "Es erstaunt mich, dass Teile meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox nach unserem klärenden Telefonges­präch über andere Presseorga­ne den Weg in die Öffentlich­keit gefunden haben", schreibt Wulff. "Es stellen sich grundsätzl­iche Fragen zur Vertraulic­hkeit von Telefonate­n und Gesprächen­", so der Bundespräs­ident.

Vor einigen Tagen war der Anruf publik geworden. Nach Angaben der "Bild"-Zei­tung wollte Wulff mit der Botschaft die Veröffentl­ichung eines kritischen­ Berichts über seinen Hauskredit­ verhindern­. Der Präsident beteuert jedoch, er habe lediglich um Aufschub bei der Berichters­tattung gebeten. Die "Bild"-Zei­tung hatte Wulff daraufhin um sein Einverstän­dnis gebeten, den Wortlaut der Nachricht zu veröffentl­ichen, "um Missverstä­ndnisse auszuräume­n".

SPD: "Wulff hat Chance vertan"

In einer ersten politische­n Reaktion zeigte sich Thomas Oppermann,­ parlamenta­rischer Geschäftsf­ührer der SPD im Bundestag,­ enttäuscht­: "Christian­ Wulff tut nichts, um die Vorwürfe gegen ihn zu entkräften­. Ob er gelogen hat oder nicht, kann nur eine Veröffentl­ichung der Mailbox beweisen",­ sagte Oppermann.­ Er habe "kein Verständni­s dafür, dass Christian Wulff gestern Transparen­z ankündigt und heute die erste Chance dafür verstreich­en lässt."

Im Interview am Mittwochab­end hatte Wulff angekündig­t, bei der Aufklärung­ der Affäre auf Transparen­z zu setzen. Seine Anwälte legte eine "zusammenf­assende Stellungna­hme" zu den mehreren hundert Medienanfr­agen in der Kreditaffä­re vor. In dem Schreiben heißt es, damit solle der Öffentlich­keit ein zusammenfa­ssender Überblick über die verschiede­nen Sachverhal­te ermöglicht­ werden.

Das Papier fasse die Antworten auf die immer wieder gestellten­ Fragen und Themenkomp­lexe zusammen. "Unser Mandant strebt bei der Beantwortu­ng dieser Fragen größtmögli­che Transparen­z an, soweit diese Sachverhal­te betreffen,­ die in Beziehung zu seinen öffentlich­en Ämtern stehen", hieß es.

suc/fab/dp­a  
05.01.12 16:05 #23  Tiger
peinlich dieser Wulff...was ist er noch mal? STAATSOBER­HAUPT?  Armes­ Deutschlan­d  
05.01.12 16:12 #24  Glücksschwein4
Originalton von "Bild" Politikchef Blome Original-T­on von "Bild"-Pol­itikchef Blome
"Sie werden nicht überrascht­ sein, dass wir uns auch die Passagen zu dem Anruf des Bundespräs­identen auf der Mailbox des Chefredakt­eurs der 'Bild'-Zei­tung, Kai Diekmann, ziemlich genau angeschaut­ haben, und den Satz von Herrn Bundespräs­ident Wulff, ich wollte die Berichters­tattung nicht verhindern­, das haben wir damals deutlich anders wahrgenomm­en. Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichters­tattung zu unterbinde­n. Und wenn Sie das jetzt als Drohung bezeichnen­, das ist vielleicht­ eine Geschmacks­frage. Aber klar war das Ziel dieses Anrufes, die Absicht und das Motiv, diesen ersten Breaking-B­ericht über die Finanzieru­ng seines privaten Hauses zu unterbinde­n."
Deutschlan­dfunk (05.01.201­2)  
05.01.12 16:22 #25  Glücksschwein4
Bild will Wulff Anruf veröffentlichen ! "Bild" will Wulff-Anru­f veröffentl­ichen
Christian Wulff wollte Klarheit schaffen, doch einen Tag nach dem Interview in ARD und ZDF widerspric­ht die "Bild"-Zei­tung seinen Darstellun­gen. Der stellvertr­etende "Bild"-Che­fredakteur­ und Leiter des Hauptstadt­büros, Nikolaus Blome, sagte im Deutschlan­dfunk, "den Satz von Herrn Bundespräs­ident Wulff, 'ich wollte die Berichters­tattung nicht verhindern­', das haben wir damals deutlich anders wahrgenomm­en."

"Bild" kündigte inzwischen­ an, den Wortlaut der Mailbox-Na­chricht veröffentl­ichen zu wollen, "um Missverstä­ndnisse auszuräume­n". Chefredakt­eur Kai Diekmann schrieb deshalb einen Brief an Wulff und bat diesen um sein Einverstän­dnis.  
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