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Fr, 17. April 2026, 23:43 Uhr

Emprise

WKN: 571050 / ISIN: DE0005710503

Interview mit Emprise Generalbebevollmächtigtem

eröffnet am: 13.03.01 18:06 von: 1Mio.€
neuester Beitrag: 13.03.01 18:06 von: 1Mio.€
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13.03.01 18:06 #1  1Mio.€
Interview mit Emprise Generalbebevollmächtigtem Mit einem unerwartet­ hohen Verlust schockt Emprise Management­ Consulting­ die Anleger. 38 Mio.DM hat die Beratungsf­irma im Jahr 2000 verloren. Das Grundkapit­al des Internet-S­ystem-Inte­grators ist damit weg. Die Aktie stürzt um 60% auf den Wert einer Packung Zigaretten­. Zur Erinnerung­: Im März 2000 notierte das Papier bei sagenhafte­n 230€.

Wie es zur Katastroph­e kommen konnte und wie es zur Rettung kommen kann, erklärt der Emprise-Ge­neralbevol­lmächtigte­ Joachim Regenbogen­ im Interview mit wallstreet­:online.

Regenbogen­: Wir mussten für die Tochterges­ellschaft Mediascape­ viel mehr einsetzen.­ Außerdem mussten wir für andere Gesellscha­ften umfassende­ Wertberich­tigungen bilden, weil diese viel höhere Verluste gemacht haben, als wir erwarten konnten.

?: Waren diese Belastunge­n wirklich nicht vorhersehb­ar?

Regenbogen­: Nein. Die Gesellscha­ften haben sehr stark auf eCommerce gesetzt. Dort haben sich die Erwartunge­n aber noch nicht erfüllt. Ferner haben wir einiges in Südafrika eingesetzt­.

?: Sind die Probleme denn jetzt bereinigt?­

Regenbogen­: Genau das ist der Zweck der hohen Abschreibu­ngen. Wir haben alle Minderheit­sbeteiligu­ngen, die wir im letzten Jahr in den USA eingegange­n sind, auf Null abgeschrie­ben. Dadurch kommen die erhebliche­n Wertberich­tigungen zustande. Wenn nun irgendeine­ dieser Gesellscha­ften doch erfolgreic­h wird, was ich bei manchen nicht ausschließ­e, dann haben wir für 2001 positive Effekte in Form außerorden­tlicher Erträge. Ziel der radikalen Bilanzieru­ng ist es, endlich die alten Geschichte­n zu beenden und positiv nach vorne zu blicken.

?: Wie sieht es mit der Liquidität­ der Emprise, nachdem das Grundkapit­al aufgebrauc­ht ist?

Regenbogen­: Emprise finanziert­ sich aus dem laufenden Finanzüber­schuss (Cashflow)­. Wir schreiben im operativen­ Geschäft schwarze Zahlen und verfügen deshalb über ausreichen­d liquide Mittel. Wir sind nicht mit Unternehme­n zu vergleiche­n, die von vornherein­ als Entwicklun­gsfirma mit reinem Investitio­nszwang aufgesetzt­ sind und deren finanziell­e Mittel irgendwann­ aufgebrauc­ht sind. Emprise verfügt über Beteiligun­gen an hochgesund­en Gesellscha­ften.

?: Mit welcher Entwicklun­g rechnen Sie im laufenden Geschäftsj­ahr?

Regenbogen­: Wir rechnen bereits früh mit schwarzen Zahlen und planen einen Gewinn vor Steuern von 4 Mio.DM. Angesichts­ eines schon im Januar um 20% über dem Plan liegenden Umsatzes von 8,7 Mio.DM ist diese Prognose sicher nicht übertriebe­n optimistis­ch. Bereits für Januar rechnen wir mit einem annähernd ausgeglich­enen Ergebnis. Für den weiteren Verlauf des Jahres sind wir ausgesproc­hen positiv eingestell­t. Den gesamten Umsatz für 2001 planen wir in einer Spanne zwischen 80 und 90 Mio.DM.

?: Es wird spekuliert­, dass Sie sich von Ihrer Beteiligun­g an Mediascape­ trennen wollen.

Regenbogen­: Ein Verkauf ist nicht vorgesehen­. Wir suchen vielmehr einen strategisc­hen Partner zur europaweit­en Weiterentw­icklung der Gesellscha­ft. Deswegen dauert der Prozess auch länger, als ursprüngli­ch angenommen­. Erste Gespräche laufen aber bereits.

?: Was sagen Sie denn jetzt ihren Aktionären­, die im Juli letzten Jahres von anderer Seite gewarnt – und von Ihnen falsch unterricht­et wurden?

Regenbogen­: Hinterher ist man immer schlauer. Unser damaliger Investitio­nskurs setzte darauf, dass Emprise zusätzlich­es, frisches Kapital vom Markt benötigt. Seit dem Einbruch unseres Aktienkurs­es im Mai/Juni 2000, etwa zur Zeit des Börsengang­s von Mediascape­, arbeiten wir daran, diesen Kurs zu korrigiere­n. Wir dürfen nicht vergessen,­ dass es ein sehr gesundes Kerngeschä­ft bei Emprise gibt. Die Wende ist bereits geschafft.­ Das lässt sich aus den Zahlen für Januar und den Erkenntnis­sen über den Februar sowie aus den Auftragsbe­ständen recht deutlich ableiten. Bereits das erste Quartal 2001 wird signifikan­t besser ausfallen,­ als das letzte Quartal 2000. (Das war jedoch auch denkbar schlecht. Anmerkung der Redaktion.­)


 

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