Elektrolyse - der nächste Monsterhype steht bevor
08.07.24 12:05
#1
Tony Ford
Elektrolyse - der nächste Monsterhype steht bevor
In den vergangenen Wochen habe ich mich intensiv mit dem Klimawandel und damit verbundenen Transformationsprozessen beschäftigt. Vor allem der Bereich Industrie und Bauwirtschaft interessierte mich, da medial und vor politisch sehr oft über erneuerbare Energien, Wärmepumpe, Wärmedämmung und Verkehrswende berichtet wird, doch die notwendige Transformation in der Industrie und Bauwirtschaft meist nur beiläufig erwähnt wird.
Und selbst wenn über die Industrie berichtet wird, dann wird fast ausschließlich die energetische Seite, schlichtweg Stromerzeugung betrachtet. Dass neben dem energetischen Part, der sich mittels erneuerbarer Energien weitestgehend transformieren lässt, ist das mit chemischen Prozessen nicht 1:1 möglich, sondern erfordert grundlegend neue Prozesse und chemische Grundstoffe.
Viele Stoffe in der Chemieindustrie werden über Nebenprodukte der Kraftstoffproduktion gewonnen, dem sogenannten Naphta. Sinkt die Kraftstoffproduktion, sinkt auch die Verfügbarkeit des Naphta.
Die Gewinnung von Düngemittel oder Wasserstoff wird bislang zum größten Teil über Erdgas erreicht.
Die Metallgewinnung aus Erz benötigt neben Wärmeenergie auch eine chemische Reaktion mit aktuell Kohlenstoff.
Die Herstellung von Beton benötigt eine hohe Menge an Wärmeenergie und erzeugt chemisch CO2.
All diese Prozesse verursachen auch ohne des energetischen Aspekts jede Menge CO2.
Will man diesen Ausstoß verringern, so kommt man an Wasserstoff nicht vorbei. Doch was nützt es Erz mit Wasserstoff zu reduzieren, wenn der Wasserstoff selbst bei seiner Herstellung viel CO2 verursacht?
Deshalb muss neben der Bereitstellung von viel Wasserstoff, der Wasserstoff CO2 - arm hergestellt werden, sogenannter "grüner" Wasserstoff. Man geht davon aus, dass selbst mit einem aggressiven Ausbau von "grünem" Wasserstoff, man die notwendige Menge an Wasserstoff wird auf diesem Wege nicht produzieren können, man zu einem nicht geringen Teil auch "blauen" Wasserstoff über Erdgasreformierung erzeugen muss.
Die Elektrolyse wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten eine große Wichtigkeit erlangen, welche meiner Meinung nach selbst das Thema KI noch in den Schatten stellen wird. Denn man muss bedenken, dass jedes Bauwerk, jedes Auto, im Prinzip nahezu alle Produkte Kunststoffe, Metalle, usw. enthalten, selbst die KI-Server letztendlich ohne chemische Grundstoffe und Metalle nicht realisierbar wären.
Die Nachfrage wird meiner Meinung nach derart stark ansteigen, dass die Gewinnmargen über Jahre hinweg hoch sein sollten.
Ich habe mit Nel, McPhy Energy und ITM Power mal drei europäische Elektrolyse-Spezialisten aufgelistet und denke, dass nach Beendigung der heftigen Korrektur bis in 2024 hinein, der Boden gefunden und der Zeitpunkt eines wenn auch spekulativen Einstiegs nun gegeben ist.
Nel sehe ich hier als Marktführer mit dem geringsten Risiko.
McPhy könnte mit Sitz in Frankreich und Betrieben in Dtl. und Italien einen kleinen Standortvorteil haben, ist aber aktuell deutlich spekulativer als NEL.
ITM Power sitzt in GB, ist von allen 3 Werten der Spekulativste.
Und selbst wenn über die Industrie berichtet wird, dann wird fast ausschließlich die energetische Seite, schlichtweg Stromerzeugung betrachtet. Dass neben dem energetischen Part, der sich mittels erneuerbarer Energien weitestgehend transformieren lässt, ist das mit chemischen Prozessen nicht 1:1 möglich, sondern erfordert grundlegend neue Prozesse und chemische Grundstoffe.
Viele Stoffe in der Chemieindustrie werden über Nebenprodukte der Kraftstoffproduktion gewonnen, dem sogenannten Naphta. Sinkt die Kraftstoffproduktion, sinkt auch die Verfügbarkeit des Naphta.
Die Gewinnung von Düngemittel oder Wasserstoff wird bislang zum größten Teil über Erdgas erreicht.
Die Metallgewinnung aus Erz benötigt neben Wärmeenergie auch eine chemische Reaktion mit aktuell Kohlenstoff.
Die Herstellung von Beton benötigt eine hohe Menge an Wärmeenergie und erzeugt chemisch CO2.
All diese Prozesse verursachen auch ohne des energetischen Aspekts jede Menge CO2.
Will man diesen Ausstoß verringern, so kommt man an Wasserstoff nicht vorbei. Doch was nützt es Erz mit Wasserstoff zu reduzieren, wenn der Wasserstoff selbst bei seiner Herstellung viel CO2 verursacht?
Deshalb muss neben der Bereitstellung von viel Wasserstoff, der Wasserstoff CO2 - arm hergestellt werden, sogenannter "grüner" Wasserstoff. Man geht davon aus, dass selbst mit einem aggressiven Ausbau von "grünem" Wasserstoff, man die notwendige Menge an Wasserstoff wird auf diesem Wege nicht produzieren können, man zu einem nicht geringen Teil auch "blauen" Wasserstoff über Erdgasreformierung erzeugen muss.
Die Elektrolyse wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten eine große Wichtigkeit erlangen, welche meiner Meinung nach selbst das Thema KI noch in den Schatten stellen wird. Denn man muss bedenken, dass jedes Bauwerk, jedes Auto, im Prinzip nahezu alle Produkte Kunststoffe, Metalle, usw. enthalten, selbst die KI-Server letztendlich ohne chemische Grundstoffe und Metalle nicht realisierbar wären.
Die Nachfrage wird meiner Meinung nach derart stark ansteigen, dass die Gewinnmargen über Jahre hinweg hoch sein sollten.
Ich habe mit Nel, McPhy Energy und ITM Power mal drei europäische Elektrolyse-Spezialisten aufgelistet und denke, dass nach Beendigung der heftigen Korrektur bis in 2024 hinein, der Boden gefunden und der Zeitpunkt eines wenn auch spekulativen Einstiegs nun gegeben ist.
Nel sehe ich hier als Marktführer mit dem geringsten Risiko.
McPhy könnte mit Sitz in Frankreich und Betrieben in Dtl. und Italien einen kleinen Standortvorteil haben, ist aber aktuell deutlich spekulativer als NEL.
ITM Power sitzt in GB, ist von allen 3 Werten der Spekulativste.
60 Postings ausgeblendet.
10.10.24 13:00
#62
Tony Ford
weder glauben noch hören sollst du auf mich ...
Jeder Anleger sollte sich selbst ein Bild machen und seine Entscheidungen treffen.
Meiner Meinung nach ist sehr viel Pessimismus in den Kursen eingepreist, gepaart mit einem schleppend verlaufenden Ausbau an Elektrolyse-Kapazitäten.
Fakt ist, dass die Wasserstoffelektrolyse ein, wenn nicht der entscheidende Baustein ist um die Klimaziele annähernd erreichen zu können.
Denn man mag konventionelle Kraftwerke durch erneuerbare Energiequellen ersetzen, doch für die Industrie und Landwirtschaft genügt das nicht, da braucht es Wasserstoff als Grundbaustein chemischer Prozesse, Prozesse, welche aktuell noch fast ausschließlich über fossile Quellen gespeist werden müssen.
Um also die Klimaziele bis 2050 erreichen zu können, genügt das aktuelle Ausbautempo an Elektrolyse nicht Ansatzweise. D.h. die Auftragsbücher werden sich in den kommenden Jahren mehr und mehr füllen.
In den letzten Zahlen von NEL ist der positive Trend deutlich erkennbar. In 6 Tagen wird sich zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt. Ich bin diesbezüglich optimistisch.
32759866
Meiner Meinung nach ist sehr viel Pessimismus in den Kursen eingepreist, gepaart mit einem schleppend verlaufenden Ausbau an Elektrolyse-Kapazitäten.
Fakt ist, dass die Wasserstoffelektrolyse ein, wenn nicht der entscheidende Baustein ist um die Klimaziele annähernd erreichen zu können.
Denn man mag konventionelle Kraftwerke durch erneuerbare Energiequellen ersetzen, doch für die Industrie und Landwirtschaft genügt das nicht, da braucht es Wasserstoff als Grundbaustein chemischer Prozesse, Prozesse, welche aktuell noch fast ausschließlich über fossile Quellen gespeist werden müssen.
Um also die Klimaziele bis 2050 erreichen zu können, genügt das aktuelle Ausbautempo an Elektrolyse nicht Ansatzweise. D.h. die Auftragsbücher werden sich in den kommenden Jahren mehr und mehr füllen.
In den letzten Zahlen von NEL ist der positive Trend deutlich erkennbar. In 6 Tagen wird sich zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt. Ich bin diesbezüglich optimistisch.
11.10.24 18:51
#64
Tony Ford
die Auftragsbücher ...
werden sich für eine breite Masse an Unternehmen füllen, denn die Nachfrage wird so stark steigen, dass allein chinesische Unternehmen nicht in der Lage sein werden, die ganze Welt mit Elektrolyse auszustatten. Chinesische Unternehmen werden wahrscheinlich mit dem heimischen Markt ausreichend gut beschäftigt sein.
Wiegesagt, wir stehen momentan gerademal ganz am Anfang.
Wiegesagt, wir stehen momentan gerademal ganz am Anfang.
12.10.24 14:08
#66
Tony Ford
ja, abwarten ...
und schauen, was die kommenden Zahlen an neuen Erkenntnissen bringen.
Sensationen sind sicherlich nicht zu erwarten. Doch was der Markt aktuell gerade einpreist ist eine Verschlechterung der Ergebnisse.
D.h. wenn die Ergebnisse annähernd wie die Prognosen gemeldet werden und auch der Ausblick nicht deutlich reduziert wird, dann sehe ich gute Chancen auf eine Erholung.32763477
Sensationen sind sicherlich nicht zu erwarten. Doch was der Markt aktuell gerade einpreist ist eine Verschlechterung der Ergebnisse.
D.h. wenn die Ergebnisse annähernd wie die Prognosen gemeldet werden und auch der Ausblick nicht deutlich reduziert wird, dann sehe ich gute Chancen auf eine Erholung.
16.10.24 08:38
#69
Tony Ford
Zahlen von NEL ...
fallen schlechter als von Analysten erwartet aus. Wobei hier wahrscheinlich die Abspaltung eines Geschäftsbereichs wahrscheinlich bei so manch Analyst noch gar nicht berücksichtigt wurde.
Positiv auf Sicht der kommenden Quartale ist, dass NEL die Investitionen in 2025 auf die Hälfte von 2024 reduzieren wird. Damit sollten die Kosten deutlich sinken. Mit einer sich dann hoffentlich verbesserten Auftragslage könnte der Turnaround gelingen.
Aber wie in #67 richtig geschrieben, braucht es hierzu wohl noch etwas Geduld.
https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...er-als-erwartet-48083465/
Positiv auf Sicht der kommenden Quartale ist, dass NEL die Investitionen in 2025 auf die Hälfte von 2024 reduzieren wird. Damit sollten die Kosten deutlich sinken. Mit einer sich dann hoffentlich verbesserten Auftragslage könnte der Turnaround gelingen.
Aber wie in #67 richtig geschrieben, braucht es hierzu wohl noch etwas Geduld.
https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...er-als-erwartet-48083465/
19.12.24 17:02
#71
Tony Ford
McPhy ...
die +40% sind schon fast wieder weg.
Aber ...
es besteht durchaus Hoffnung auf eine Bodenbildung, denn die Erholung erfolgte mit hoher Dynamik, der Rückgang mit fallender Dynamik. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass das Tief vorerst erreicht ist.32861500
Aber ...
es besteht durchaus Hoffnung auf eine Bodenbildung, denn die Erholung erfolgte mit hoher Dynamik, der Rückgang mit fallender Dynamik. Das ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass das Tief vorerst erreicht ist.
13.03.25 18:12
#75
Tony Ford
das Timing war nicht gut ...
dennoch sollte man den Bereich der H2-Hydrolyse noch nicht abschreiben und zumindest auf der Watchlist behalten.
Wichtig ist aber, dass charttechnisch eine Bodenbildung abzuwarten, welche mit einer Stabilisierung bei den Fundamentaldaten einhergehen sollte. Es muss absehbar sein, dass sich der Trend umkehrt, das Momentum wieder klar auf der Oberseite liegt und es sich nicht nur um kurze Strohfeuer handelt, die schnell wieder abverkauft werden oder denen keine Anschlusskäufe folgen.
Am Besten gefällt mir unter den europäischen H2-Hydrolyseuren ThyssenKrupp Nucera. Hier sehe ich aktuell die besten Chancen.
Aber auch NEL hat mit Samsung wieder eine Perspektive erhalten, die sich aber erst noch in Aufträgen und Umsätzen und irgendwann auch mit Gewinnen zeigen muss.
Wichtig ist aber, dass charttechnisch eine Bodenbildung abzuwarten, welche mit einer Stabilisierung bei den Fundamentaldaten einhergehen sollte. Es muss absehbar sein, dass sich der Trend umkehrt, das Momentum wieder klar auf der Oberseite liegt und es sich nicht nur um kurze Strohfeuer handelt, die schnell wieder abverkauft werden oder denen keine Anschlusskäufe folgen.
Am Besten gefällt mir unter den europäischen H2-Hydrolyseuren ThyssenKrupp Nucera. Hier sehe ich aktuell die besten Chancen.
Aber auch NEL hat mit Samsung wieder eine Perspektive erhalten, die sich aber erst noch in Aufträgen und Umsätzen und irgendwann auch mit Gewinnen zeigen muss.
