Die Königin im TecDAX
Seit Dienstag, als die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet hatte, dass Qiagen "strategische Optionen, inklusive eines Verkaufs" prüfe, hat die Aktie bereits um etwas mehr als 18 Prozent zugelegt.
Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) hob am Donnerstag das in US-Dollar gerechnete Kursziel für die Aktie, die am US-Markt stärker gehandelt wird als in Frankfurt, von 52 auf 54 Dollar (Dollarkurs) an, senkte die Bewertung jedoch von "Buy" auf "Hold". Analyst Jan Koch ist nach wie vor überzeugt, dass Qiagen "ein attraktives Übernahmeziel" bleibt. Das Aufwärtspotenzial nach dem Kurssprung und der Bewertung der Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nun über 20 für 2026 sei aber jetzt begrenzt.
Allgemein erinnerte Koch daran, dass es seit 2019 siebenmal Spekulationen über eine Übernahme von Qiagen gegeben habe, unter anderem im Zusammenhang mit Unternehmen wie Thermo Fisher , Biomerieux , Bio-Rad Laboratories und Quidel . Auch wenn frühere Übernahmeinteressen nicht zum Abschluss einer Transaktion geführt hätten, könnte dies angesichts des bevorstehenden Ausscheidens von Vorstandschef Thierry Bernard nun anders aussehen und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Transaktion erhöhen.
Quelle: dpa-AFX
Auszüge aus 3 Meldungen:
Allgemein erinnerte Koch daran, dass es seit 2019 siebenmal Spekulationen über eine Übernahme von Qiagen gegeben habe, unter anderem im Zusammenhang mit Unternehmen wie Thermo Fisher , Biomerieux , Bio-Rad Laboratories und Quidel . Auch wenn frühere Übernahmeinteressen nicht zum Abschluss einer Transaktion geführt hätten, könnte dies angesichts des bevorstehenden Ausscheidens von Vorstandschef Thierry Bernard nun anders aussehen und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Transaktion erhöhen.
DOW JONES--Qiagen hat Mark Stevenson mit Wirkung zum vergangenen Freitag in den Aufsichtsrat berufen. Stevenson werde sich auf der Hauptversammlung im Juni 2026 zur Wahl stellen, teilte das Diagnostikunternehmen mit. Der Manager war zuletzt als Executive Vice President und Chief Operating Officer bei Thermo Fisher Scientific tätig.
Könnte also auch nur ein Zufall sein bei dem sehr übersichtlichen Pool.
Strategisch wäre das auch nicht grade schlau gewesen. Vor drei Wochen wäre man beim Dreimonatsmittelkurs von ca. 40 gewesen. Da wäre ein Angebot von 46 ein Aufschlag von 15% gewesen und das Interesse der Verkäufer wäre da gewesen. Ob jetzt noch einer seine Anteile für weniger als 53€ (46€+15%) abgibt. Hm. Der Profit liegt auch bei M&A im Einkauf.
PS: ich bin übrigens nicht an Bord. Mir war die 38/39 € immer noch zu spekulativ, um einzusteigen - man hat auch mal Pech.
dpa-AFX-Analyser
21.01.2026
JEFFERIES stuft QIAGEN NV auf 'Buy'
NEW YORK (dpa-AFX Analyser) - Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Qiagen auf "Buy" mit einem Kursziel von 57 US-Dollar belassen. Analyst Tycho Peterson verwies in einer am Mittwoch vorliegenden Studie auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, dem zufolge der Laborspezialist und Diagnostikkonzern "strategische Optionen", inklusive eines Verkaufs, erwäge. Auch wenn sich das Management noch nicht geäußert habe, sei der Zeitpunkt nicht nur angesichts des im November bekanntgegebenen Abschieds des Konzernchefs Thierry Bernard "günstig wie nie", schrieb Peterson. Er hält ein Interesse an Qiagen von mehreren Anbietern für möglich, da es dies bereits in der Vergangenheit mehrfach gegeben habe. Dabei könne Qiagen nach dem Ende der Corona-Pandemie mit einem Produktportfolio punkten, das "hochgradig differenziert" sei. Hinzu komme, dass die Börsenbewertung von Qiagen trotz einer überzeugenden geschäftlichen Wachstumsbasis derjenigen der Wettbewerber hinterherhinke. Ein Übernahmepreis von 60 Dollar je Aktie hält Peterson für angemessen./ck/mis
Veröffentlichung der Original-Studie: 21.01.2026 / 02:17 / ET
Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 21.01.2026 / 02:17 / ET
Prognose von einem Wachstum von gut 5% erreicht mit über 2,09 Mrd. US-Dollar.
QIAGEN hat im vierten Quartal 2025 seine Prognosen für Umsatz und Ergebnis übertroffen. Wie das Unternehmen mitteilte, erzielte der Diagnostik- und Life-Sciences-Konzern einen Umsatz von 540 Mio. US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 4 Prozent bei tatsächlichen Wechselkursen und 1 Prozent bei konstanten Wechselkursen (CER).
Damit lag das Umsatzwachstum über der zuvor erwarteten stabilen Entwicklung auf Vorjahresniveau. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie belief sich auf 0,62 US-Dollar (CER) und übertraf die Prognose von rund 0,60 US-Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,49 US-Dollar.
Treiber der Entwicklung waren erneut die definierten Wachstumsträger, die im vierten Quartal währungsbereinigt um 7 Prozent zulegten. Belastend wirkten sich hingegen Umsatzeffekte von rund 10 Mio. US-Dollar aus eingestellten Produkten wie NeuMoDx und Dialunox aus. Zudem flossen erste Beiträge aus der im Dezember 2025 abgeschlossenen Übernahme von Parse ein.
Geschäftsjahr 2025 am oberen Ende der Prognose
Im Gesamtjahr 2025 erzielte QIAGEN einen Konzernumsatz von 2,09 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 6 Prozent bei tatsächlichen Wechselkursen und 5 Prozent bei konstanten Wechselkursen und liegt damit am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 4 bis 5 Prozent (CER).
Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 2,40 US-Dollar (CER) und übertraf damit sowohl die Prognose von etwa 2,38 US-Dollar als auch die ursprüngliche Jahreserwartung. Das verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich auf 1,94 US-Dollar. Auch im Gesamtjahr wirkten sich Produktabkündigungen mit rund 20 Mio. US-Dollar negativ auf den Umsatz aus.
Die Wachstumsträger erreichten 2025 einen Umsatz von 1,49 Mrd. US-Dollar (CER) und wuchsen währungsbereinigt um 8 Prozent. Gleichzeitig verbesserte QIAGEN seine bereinigte operative Marge trotz Zöllen und Währungsbelastungen um 80 Basispunkte auf 29,5 Prozent.
Ausblick 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet QIAGEN mit einem Umsatzwachstum von mindestens 5 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Die Wachstumsträger sollen dabei rund 1,64 Mrd. US-Dollar Umsatz beisteuern, was einem währungsbereinigten Plus von etwa 9 Prozent entspräche. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie soll mindestens 2,50 US-Dollar (CER) erreichen.
Das Unternehmen verweist zudem auf Fortschritte bei der Kapitalallokation. Bislang wurden mehr als 1,1 Mrd. US-Dollar vorzeitig an Aktionäre zurückgeführt. Darüber hinaus schloss QIAGEN mit Genoox und Parse zwei weitere Akquisitionen ab, um das Diagnostik- und Technologieportfolio gezielt zu erweitern. Zu laufenden Gerüchten über eine mögliche Übernahme sowie zu den eigenen Überlegungen zu „strategischen Optionen“ wie auch einem neu zu bestellenden CEO machte das Unternehmen aktuell keine Angaben. Dies könnte noch Thema in der heutigen Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen werden.
VENLO/HILDEN (dpa-AFX) - Qiagen hat 2025 von einer anziehenden Nachfrage nach seinen Kernprodukten profitiert. Im Schlussquartal schwächte sich die Wachstumsdynamik zwar ab, dennoch liefen die drei Monate besser als vom Labordienstleister und Diagnostikkonzern selbst und auch von Analysten erwartet. Im neuen Jahr 2026 will der Dax-Konzern in etwa so stark wachsen wie im vergangenen und seinen Gewinn weiter steigern. Für das erste Quartal bahnt sich indes ein minimaler Ergebnisrückgang an, wie das Unternehmen am späten Mittwochabend verkündete. Grund seien - wie bereits bekannt - die jüngste Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse, aber auch Zölle. Die im Dax reagierte Aktie auf die Nachrichten im nachbörslichen US-Handel nicht spürbar.
"Qiagen hat das Jahr 2025 mit disziplinierter Umsetzung abgeschlossen und unsere Prognosen für den Umsatz und den bereinigten Gewinn je Aktie im vierten Quartal 2025 übertroffen", sagte der scheidende Konzernchef Thierry Bernard laut Mitteilung. Im Gesamtjahr stieg der Erlös um sechs Prozent auf knapp 2,09 Milliarden Dollar (ca 1,77 Mrd Euro), währungsbereinigt betrug das Plus noch fünf Prozent. Allerdings bremste im Schlussquartal unter anderem der Stillstand der US-Regierung, sodass Qiagen lediglich noch ein währungsbereinigtes Plus von einem Prozent auswies.
Unter dem Strich konnte Qiagen seinen Gewinn 2025 sogar auf 425 Millionen Dollar verfünffachen - ein Jahr zuvor hatten noch Restrukturierungskosten kräftig auf das Ergebnis gedrückt.
Auch 2026 peilt das Management um den scheidenden Bernard abseits von Wechselkurseffekten ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent an. Dabei sollen Qiagens wichtigste Wachstumstreiber mit plus 9 Prozent noch stärker wachsen. Diese Produkte, zu denen der Tuberkulosetest Quantiferon, Probentechnologien, das Bioinformatikgeschäft sowie die Geräte Qiastat-Dx und Qiacuity gehören, sollen in diesem Jahr insgesamt währungsbereinigt rund 1,64 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz beitragen, nach knapp eineinhalb Milliarden im vergangenen Jahr. 2028 sollen es dann zwei Milliarden Dollar sein, wie Qiagen erst kürzlich bekräftigte.
Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr zu konstanten Umrechnungskursen auf mindestens 2,50 Dollar klettern, verglichen mit 2,38 Dollar im vergangenen Jahr. Dabei wird für das erste Quartal wegen Parse und der Zölle ein leichter Rückgang um einen US-Cent im Vergleich zum Vorjahr erwartet.
Qiagen hatte einen starken Lauf in der Corona-Pandemie dank einer hohen Nachfrage nach seinen Tests. Nach der Pandemie litt der Konzern unter einer Nachfragedelle, von der sich der Konzern 2024 dann etwas erholte. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte das Management dann seine Prognosen mehrfach erhöhen können. "Auch bei der Kapitalallokation haben wir gute Fortschritte gemacht", sagte Finanzchef Roland Sackers. "Wir haben bis heute mehr als 1,1 Milliarden Dollar vorzeitig an die Aktionärinnen und Aktionäre zurückgezahlt und zwei zusätzliche Akquisitionen abgeschlossen."
So kaufte Qiagen Genoox hinzu, einen in Israel ansässigen Anbieter von KI-gestützter Software für die Genomdatenanalyse. Zum Jahresende schloss der Konzern dann den Zukauf von Parse Biosciences ab, mit dem Qiagen sein Portfolio für Probentechnologien stärkt. Das US-Unternehmen verfügt über eine Plattform, die mit einer hohen Auflösung die Analyse von Milliarden Einzelzellen ermöglicht.
Derweil rückte das Dax-Unternehmen, das bereits in der Vergangenheit mehrfach als Übernahmekandidat gehandelt worden war, zuletzt wieder in den Fokus der Spekulationen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete vor wenigen Wochen, Qiagen habe sich Berater an die Seite geholt und prüfe strategische Optionen, darunter auch seinen eigenen Verkauf. Qiagen hat die Gerüchte bislang nicht kommentiert - auch in der Mitteilung zur Zahlenvorlage nahm der Konzern hierzu keine Stellung.
Offen bleibt bislang auch, wer die Nachfolge von Unternehmenslenker Bernard antreten könnte. Im vergangenen November hatte Qiagen mitgeteilt, dass der Manager zurücktreten wird, sobald Ersatz für ihn gefunden ist./tav/he
DOW JONES--Qiagen-Finanzvorstand Roland Sackers hat den Aktionären des Diagnostikspezialisten eine weitere Erhöhung ihrer Rendite in Aussicht gestellt. "Wir werden mit Sicherheit überlegen, ob wir für die Hauptversammlung einen Dividenerhöhungsvorschlag einreichen werden und auch neue Aktienrückkaufprogramme", sagte Sackers in der Pressekonferenz zu den Zahlen des abgelaufenen Jahres. Qiagen hatte erst zu Jahresbeginn einen synthetischen Aktienrückkauf über 500 Millionen Dollar umgesetzt und im vergangenen Jahr erstmalig eine Dividende gezahlt. Zu Berichten, wonach Qiagen strategische Optionen prüfe, unter anderem auch einen potenziellen Verkauf, wollte sich Sackers nicht äußern. "Zu Marktkommentaren geben wir keine Stellung ab", sagte er. Es sei jedoch die Aufgabe eines jeden Unternehmens, regelmäßig zu prüfen, was seinen Investoren den meisten Wert einbringe, sagte er. Qiagen unterziehe sich dieser Aufgabe zusammen mit dem Aufsichtsrat regelmäßig. "Wir fühlen uns sehr wohl mit unserem organischen Wachstumsmöglichkeiten insgesamt aufgestellt", fügte der Finanzchef hinzu.
VENLO/HILDEN (dpa-AFX) - Der im Fokus von Übernahmespekulationen stehende Dax-Konzern Qiagen hat 2025 von einer anziehenden Nachfrage nach seinen Kernprodukten profitiert. Im neuen Jahr 2026 will der Labordienstleister und Diagnostikanbieter in etwa so stark wachsen wie im vergangenen, auch der Gewinn soll weiter steigen. Finanzchef Roland Sackers sieht den Konzern insbesondere für die weitere Entwicklung aus eigener Kraft gut positioniert. Die Übernahmespekulationen wollte der Manager am Donnerstag derweil nicht kommentieren - dementierte sie aber auch nicht ausdrücklich. Die Aktie gab im Verlauf deutlich nach. Am Nachmittag stand die Aktie rund 3,6 Prozent tiefer. Damit setzt sich die Talfahrt ausgehend vom vorangegangen Kurssprung fort. Mitte Januar war das Papier wegen der Verkaufsfantasien binnen weniger Handelstage um rund ein Fünftel angesprungen. Seitdem hat sie einen Teil verloren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Qiagen habe sich Berater an die Seite geholt und prüfe strategische Optionen, darunter auch seinen eigenen Verkauf. Finanzchef Sackers wollte dies nicht kommentieren, vom Manager kam aber auch kein ausdrückliches Dementi der Gespräche. Die Branche befinde sich in einer Konsolidierungsphase, und es sei deshalb ein "gutes Zeichen", dass Qiagen "mit einem der attraktivsten Portfolios" Interesse wecke. Generell sei es die Aufgabe eines Unternehmens, sich in regelmäßigen Abständen umzuschauen. Der Konzern nehme aber seine Verantwortung gegenüber seinen Aktionären sehr ernst. Qiagen setze den Fokus deshalb nach wie vor darauf, seine bis 2028 geltende Strategie umzusetzen und die mittelfristige Prognose "zu erreichen oder zu übertreffen", so Sackers. Dabei stellte der Manager angesichts der deutlichen Margenverbesserung im vergangenen Jahr auch eine Erhöhung des Profitabilitätsziels für 2028 noch in diesem Jahr in Aussicht. Es sei aber Aufgabe eines neuen Konzernchefs, sich die Zahlen zunächst genauer anzuschauen. Der amtierende Qiagen-Lenker Thierry Bernard hatte im November mitgeteilt, dass er sein Amt aufgibt, sobald die Nachfolge geklärt ist. Aktuell hat der Aufsichtsrat aber noch niemanden offiziell für den Spitzenposten neu bestellt. Qiagen bietet unter anderem Probentechnologien und diverse Diagnostiklösungen wie etwa den Tuberkulosetest Quantiferon und die Analysesysteme Qiastat-Dx und Qiacuity an. Nach einem starken Lauf in der Pandemie dank einer hohen Nachfrage nach Covid-Tests und einer anschließenden Nachfragedelle, geht es seit 2024 beim Konzern wieder aufwärts. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte das Management seine Prognosen mehrfach erhöht. 2025 erhielt das Unternehmen vor allem von seinen wichtigsten Wachstumsträgern Schwung. Der Erlös stieg um sechs Prozent auf knapp 2,09 Milliarden Dollar (ca 1,77 Mrd Euro). Im Schlussquartal schwächte sich die Wachstumsdynamik zwar ab, dennoch liefen die drei Monate besser als vom Konzern selbst und auch von Analysten erwartet. Unter dem Strich konnte Qiagen seinen Gewinn auf 425 Millionen Dollar verfünffachen - ein Jahr zuvor hatten noch Restrukturierungskosten kräftig auf das Ergebnis gedrückt. Trotz eines Bremseffekts durch die US-Zölle stiegen 2025 auch das operative Ergebnis und die entsprechende Marge deutlich. Die Anleger haben gute Aussichten, davon zu profitieren. "Wir erwägen, der Hauptversammlung weitere Aktienrückkäufe vorzuschlagen", sagte Sackers. "Auch eine Dividenderhöhung ist etwas, was wir sicher intern diskutieren werden." Im vergangenen Juli hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte den Aktionären eine Bardividende von 25 US-Cent ausgezahlt. Für 2026 peilt das Management nun abseits von Wechselkurseffekten ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent an - und damit so viel wie im Vorjahr. Dabei sollen Qiagens wichtigste Wachstumstreiber mit plus 9 Prozent noch stärker wachsen. Berücksichtigt ist auch ein erster Umsatzbeitrag von 40 Millionen Dollar durch die jüngst erfolgte Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse Biosciences. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr zu konstanten Umrechnungskursen auf mindestens 2,50 Dollar klettern, verglichen mit 2,38 Dollar im vergangenen Jahr. Dabei wird für das erste Quartal aber wegen einer verwässernden Wirkung durch den Parse-Zukauf und wegen der Zölle ein leichter Rückgang um einen US-Cent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Rackers schätzt unterdessen, dass die höheren US-Zölle Qiagen im weiteren Jahresverlauf im Vergleich zu 2025 keine wesentliche Mehrbelastung bereiten dürften. Der Konzern habe einen großen Teil der Zölle an Kunden weitergeben können, nun dürfte Qiagen auch seine Logistikketten überarbeiten, um Zollaufschläge zu umgehen. Befragt nach möglichen weiteren Übernahmen bekräftigte er, dass Qiagen weitere ergänzende Zukäufe ins Auge nehme.
Die in USD bilanzierende Gesellschaft hat den Konzernumsatz im Gesamtjahr bei konstanten Wechselkursen um fünf Prozent auf fast 2,1 Mrd. USD und im Schlussquartal 2026 um ein Prozent auf 540 Mio. USD gesteigert. Qiagen hat damit das obere Ende seiner Prognose für 2025 erreicht. Darin enthalten sind negative Wechselkurseffekte, aber auch Belastungen in Höhe von etwa 20 Mio. USD durch eingestellte Produkte wie NeuMoDx und Dialunox. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie kletterte auf 2,40 USD und toppte auch hier die eigene Prognose, die von 2,39 USD ausgegangen war.
Wachstumsträger überzeugen
„Qiagen hat in einem schwierigen Marktumfeld, das von Zurückhaltung bei Neuanschaffungen geprägt war, erneut ein solides profitables Wachstum gezeigt“, kommentierte Finanzvorstand Roland Sackers die Geschäftszahlen. Die Basis dafür gelegt haben die fünf von Qiagen als solche bezeichneten Wachstumsträger. Dazu zählen das Tuberkulose-Diagnostikum Quantiferon, die Probentechnologien, das Bioinformatikgeschäft, das Gerät QIAstat-Dx zur Diagnose von Infektionskrankheiten sowie Qiacuity, ein digitales molekularbiologisches Testsystem für die klinische Diagnostik. Dieses Quintett schaffte ein währungsbereinigtes Wachstum von 8 % und fast 1,5 Mrd. EUR Jahresumsatz.
Positiv überrascht hat Qiagen auch bei der Profitabilität. Ungeachtet von negativen Währungseffekten und Zollbelastungen schob sich die bereinigte operative Marge um 80 Basispunkte auf 29,5 %. Dass der operative Cashflow gegenüber dem Vorjahr leicht von 674 auf 654 Mio. USD schrumpfte, begründete das Unternehmen mit höheren Kapitalkosten für die IT-Infrastruktur. Mit 839 Mio. USD an Cashreserven sieht sich Qiagen nach den Worten von Sackers gut gerüstet für weitere Zukäufe.
Zukäufe und Produktneuheiten
Zwei solcher Akquisitionen hat Qiagen zuletzt abgeschlossen, um das eigene Produktportfolio zu erweitern. Die israelische Firma Genoox ist auf KI-basierte Software zur Genomdatenanalyse spezialisiert. 225 Mio. USD in Barmitteln zuzüglich bis zu 55 Mio. USD erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen an die Anteilseigner legte Qiagen im November für die Übernahme von Parse Biosciences auf den Tisch. Das US-Unternehmen verfügt über eine Plattform, die Hochdurchsatz-Einzelzellanalysen in Milliardenzahlen ermöglicht. Ein großer Vorteil der Parse-Lösungen ist die hohe Skalierbarkeit: Sie erfordern kein spezielles Gerät und sind deshalb schnell in jedem Labor einsetzbar. Das Parse-Portfolio lieferte bereits im Dezember erste Erlöse und soll 2026 mit 40 Mio. USD zum Konzernumsatz beitragen.
Zu den eigenen Produktneuheiten für 2026 zählt die neue Generation von QuantiFERON, mit der Qiagen weitere Marktanteile erschließen will. 2025 glänzte QuantiFERON mit zweistelligen Wachstumsraten aus allen geografischen Regionen. Das neue Produkt soll Testergebnisse von 75 % mehr Patienten mit 25 % weniger Zeitaufwand auslesen können. „Bei drei Produktstarts betreten wir dieses Jahr komplett neue Märkte,“ erläuterte dazu Firmenchef Thierry Bernard.
Verhaltener Start 2026
Die neuen Produkte sollen im Verbund mit den fünf bestehenden Wachstumsträgern im Verlauf des Geschäftsjahres 2026 eine Wachstumsbeschleunigung herbeiführen. Für 2026 erwartet Qiagen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in der Größenordnung von mindestens 5%. Der Gewinn je Aktie soll von 2,38 auf 2,50 US$ steigen. Die bereinigte operative Marge dürfte im Vergleich zu 2025 stabil bleiben, wobei etwa 160 Basispunkte Belastung durch die Übernahme von Parse sowie durch Zölle und Währungsschwankungen absorbiert werden dürften.
Ambitionierte Mittelfristziele
Dieser vorsichtige Ausblick in der Pressemitteilung zu den Zahlen hatte wohl etliche Investoren als erste Reaktion veranlasst, Qiagen-Aktien zu verkaufen. In der Analystenkonferenz erläuterte das Management die Gründe dafür. Das verhaltene Wachstum von bis zu 3% im ersten Halbjahr ist demnach auch den negativen Effekten durch die eingestellten Produkte NeuMoDx und Dialunox geschuldet. Im zweiten Halbjahr soll sich das Wachstum dann auf 7 % bis 8 % beschleunigen.
Mittelfristig hat sich Qiagen zum Ziel gesetzt, bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von im Schnitt sieben Prozent einzufahren. Dann sollen die Wachstumsträger 2 Mrd. USD Jahresumsatz einfahren. Die bereinigte operative Marge soll bis dahin 31 % erreichen.
Dividende und Übernahmespekulationen
Qiagen will die Aktionäre noch stärker an der positiven Entwicklung beteiligen. Mehr als 1,1 Mrd. USD hat das Unternehmen vorzeitig an die Aktionäre zurückgeführt. Die Hauptversammlung im Juni soll über eine Dividende und neue Aktienrückkaufprogramme entscheiden.
Nicht geäußert hat sich das Management dagegen zu Übernahmespekulationen, die den Aktienkurs im Januar beflügelten. „Wir fühlen uns mit unseren organischen Wachstumsmöglichkeiten sehr gut aufgestellt“, kommentierte Finanzvorstand Sackers auf Nachfrage. Keine Auskunft gab es auch zu möglichen Nachfolgekandidaten für den scheidenden Vorstandschef Bernard. Im November hatte das Unternehmen angekündigt, dass der seit 2019 als CEO amtierende Franzose auf der Hauptversammlung im Juni nicht mehr für den Vorstand kandidieren wird.
FAZIT
Vor allem die an den Finanzmärkten wieder kursierenden Übernahmespekulationen hatten die Qiagen-Aktie im Januar auf das höchste Kursniveau seit drei Jahren befördert. Nach dem jüngsten Rücksetzer bezahlen Anleger für den Titel immer noch das 20-Fache des für 2027 erwarteten Gewinns je Aktie. Das ist auch für einen Diagnostikspezialisten mit einer im Branchenvergleich hohen operativen Marge von 29,5 % eine stattliche Bewertung. Um deutlich höhere Kurse jenseits der 50,00 EUR zu rechtfertigen, muss Qiagen in den nächsten Quartalen im operativen Geschäft liefern. Dazu muss die Nachfrage bei den zwei Endkundengruppen, der biopharmazeutischen Industrie und der akademischen Forschung, in den nächsten Quartalen deutlich anziehen.
12.02.2026 BERENBERG erhöht das Kursziel für QIAGEN von 46 EUR auf 50 EUR. Buy.
10.02.2026 LBBW erhöht das Kursziel für QIAGEN von 49,48 EUR auf 50 EUR. Buy.
05.02.2026 JEFFERIES erhöht das Kursziel für QIAGEN von 57 EUR auf 59 EUR. Buy.
Basierend auf aktuellen Marktanalysen (Stand Januar 2026) wird ein möglicher Übernahmepreis von
60 US-Dollar pro Aktie für Qiagen als gerechtfertigt angesehen, was umgerechnet etwa 51 Euro entspricht.
Hier sind die Details:
Bewertung: Analysten (wie Jefferies) halten einen Preis um die 60 USD (ca. 51 EUR) für ein "hochgradig differenziertes" Portfolio für angemessen.
Hintergrund: Aufgrund neuer Übernahmefantasien Anfang 2026 ist die Aktie stark gestiegen, da Investoren auf einen Verkauf nach einem Chefwechsel hoffen.
Vergleich 2020: Bei dem gescheiterten Übernahmeversuch durch Thermo Fisher im Jahr 2020 lag das finale Angebot bei 43 Euro pro Aktie.
Hinweis: Dies bezieht sich auf Übernahmespekulationen Anfang 2026 und nicht auf ein festes Angebot.
Thermo 1 week: -3.81 %
Agilent 1 week: -3.93%
Qiagen 1 week: -4.50%
Schnäppchen wirds ab 38€ EUR.

