Die systemischen Risiken mehren sich
03.04.23 12:57
Triodos IM
LA Driebergen-Rijsenburg (www.aktiencheck.de) - Die Ereignisse der letzten Wochen beweisen, dass die systemischen Risiken im Finanzsektor nicht verschwunden sind, so Hans Stegemann, Chefvolkswirt bei der Triodos Bank.
Sie seien nur nicht früher ausgebrochen, da sie durch einen "Liquiditätschleier" verdeckt gewesen seien.
- Zuerst der Schock in den USA, wo das Silicon Valley einmal mehr bewiesen habe, dass Technologie auch einen Bank Run beschleunigen könne.
- und dann die Schweiz, wo ein Problem, das sich seit Jahren bei einer übergroßen Bank hingezogen habe, in einer Zwangsübernahme gegipfelt habe, wodurch die systemischen Probleme auf lange Sicht noch größer geworden seien.
Stegemann glaube, dass die systemischen Risiken noch zugenommen hätten. In vielen Ländern seien die großen Akteure nur noch größer geworden. Das gelte sowohl für Banken als auch für Vermögensverwalter. In den meisten Ländern sei der Konzentrationsgrad im Bankensektor gestiegen, was auf die Technologie zurückzuführen sei, die Größenvorteile für große Geldströme schaffe. Außerdem habe die Aufsicht, insbesondere im Bankensektor, zu einer weitgehenden Monokultur geführt: Standardisierung und strengere Vorschriften würden die Kontrolle erleichtern, aber die Vielfalt verringern. Auch die negativen Rückkopplungsschleifen im System würden sich immer schneller bemerkbar machen. Das habe der Bank-Run auf die Silicon Valley Bank gezeigt, aber auch auf den Finanzmärkten im Allgemeinen. Panik könne sich schneller ausbreiten, was zu einer größeren Wahrscheinlichkeit von Zusammenbrüchen führe. Inzwischen müsse der Finanzsektor mit einer wesentlich höheren Verschuldung zurechtkommen als 2008 (2,5-fache des weltweiten BIP gegenüber dem 2-fachen des damaligen BIP).
Fazit: Man bekämpfe die Komplexität nicht, indem man das System so belasse, wie es sei, und schon gar nicht, indem man sie erhöhe. Lobbyismus, Vergesslichkeit und zu wenig Mumm. Diesmal werde es nicht anders sein und alles scheine wie vorher. (03.04.2023/ac/a/m)
Sie seien nur nicht früher ausgebrochen, da sie durch einen "Liquiditätschleier" verdeckt gewesen seien.
- und dann die Schweiz, wo ein Problem, das sich seit Jahren bei einer übergroßen Bank hingezogen habe, in einer Zwangsübernahme gegipfelt habe, wodurch die systemischen Probleme auf lange Sicht noch größer geworden seien.
Stegemann glaube, dass die systemischen Risiken noch zugenommen hätten. In vielen Ländern seien die großen Akteure nur noch größer geworden. Das gelte sowohl für Banken als auch für Vermögensverwalter. In den meisten Ländern sei der Konzentrationsgrad im Bankensektor gestiegen, was auf die Technologie zurückzuführen sei, die Größenvorteile für große Geldströme schaffe. Außerdem habe die Aufsicht, insbesondere im Bankensektor, zu einer weitgehenden Monokultur geführt: Standardisierung und strengere Vorschriften würden die Kontrolle erleichtern, aber die Vielfalt verringern. Auch die negativen Rückkopplungsschleifen im System würden sich immer schneller bemerkbar machen. Das habe der Bank-Run auf die Silicon Valley Bank gezeigt, aber auch auf den Finanzmärkten im Allgemeinen. Panik könne sich schneller ausbreiten, was zu einer größeren Wahrscheinlichkeit von Zusammenbrüchen führe. Inzwischen müsse der Finanzsektor mit einer wesentlich höheren Verschuldung zurechtkommen als 2008 (2,5-fache des weltweiten BIP gegenüber dem 2-fachen des damaligen BIP).
Fazit: Man bekämpfe die Komplexität nicht, indem man das System so belasse, wie es sei, und schon gar nicht, indem man sie erhöhe. Lobbyismus, Vergesslichkeit und zu wenig Mumm. Diesmal werde es nicht anders sein und alles scheine wie vorher. (03.04.2023/ac/a/m)
