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Mi, 22. April 2026, 20:21 Uhr

Zinszyklus spricht für US Small Caps


23.10.25 10:44
Lazard Asset Management

Delaware (www.aktiencheck.de) - Seit der Finanzmarktkrise dominiere die USA die Finanzwelt, so Stefan Tang, Portfoliomanager und Analyst im Lazard Baylight-Team.

Wer seitdem auf US Blue Chips gesetzt habe, sei als Investor meist erfolgreich gewesen. Weniger gut entwickelt habe sich dagegen der Russel 2000, der US-amerikanische Index für Small Caps. Tang sehe hier viel Aufholpotenzial: "Während der Zinssenkungszyklus in Europa nahezu abgeschlossen ist, stehen den USA noch einige Schritte bevor. Von sinkenden Zinsen profitieren kleine Unternehmen ganz besonders." Das liege vor allem daran, dass bei diesen Unternehmen der variable Verschuldungsgrad besonders hoch sei.

Auf die Auswahl komme es an

Für Investoren sei der Small Cap-Markt ein unübersichtliches Terrain: In diesem sehr großen Markt von über 2000 Unternehmen seien über 40 Prozent unprofitabel. Darüber hinaus würden vergleichsweise wenige Analysten dieses Segment abdecken und so komme es immer wieder zu Ineffizienzen. "In einer solchen Situation finden Stockpicker hervorragende Bedingungen. Während bei Blue Chips kaum ein Manager die Benchmark schlagen kann, gelingt das bei Small Caps mehr als der Hälfte der Manager", so der Experte.

Aus seiner Sicht liege das größte Argument für die kleinen US-Unternehmen im Bewertungsdelta: "Wir sehen hier eine Lücke, die so groß ist wie seit 25 Jahren nicht mehr. Small Caps werden mit einem deutlichen Abschlag zu großen Titeln gehandelt. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die Unterschiede bei den Ertrags- und Risikoprofilen der Unternehmen innerhalb des Russel 2000 sehr groß sind und die Spreu vom Weizen getrennt werden muss", erläutere der Fondsmanager.

Fundamentale Prinzipien bei der Titelauswahl

Um Chancen bei US Small Caps zu nutzen, setze das Lazard Baylight-Team auf einen systematischen Investmentprozess, der fundamentale und quantitative Analysen verbinde. Herzstück seien 25 automatisierte Computerprogramme, sogenannte "Fundamentale Analysten", die täglich alle 2000 Unternehmen nach bestimmten Kriterien und möglichen Marktineffizienzen durchforsten würden. "Wir wollen so bestimmte Qualitätsmerkmale entdecken, die einen Wettbewerbsvorteil bieten und gleichzeitig andere Kriterien ausschließen", erkläre Tang. Daher liege die Eigenkapitalrendite des Portfolios deutlich über der des Indexes, während der Anteil der Firmen mit negativem Ergebnis erheblich geringer sei.

Mit Blick auf das laufende Jahr sehe Stefan Tang eine Anomalie im Markt: "Wie schon 2020 erleben wir eine spekulative Phase, in der unprofitable Firmen an der Börse besser laufen als profitable. Wir glauben jedoch daran, dass sich Qualität langfristig auszahlt und sich für Investoren gerade eine gute Einstiegsmöglichkeit bietet." (23.10.2025/ac/a/m)