Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 20. April 2026, 3:45 Uhr

Update Irankrieg: Trump kündigt weitere Verhandlungen an


19.04.26 13:13
DER AKTIONÄR

Update: US-Präsident Donald Trump hat sich am Sonntag zur Lage im Nahen Osten geäußert. Über sein Netzwerk Truth Social machte er dabei seinem Ärger Luft und kündigte weitere Verhandlungen in Islamabad für den morgigen Montag an. Gleichzeitig verschärft sich der Ton gegenüber dem Iran erneut massiv.


Trump äußert sich mit scharfen Worten zur Lage im Nahen Osten: „Der Iran hat gestern beschlossen, in der Straße von Hormus Schüsse abzugeben – ein klarer Verstoß gegen unsere Waffenstillstandsvereinbarung. Viele davon waren auf ein französisches Schiff und einen Frachter aus dem Vereinigten Königreich gerichtet. […]



Meine Vertreter reisen nach Islamabad, Pakistan – sie werden morgen Abend dort sein, um Verhandlungen zu führen. Iran hat kürzlich angekündigt, die Straße zu schließen, was seltsam ist, denn unsere Blockade hat sie bereits geschlossen. […] Die Vereinigten Staaten verlieren nichts. […]


Wir bieten einen sehr fairen und vernünftigen Deal an. Wenn dieser nicht angenommen wird, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran zerstören.“


Der Ausgang der Verhandlungen ist derzeit noch unklar. Auch ob der Iran an dem geplanten Treffen teilnehmen wird, ist ungewiss: Die iranische Führung wies die Einladung zu den Gesprächen zurück. Über die staatliche Nachrichtenagentur IRNA ließ sie mitteilen, man werde aufgrund „maßloser Forderungen“ und „unrealistischer Erwartungen“ aus Washington nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.


Nachfolgend lesen Sie den ursprünglichen Artikel: Die Hoffnung auf ein Ende des Irankriegs hat seit Freitagabend einen herben Dämpfer erhalten. Nur wenige Stunden nach Signalen der Entspannung hat der Iran die strategisch lebenswichtige Straße von Hormus wieder komplett abgeriegelt. Damit dürfte sich die Volatilität der vergangenen Handelstage auch in der neuen Woche fortsetzen.


Das diplomatische Tauziehen zwischen Washington und Teheran gleicht einer Achterbahnfahrt. Nachdem US-Präsident Donald Trump noch am Freitag optimistisch verkündet hatte, ein Friedensdeal sei „sehr nah“ und die Straße von Hormus bereits „offen“, folgte am Wochenende die Ernüchterung. Teheran revidierte die Entscheidung zur Öffnung in weniger als 24 Stunden.


Der Grund für die erneute Schließung: Die USA halten ihre Seeblockade iranischer Häfen aufrecht. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf bezeichnete das Vorgehen Washingtons als „töricht und ignorant“. Die Konsequenz ist drastisch: Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben das Kommando in der Meerenge wieder übernommen und drohen offen mit Angriffen auf jegliche Schiffe, die sich der Passage nähern.


Dass dies keine leeren Drohungen sind, zeigte ein Zwischenfall am Samstag: Iranische Kanonenboote nahmen einen Tanker rund 37 Kilometer nordöstlich von Oman unter Beschuss. Die britische UKMTO bestätigte den Vorfall. Die Botschaft der Revolutionsgarden ist unmissverständlich: Jede Annäherung an die Straße von Hormus werde als „Kooperation mit dem Feind“ gewertet.


Für die Energiemärkte ist die Straße von Hormus das Nadelöhr schlechthin – rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs passieren diese Route. Die erneute Blockade sorgt für massive Unsicherheit. Bereits am Donnerstag brach ein Konvoi aus 20 Handelsschiffen, darunter Riesen der französischen Reederei CMA CGM, den Versuch ab, die Passage zu durchqueren. Sollte die Straße von Hormus gesperrt blieben dürfte dies die Ölpreise, die zuletzt deutlich nachgegeben hatten, erneut steigen lassen.


Donald Trump ließ die jüngsten Provokationen aus Teheran nicht unkommentiert. Am Rande einer Veranstaltung im Weißen Haus erklärte er: „Sie können uns nicht erpressen.“ Trump drohte zudem unverhohlen damit, die aktuelle Waffenruhe, die am kommenden Mittwoch ausläuft, nicht zu verlängern. „Dann werden wir leider wieder anfangen müssen, Bomben zu werfen“, so der US-Präsident. Die US-Seeblockade gegen iranische Häfen werde in jedem Fall bestehen bleiben. Für die Ölmärkte ist dies ein klares Signal: Die Risikoprämie bleibt nicht nur bestehen, sie könnte sich in den nächsten 72 Stunden drastisch erhöhen.