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Fr, 17. April 2026, 3:27 Uhr

Telekom Austria AG

WKN: 588811 / ISIN: AT0000720008

Telekom Austria Aktie: Exoscale als Trumpf - DSGVO-Cloud gewinnt Kunden


08.01.26 12:34
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Telekom Austria-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Manuel Stahl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie der Telekom Austria AG (ISIN: AT0000720008, WKN: 588811, Ticker-Symbol: TA1, Wiener Börse-Symbol: TKA) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

🟢 Q3 25: Der Umsatz sei gegenüber der Vorjahresperiode um 3,5% auf EUR 1,40 Mrd. gestiegen und habe damit knapp über den Konsensschätzungen gelegen. Dabei sei das umsatzstärkere Dienstleistungsgeschäft um 0,7% auf EUR 1,16 Mrd. gewachsen, während die Erlöse aus dem Verkauf von Endgeräten um 18,4% auf EUR 213 Mio. hätten zulegen können. In beiden Fällen habe die starke Nachfrage nach ICT-Lösungen (Information and Communication Technology) gestützt. Das um Einmaleffekte und Restrukturierungsaufwendungen bereinigte EBITDA habe im Jahresvergleich um 2,9% auf EUR 584 Mio. zugelegt und damit die Konsensschätzungen von EUR 580 Mio. übertroffen. Auch das Nettoergebnis habe mit EUR 191 Mio. über den durchschnittlichen Erwartungen von EUR 182 Mio. gelegen.

⚪ Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen seien die österreichischen Umsätze (Gesamtumsatzanteil 2024: 52%) auf regionaler Ebene den internationalen Umsätzen (Gesamtumsatzanteil 2024: 48%) hinterhergehinkt. Der heimische Umsatzrückgang von 2,7% habe einmal mehr auf schwächeren Dienstleistungserlösen (-4%) basiert, welche nicht vollständig durch höhere Erlöse aus dem Verkauf von Endgeräten hätten kompensiert werden können. Auf den internationalen Märkten hätten hingegen sowohl bei den Dienstleistungen als auch bei den Endgeräten signifikante Erlöszuwächse verzeichnet werden können, die ein Umsatzwachstum von insgesamt 10% in Q3 zur Folge gehabt hätten. Insbesondere Bulgarien und Belarus hätten von dem Fokus auf Upselling, einer robusten Nachfrage nach Highspeed-Breitband und dem Ausbau von ICT-Konnektivitätslösungen profitiert.

🟢 Das allgemein stärkere ICT-Geschäft sei zudem von dem an Dynamik gewinnenden Cloud-Service Exoscale gestützt worden. Das Public-Cloud-Angebot mit Standorten in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Bulgarien und Kroatien hebe sich gegenüber den namhaften Hyperscalern vor allem aufgrund der Unabhängigkeit von US-Behörden ab: Schließlich unterliege Exoscale als europäische Lösung nicht dem US-amerikanischen Cloud Act. Gleichzeitig sei der Service ISO-zertifiziert und entspreche der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), womit Geschäftskund:innen eine sichere und nachhaltige Cloud-Infrastruktur bereitgestellt werde.

🟢 In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres habe die Zahl der Mobilfunkkund:innen gegenüber der Vorjahresperiode wie auch zuletzt signifikant um 9,8% gesteigert werden können. Im selben Zeitraum sei die Churn-Rate, die die Abwanderung von Kund:innen ausdrücke, um 0,1 Prozentpunkte auf 1,1% zurückgegangen und drücke damit eine starke Kund:innenbindung aus.

⚪ Im bisherigen Geschäftsjahr 2025 seien die Anlagenzugänge (CAPEX) um 12,0% auf EUR 570 Mio. zurückgegangen, während diese im dritten Quartal wieder um 8,9% angestiegen seien. Grund für die auf Jahressicht niedrigeren Investitionen seien nach wie vor insbesondere die geringeren Ausgaben in Österreich, wo im Vergleich zum Vorjahr weniger Mittel für den Glasfaserausbau bereitgestellt worden seien. Damit laufe die Telekom Austria jedoch Gefahr, auf dem ohnehin hart umkämpften heimischen Telekommunikationsmarkt langfristig an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Im Gegenzug ergebe sich dadurch jedoch eine Steigerung des Free Cashflows um 13,0% in Q3 bzw. 51,9% in der Periode Q1-Q3 2025.

🟢 Die Bewertungskennzahlen sprächen weiterhin für die Aktie der Telekom Austria. Das zukunftsgerichtete KGV liege mit aktuell 8,8 etwa 13% unter dem eigenen Median der letzten zehn Jahre und sei damit auch gemessen an der Branche vergleichsweise niedrig. Noch deutlicher falle der durchschnittliche Bewertungsdiscount hinsichtlich der EV-Multiples aus. Darüber hinaus besteche der Anteilsschein mit einer beachtlichen Dividendenrendite von über 5%.

⚪ Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2025 werde nach wie vor ein Umsatzanstieg von 2 bis 3% prognostiziert. Die Anlagenzugänge vor Frequenzen und M&A würden nun jedoch nur noch in einer Höhe von unter EUR 800 Mio. erwartet (zuvor: rund EUR 800 Mio.).

🏁 Fazit: Das Zahlenwerk der Telekom Austria sei im dritten Geschäftsquartal 2025 überwiegend positiv ausgefallen, wobei sich am allgemeinen Geschäftstrend zuletzt insgesamt wenig verändert habe. Der hart umkämpfte heimische Markt stelle nach wie vor eine signifikante Herausforderung für das Unternehmen dar, sodass dort die Investitionsausgaben weiter zurückgeschraubt worden seien. Umso mehr überzeugten jedoch die internationalen Märkte, wo oftmals deutliche Erlöszuwächse hätten verzeichnet werden können. Insbesondere mit der Cloud-Lösung Exoscale erreiche das Unternehmen zudem immer mehr europäische Geschäftskund:innen, was sich in der positiven Entwicklung des ICT-Bereichs niedergeschlagen habe. Aus Bewertungssicht verspreche die Aktie zudem ein solides Kurspotenzial bei einer attraktiven Dividendenrendite.

Somit bestätigt Manuel Stahl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, sein Kursziel von EUR 10,00 und seine Kaufempfehlung für Telekom Austria. Das Kursziel basiere auf einem relativen Bewertungsansatz, der eine historisch angemessene Bewertung im Vergleich zur eigenen zehnjährigen Historie sowie zum Gesamtmarkt und zum Sektor berücksichtige. (Analyse vom 08.01.2026)


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Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

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Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (08.01.2026/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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