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Mo, 20. April 2026, 3:14 Uhr

Scale-Marktbericht: Vorerst Durststrecke


17.05.22 17:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Auch viele Scale-Aktien leiden derzeit unter der bleiernen Stimmung an den Börsen, so die Deutsche Börse AG.

Der Ukraine-Krieg, steigende Zinsen und Rezessionssorgen würden die Kurse belasten. Zwar komme der Scale All Share auf Zweijahressicht immer noch auf ein Plus von 62 Prozent. Doch am Dienstagmorgen liege der Index, der alle Scale-Mitglieder abbilde, nur noch bei 1.618 Punkten - vor einem Monat seien es noch 1.761 Punkte gewesen. Der Auswahlindex Scale 30 notiere aktuell bei 1.365 Punkten nach 1.464 Mitte April.

Selbst der Blockheizkraftwerksanbieter 2G Energy, ein Favorit "grüner" Anleger*innen, zeige sich derzeit angeschlagen: Nachdem im April ein Allzeithoch von 130 Euro erreicht worden sei, liege der Kurs der Aktie - übrigens die umsatzstärkste im Scale-Segment - nun nur noch bei 102,60 Euro. Dabei habe 2G gute Zahlen für 2021 und vor kurzem auch einen sehr starken Auftragseingang für das erste Quartal gemeldet. Denn mit 2G-Produkten würden sich die Energiekosten senken lassen. Auch im Bereich Wasserstoff gelte 2G als gut positioniert. Im April habe 2G einen ersten Auftrag von einem US-Unternehmen für eine mit Wasserstoff betriebene KWK-Anlage erhalten.

2G Energy (ISIN: DE000A0HL8N9) habe unterdessen einen Aktiensplit angekündigt. Abgestimmt werden solle darüber auf der für den 3. Juni geplanten Hauptversammlung. Erfolgen solle der Split über eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe neuer Aktien. Auf eine alte Aktie würden dann zusätzlich drei Aktien ausgegeben. Entsprechend verringern werde sich der Aktienkurs. Die Idee dahinter: 2G erhoffe sich eine noch höhere Attraktivität der eigenen Aktien insbesondere für private Investoren - und eine weiter steigende Liquidität im Börsenhandel.

Zu den wenigen Kursgewinnern in diesem Jahr gehöre die Deutsche Rohstoff AG (ISIN: DE000A0XYG76). Das Mannheimer Unternehmen identifiziere, entwickle und veräußere Rohstoffvorkommen in Nordamerika, Australien und Europa. Der Schwerpunkt liege auf der Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten in den USA. Für das laufende Jahr gehe der Vorstand von einem deutlichen Sprung bei Umsatz und Ergebnis aus.

Die Aktie gehe mittlerweile zu 27,50 Euro über den Tisch nach 20,30 Euro Ende 2021. Sein Geschäftsmodell sehe der Vorstandschef der Deutschen Rohstoff AG, Thomas Gutschlag, übrigens nicht in Gefahr: In einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen" habe er kürzlich vor Illusionen bei der Umstellung von fossiler auf Erneuerbare Energie gewarnt. "Die Welt verbraucht momentan rund 100 Millionen Fässer Öl pro Tag. Das ist eine gigantische Menge. Wenn Sie diese mit Erneuerbaren Energien ersetzen wollen, brauchen Sie nicht Jahre, sondern Jahrzehnte."

Auf Sicht von zwölf Monaten weise die Deutsche Rohstoff AG aktuell die zweitbeste Entwicklung auf, nur die Reederei Ernst Russ AG (ISIN: DE000A161077) stehe noch besser da. Auf die Deutsche Rohstoff AG würden die Hamburger Mediengruppe Edel SE (ISIN: DE0005649503), der Finanzdienstleister JDC Group (ISIN: DE000A0B9N37) und der Hersteller von Hightech-Fräsmaschinen Datron AG (ISIN: DE000A0V9LA7) folgen.

Seit dem 3. Mai habe das Scale-Segment mit der Engel & Völkers Digital Invest AG (ISIN: DE000A3DD6W5) ein weiteres neues Mitglied. Der erste Preis der Aktie habe bei 13,97 Euro gelegen, aktuell seien es 9,32 Euro. Die Engel & Völkers Digital Invest AG sei Lizenzpartner des bekannten Immobilienmaklers und sei eine Crowdinvesting-Plattform für Immobilien. Im März und April seien schon Advanced Blockchain (ISIN: DE000A0M93V6), Pyrum Innovations (ISIN: DE000A2G8ZX8) und Beaconsmind (ISIN: CH0451123589) zum Scale-Segment gestoßen.

Die Bewertung von 2G sei nach Einschätzung vieler Analysten übrigens mittlerweile zu niedrig. Das Analysehaus First Berlin Equity Research habe schon im April die "Add"-Empfehlung für 2G mit einem Kursziel von 123 Euro bestätigt. "Hohe Erdgaspreise und die Gefahr einer Unterbrechung der Gasimporte aus Russland machen hocheffiziente und damit primärenergiesparende Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) attraktiv", habe es geheißen. 2G sei mit der breiten Palette an KWK-Anlagen sehr gut aufgestellt, um an der beschleunigten Energiewende zu partizipieren. Denn 2G-Anlagen könnten neben Erdgas auch mit Schwachgasen oder Wasserstoff betrieben werden. Pareto Securities habe schon zuvor zum Kaufen geraten und ein Kursziel von 145 Euro genannt, Metzler Capital Markets und SMC Research würden ebenfalls den Kauf bei Kurszielen von 134 und 140 Euro empfehlen.

In den vergangenen Wochen habe es noch viele weitere Kaufempfehlungen für Scale-Aktien gegeben, unter anderem für artec, Blue Cap, Naga und Cliq Digital. SMC Research sehe außerdem für den IT-Dienstleister mVISE-Aktie aktuell ein sehr hohes Kurspotenzial und nenne ein Kursziel von 3 Euro (aktuell 1,23). Dementsprechend würden die Analysten das Kaufurteil bestätigen, allerdings "Speculative Buy". mVISE habe das letzte Geschäftsjahr zwar mit einem Umsatzrückgang, aber dafür mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung abgeschlossen. Auch im laufenden Jahr sei das Unternehmen auf gutem Weg und habe zuletzt von starker operativer Dynamik und Fortschritten auf mehreren wichtigen Gebieten berichtet. (17.05.2022/ac/a/m)





 
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