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Fr, 24. April 2026, 5:36 Uhr

SAP überrascht: Cloud wächst kräftig


23.04.26 23:30
DER AKTIONÄR

SAP setzt mit den Zahlen zum ersten Quartal ein deutliches Ausrufezeichen. In einem alles andere als einfachen Umfeld ist der deutsche Softwareriese mit einem soliden Wachstum ins Jahr gestartet und konnte dabei die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der wichtigste Impulsgeber bleibt das Cloud-Geschäft. 


Zum deutschen Handelsschluss herrschte rund um die Aktie noch tiefrote Weltuntergangsstimmung. Mit minus sechs Prozent stand SAP heute am DAX-Ende. In den USA kamen enttäuschende Zahlen von IBM und ServiceNow – Anleger verkauften den gesamten Software-Sektor konsequent ab. Doch SAP hat am Abend die passende Antwort parat: Im ersten Quartal legte der Umsatz um sechs Prozent auf 9,56 Milliarden Euro zu und lag damit knapp über den Schätzungen der Analysten. 


Im Zentrum des Quartalsberichts steht das Cloud-Geschäft – der Wachstumstreiber Nummer eins. Die Erlöse in diesem Segment kletterten um 19 Prozent auf 5,96 Milliarden Euro und machen somit inzwischen knapp zwei Drittel des Konzernerlöses aus. Noch wichtiger: Der Auftragsbestand (Current Cloud Backlog) zog um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro an. Das ist ein gutes Signal für die Umsätze in den kommenden Quartalen und sollte die Sorgen vor einer Wachstumsdelle durch KI entkräften. Rückläufig war unterdessen das klassische Software-Geschäft, das im Q1 von 2,95 Milliarden Euro auf 2,59 Milliarden Euro schrumpfte.



Konzernchef Christian Klein sieht SAP durch die gezielte Integration von KI in der Pole-Position und betont: "Wir wachsen schneller als der Markt, gewinnen weiter Marktanteile und profitieren davon, dass Kunden verstärkt auf unsere Suite sowie unsere KI-Lösungen setzen."


Die Cloud-Strategie schlägt sich nun auch verstärkt in der Profitabilität nieder: Die operative Marge stieg erstmals seit 13 Quartalen wieder auf 30 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie verbesserte sich um gut sieben Prozent auf 1,70 Euro und lag damit höher als die von den Analysten prognostizierten 1,64 Euro. 


Ein kleiner Wermutstropfen zeigt sich beim freien Cashflow, der mit 3,25 Milliarden Euro hinter den Erwartungen zurückblieb. Belastend wirkte hier insbesondere die Zahlung im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit, der endlich zu den Akten gelegt werden konnte: Für die Beilegung der Teradata-Litigation in den USA zahlte SAP im März 408 Millionen Euro.


Trotz des starken Starts bleibt das Management für den weiteren Jahresverlauf vorsichtig – unter anderem wegen der makroökonomischen Unsicherheiten. Für das Gesamtjahr rechnet SAP weiterhin mit Cloud-Erlösen zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, was einem Wachstum um rund 24 Prozent entsprechen würde. Das operative Ergebnis soll 2026 währungsbereinigt um 14 bis 18 Prozent auf bis zu 12,3 Milliarden Euro steigen. Außerdem will das Unternehmen zum Jahresende einen freien Cashflow von rund zehn Milliarden Euro aufweisen.


In der ersten Reaktion fokussiert sich die Börse auf die starke operative Entwicklung im ersten Jahresviertel. Nachbörslich legten die in den USA gehandelten Papiere um bis zu acht Prozent zu.