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Do, 23. April 2026, 3:51 Uhr

Novartis AG

WKN: 904278 / ISIN: CH0012005267

Novartis Aktie: Blockbuster im Wandel


06.11.25 17:22
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Novartis-Aktienanalyse der Raiffeisen Bank International AG (RBI):

Julian Lindinger, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der Novartis AG (ISIN: CH0012005267, WKN: 904278, Ticker-Symbol: NOT, SIX SWISS-Symbol: NOVN) unter die Lupe.

Q3: Der Umsatz habe mit USD 13,9 Mrd. (+7% währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahresquartal) knapp unter den Erwartungen von USD 14,1 Mrd. gelegen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sei dagegen um beeindruckende 27% auf USD 4,5 Mrd. gestiegen. Der Gewinn je Aktie habe mit USD 2,04 um 31% über dem Vorjahresquartal gelegen und konnte die Konsensschätzungen von durchschnittlich USD 1,90 übertreffen.

US-Zölle: Novartis habe im Jahr 2024 rund 42% seiner Umsätze in den USA erzielt. Bei dieser hohen Abhängigkeit vom US-Markt könnten Zölle und Preisregulierungen schwer ins Gewicht fallen, zumal Trump zuletzt mit Zöllen auf Pharmazeutika in Höhe von 100% gedroht habe. Das Unternehmen habe allerdings schon vorzeitig auf eventuelle Handelseinschränkungen reagiert und über die kommenden fünf Jahre Investitionen von USD 23 Mrd. in US-Forschungs- und Produktionseinrichtungen, darunter sieben neue Werke, angekündigt. Danach solle Novartis in der Lage sein, 100% der Kernprodukte für den US-Markt auch dort zu produzieren. Dadurch erhoffe sich das Unternehmen zudem eine Ausnahme von den Zöllen, ähnlich wie Pfizer und AstraZeneca es vor kurzem in einem Deal mit Trump erzielt hätten. Eine entsprechende bilaterale Einigung sei allerdings noch nicht erreicht worden.

Patentverluste: In der Vergangenheit habe sich Novartis beim Umsatz stark auf die zwei Blockbustermedikamente Entresto und Cosentyx verlassen können, doch aufgrund von Patentabläufen seien diese Umsätze nun gefährdet. Besonders bei Entresto, wo in den USA eine Vielzahl an Generika Ende des Jahres den Markt betrete, sehe es bitter aus, und Lindinger rechne in den kommenden Jahren mit wesentlichen Umsatzrückgängen. Cosentyx sei noch bis 2028 von Biosimilar-Konkurrenz geschützt. Der Markt sei allerdings schon sehr ausgereift, weshalb Lindinger bis dahin nur noch von einem leichten Wachstum bzw. einer Seitwärtsbewegung des Umsatzes ausgehe. 2024 hätten diese beiden Medikamente rund 28% des Gesamtumsatzes von Novartis ausgemacht.

Pipeline: Um die Verluste in Zukunft auszugleichen, habe das Unternehmen starke Nachfolger bitter nötig. Glücklicherweise verfüge man mit Kesimpta und Kisqali in den Bereichen Onkologie und Neuroscience bereits über vielversprechende Medikamente im Portfolio. Beide hätten bereits Jahresumsätze jenseits der Marke von USD 3 Mrd. erzielt, und die Konsensschätzungen würden auch weiterhin von starkem Wachstum ausgehen, gestützt durch einen Patentschutz bis mindestens 2034 in den USA und der EU. Zudem habe Pluvicto 2024 erstmals den Blockbusterstatus erreicht. Das Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs habe noch bis 2035 Marktexklusivität, und Lindinger erwarte aufgrund der wachsenden Patientenzahlen und zusätzlicher Indikationserweiterungen weiterhin starkes Wachstum. Auch die Pipeline wirke vielversprechend. Eine Vielzahl an Wirkstoffen befinde sich derzeit in Phase III - darunter Ianalumab, Remibrutinib, Pelacarsen und XXB750, die alle in den kommenden zwei Jahren ihre Zulassung erhalten könnten und das Potenzial auf Blockbusterstatus bis 2030 hätten. Bis zur Zulassung sei es jedoch noch ein weiter Weg, denn nur etwa die Hälfte aller Wirkstoffe überstehe Phase III erfolgreich.

Bewertung: Im Vergleich zur Peergroup sei die Aktie von Novartis über alle Preis- und EV-Multiples hinweg leicht überbewertet. Dies sei aus Sicht des Analysten nur zum Teil durch die etwas höheren erwarteten Wachstumsraten gerechtfertigt. Die Aktie habe seit seiner letzten Publikation einiges an Kurs aufholen können, weshalb sie auch im Vergleich zur eigenen Historie derzeit mit einer leichten Prämie handele. Der aktuelle Bewertungsaufschlag mache aus Sicht des Analysten deshalb Sinn.

Das umsatzstärkste Medikament des Unternehmens, Entresto, dürfte in diesem Jahr seinen Umsatzhöhepunkt erreichen. In der Folge sei aufgrund zunehmender Generikakonkurrenz mit deutlichen Rückgängen zu rechnen. Mit Kesimpta und Kisqali verfüge das Unternehmen jedoch über zwei starke Nachfolgeprodukte, die ein nachhaltiges Wachstum sicherstellen sollten. Bezüglich der Zollthematik gehe man davon aus, dass das Unternehmen das Schlimmste hinter sich habe. Dank der Investitionen in den USA dürfte es weitgehend von möglichen US-Zöllen ausgenommen bleiben. Eine endgültige Bestätigung stehe jedoch noch aus, und eine gewisse Restunsicherheit bleibe aufgrund von Trumps unberechenbarer Handelspolitik bestehen. Die derzeit etwas hohe Bewertung sowie die Ungewissheit hinsichtlich der künftigen Pipeline-Entwicklungen würden aus Sicht von Lindinger momentan das Potenzial für größere Kursanstiege begrenzen.

Julian Lindinger, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, bleibt aus diesen Gründen bei seiner HALTEN-Empfehlung für die Novartis-Aktie, erhöht das Kursziel jedoch leicht von CHF 98,00 auf CHF 108,00. Das Kursziel basiere auf einem Multiples-Bewertungsmodell, das Novartis auf Basis diverser Preis- sowie EV-Multiples mit der eigenen Historie und der Peergroup vergleiche. Die Zahlen würden auf Konsensschätzungen basieren. (Analyse vom 06.11.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (06.11.2025/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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