Magnificent Seven: Es geht auch anders
31.07.24 10:21
AllianceBernstein
London (www.aktiencheck.de) - Die Aktien der "Magnificent Seven" haben mit ihrer starken Performance die US-Börsen im Jahr 2023 maßgeblich nach oben getrieben, so Nelson Yu, Head—Equities bei AllianceBernstein.
Auch wenn es viele Stimmen gebe, die meinen würden, dass die Zeit der "Magnificent Seven" nun vorbei sei, so sei man sich doch nicht ganz einig, bei welchen Aktien nun keine großen Gewinne mehr zu erwarten seien. Ein weiterer Indikator dafür würden heute die Quartalszahlen von Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) sein.
Trotz der hohen Marktkonzentration gebe es Chancen für Qualitätsaktien, die noch nicht belohnt worden seien. Der MSCI ACWI habe im ersten Halbjahr in US-Dollar um 11,3 Prozent zugelegt, wobei der stärkste Anstieg im ersten Quartal erzielt worden sei. Japanische Aktien hätten in lokaler Währung weiterhin gut abgeschnitten, aber im zweiten Quartal in US-Dollar verloren, da der Yen weiter geschwächelt habe. Aktien aus Schwellenländern hätten im ersten Halbjahr um 7,5 Prozent zugelegt, seien aber hinter den Industrieländern zurückgeblieben. Die US-Standardwerte seien im ersten Halbjahr die weltweiten Gewinner gewesen, auch wenn sie im zweiten Quartal an Schwung verloren hätten.
Die Marktbreite der Standardwerte sei erneut stark konzentriert gewesen, da ein Großteil der Gewinne des S&P 500 auf eine unverhältnismäßig kleine Zahl großer Technologieunternehmen entfallen sei. Technologie- und Kommunikationsdienstleistungen hätten den Ton angegeben, während Aktien aus dem Gesundheitssektor von der steigenden Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsabnahme profitiert hätten. Weltweit hätten sich Wachstumswerte besser als Value-Aktien entwickelt, die im zweiten Quartal geschwächelt hätten.
Zu Beginn des dritten Quartals habe die Inflation weiterhin weltweit im Fokus der Anleger gestanden. In Europa habe sich der Preisauftrieb zwar so weit verlangsamt, dass die Europäische Zentralbank Anfang Juni ihren Leitzins von 4 Prozent auf 3,75 Prozent gesenkt habe, doch die Inflation liege immer noch über dem langfristigen Ziel der EZB von 2 Prozent.
In den USA habe sich die Federal Reserve weitgehend zurückgehalten, vor allem weil die Inflation regelmäßig nach oben überrascht habe. Die Volkswirte von AllianceBernstein würden davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr eine weiche Landung hinlegen werde und die US-Notenbank wahrscheinlich bis zum vierten Quartal warten werde, bevor sie ihre Geldpolitik lockere. Es sei denn, der Arbeitsmarkt verschlechtere sich deutlich. Geopolitische Spannungen und Angebotsschocks könnten den Inflationsausblick trüben. Dennoch sollten Aktien in einem Umfeld, in dem die Zentralbanken weltweit vor einer zu raschen Lockerung der Geldpolitik zurückschrecken würden, ein wesentlicher Bestandteil einer langfristigen Asset Allocation sein.
Aktien mögen zwar gut positioniert sein, aber die Gewinne seien bisher ungleich verteilt gewesen. Die zehn größten Aktien im S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) würden inzwischen mehr als 35 Prozent des Index nach Marktkapitalisierung ausmachen. Das bedeute, dass nur 2 Prozent der Unternehmen im S&P 500 die Performance des Gesamtmarktes bestimmen würden.
Einige der weltweit größten Technologieunternehmen seien die Hauptnutznießer des Anstiegs der Marktkapitalisierung gewesen. Doch das könnte sich ändern. Einige der "Glorreichen Sieben" seien in letzter Zeit ins Wanken geraten, weil die Gewinne hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Und innerhalb der Gruppe habe sich die Streuung der Erträge zwischen den Top-Performern wie NVIDIA (ISIN US67066G1040/ WKN 918422) und Meta Platforms (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX) und den schwächeren Namen wie Tesla weiter vergrößert. Es gebe auch Anzeichen dafür, dass die Marktbreite zunehmen werde, und die Gewinnerwartungen für den breiteren globalen Markt dürften sich in der zweiten Jahreshälfte 2024 und Anfang 2025 denen der "Glorreichen Sieben" annähern.
Angesichts der zunehmenden Marktbreite dürften sich Chancen insbesondere bei den sogenannten "Glorreichen Anderen" ergeben. Dabei handele es sich um Unternehmen mit soliden Bilanzen, stabilen Gewinnen und erheblichem Wachstumspotenzial, die von den Anlegern noch nicht honoriert würden. Solche Unternehmen seien in allen Sektoren und Branchen zu finden, auch in Value-Segmenten und in Schwellenländern, wo viele Unternehmen nicht an lokale Konjunkturtrends gebunden seien.
In Europa beispielsweise würden Industrieunternehmen fast ein Viertel des MSCI Europe Growth Index ausmachen - viermal so viel wie im vergleichbaren Russell 1000 Growth Index. Es werde erwartet, dass die Gewinnschätzungen für Industrieunternehmen im MSCI Europe Growth Index bis 2025 auf 15,9 Prozent ansteigen würden - im Einklang mit den Schätzungen für den US-Technologiesektor. Viele Geschäftsmodelle im europäischen Industriesektor böten überraschende Quellen für nachhaltiges Wachstum, darunter Unternehmen, die Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichen würden.
Auch der Gesundheitssektor entdecke, wie KI eingesetzt werden könne, um Effizienzpotenziale zu erschließen und mithilfe von KI-Algorithmen wirksamere Arzneimittelkandidaten zu entwickeln. Der Gesundheitssektor habe einen Anteil von 10 Prozent am globalen Bruttoinlandsprodukt - ein struktureller Rückenwind, der mit der Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern an Dynamik gewinnen dürfte.
Nach Ansicht der Experten erhöhe das gestiegene politische und geldpolitische Risiko die Bedeutung aktiver Aktien. Anleger sollten versuchen, ausgewählte Unternehmen zu identifizieren, die beständig Gewinne über ihren Kapitalkosten erwirtschaften würden. Wenn dies gelinge, seien Anleger besser in der Lage, überzeugende Portfolios zusammenzustellen, die einer Reihe exogener Herausforderungen standhalten könnten. (31.07.2024/ac/a/m)
Auch wenn es viele Stimmen gebe, die meinen würden, dass die Zeit der "Magnificent Seven" nun vorbei sei, so sei man sich doch nicht ganz einig, bei welchen Aktien nun keine großen Gewinne mehr zu erwarten seien. Ein weiterer Indikator dafür würden heute die Quartalszahlen von Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) sein.
Trotz der hohen Marktkonzentration gebe es Chancen für Qualitätsaktien, die noch nicht belohnt worden seien. Der MSCI ACWI habe im ersten Halbjahr in US-Dollar um 11,3 Prozent zugelegt, wobei der stärkste Anstieg im ersten Quartal erzielt worden sei. Japanische Aktien hätten in lokaler Währung weiterhin gut abgeschnitten, aber im zweiten Quartal in US-Dollar verloren, da der Yen weiter geschwächelt habe. Aktien aus Schwellenländern hätten im ersten Halbjahr um 7,5 Prozent zugelegt, seien aber hinter den Industrieländern zurückgeblieben. Die US-Standardwerte seien im ersten Halbjahr die weltweiten Gewinner gewesen, auch wenn sie im zweiten Quartal an Schwung verloren hätten.
Die Marktbreite der Standardwerte sei erneut stark konzentriert gewesen, da ein Großteil der Gewinne des S&P 500 auf eine unverhältnismäßig kleine Zahl großer Technologieunternehmen entfallen sei. Technologie- und Kommunikationsdienstleistungen hätten den Ton angegeben, während Aktien aus dem Gesundheitssektor von der steigenden Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsabnahme profitiert hätten. Weltweit hätten sich Wachstumswerte besser als Value-Aktien entwickelt, die im zweiten Quartal geschwächelt hätten.
Zu Beginn des dritten Quartals habe die Inflation weiterhin weltweit im Fokus der Anleger gestanden. In Europa habe sich der Preisauftrieb zwar so weit verlangsamt, dass die Europäische Zentralbank Anfang Juni ihren Leitzins von 4 Prozent auf 3,75 Prozent gesenkt habe, doch die Inflation liege immer noch über dem langfristigen Ziel der EZB von 2 Prozent.
Aktien mögen zwar gut positioniert sein, aber die Gewinne seien bisher ungleich verteilt gewesen. Die zehn größten Aktien im S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) würden inzwischen mehr als 35 Prozent des Index nach Marktkapitalisierung ausmachen. Das bedeute, dass nur 2 Prozent der Unternehmen im S&P 500 die Performance des Gesamtmarktes bestimmen würden.
Einige der weltweit größten Technologieunternehmen seien die Hauptnutznießer des Anstiegs der Marktkapitalisierung gewesen. Doch das könnte sich ändern. Einige der "Glorreichen Sieben" seien in letzter Zeit ins Wanken geraten, weil die Gewinne hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Und innerhalb der Gruppe habe sich die Streuung der Erträge zwischen den Top-Performern wie NVIDIA (ISIN US67066G1040/ WKN 918422) und Meta Platforms (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX) und den schwächeren Namen wie Tesla weiter vergrößert. Es gebe auch Anzeichen dafür, dass die Marktbreite zunehmen werde, und die Gewinnerwartungen für den breiteren globalen Markt dürften sich in der zweiten Jahreshälfte 2024 und Anfang 2025 denen der "Glorreichen Sieben" annähern.
Angesichts der zunehmenden Marktbreite dürften sich Chancen insbesondere bei den sogenannten "Glorreichen Anderen" ergeben. Dabei handele es sich um Unternehmen mit soliden Bilanzen, stabilen Gewinnen und erheblichem Wachstumspotenzial, die von den Anlegern noch nicht honoriert würden. Solche Unternehmen seien in allen Sektoren und Branchen zu finden, auch in Value-Segmenten und in Schwellenländern, wo viele Unternehmen nicht an lokale Konjunkturtrends gebunden seien.
In Europa beispielsweise würden Industrieunternehmen fast ein Viertel des MSCI Europe Growth Index ausmachen - viermal so viel wie im vergleichbaren Russell 1000 Growth Index. Es werde erwartet, dass die Gewinnschätzungen für Industrieunternehmen im MSCI Europe Growth Index bis 2025 auf 15,9 Prozent ansteigen würden - im Einklang mit den Schätzungen für den US-Technologiesektor. Viele Geschäftsmodelle im europäischen Industriesektor böten überraschende Quellen für nachhaltiges Wachstum, darunter Unternehmen, die Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichen würden.
Auch der Gesundheitssektor entdecke, wie KI eingesetzt werden könne, um Effizienzpotenziale zu erschließen und mithilfe von KI-Algorithmen wirksamere Arzneimittelkandidaten zu entwickeln. Der Gesundheitssektor habe einen Anteil von 10 Prozent am globalen Bruttoinlandsprodukt - ein struktureller Rückenwind, der mit der Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern an Dynamik gewinnen dürfte.
Nach Ansicht der Experten erhöhe das gestiegene politische und geldpolitische Risiko die Bedeutung aktiver Aktien. Anleger sollten versuchen, ausgewählte Unternehmen zu identifizieren, die beständig Gewinne über ihren Kapitalkosten erwirtschaften würden. Wenn dies gelinge, seien Anleger besser in der Lage, überzeugende Portfolios zusammenzustellen, die einer Reihe exogener Herausforderungen standhalten könnten. (31.07.2024/ac/a/m)
Werte im Artikel

