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Sa, 25. April 2026, 22:47 Uhr

KI: Gamechanger im Sport


14.07.25 15:21
Janus Henderson Investors

London (www.aktiencheck.de) - Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Sportbranche: Sie steigert die Leistung von Spielern, optimiert das Training und die Verletzungsprävention, verkürzt die Erholungszeiten und verfeinert Trainer- und Spielstrategien, so Graeme Clark, Alison Porter und Richard Clode, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors.

Darüber hinaus verändere KI die Talentsuche, das Engagement der Fans und die Art und Weise, wie Sport weltweit konsumiert werde. Diese Revolution werde durch riesige Datenmengen ermöglicht, die von Wearables, Kameras und Sensoren auf dem Spielfeld, dem Platz und der Laufbahn sowie in Bällen, Schlägern oder Rackets gesammelt würden.

Die rasante Entwicklung von KI ermögliche Fortschritte beim Machine Learning und bei der Entwicklung von Algorithmen, um diese Daten zu nutzen und so eine tiefgreifende Analyse der Spielerleistung sowie neue Erkenntnisse zu gewinnen. KI im Sportbereich, der generative KI und prädiktive Analysen nutze, dürfte von 1 Mrd. US-Dollar 2024 auf 2,6 Mrd. US-Dollar 2030 deutlich wachsen.

"Wir befinden uns derzeit inmitten einer größeren technologischen Revolution im Sport", so die Experten von Janus Henderson Investors. Teams und Sportorganisationen nutzten KI, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dies treibe die aktuelle Innovation voran, bei der sich Sportvereine und -veranstalter mit Technologieunternehmen zusammentäten. Sogar bei den Wimbledon Championships, einem der traditionsreichsten Sportevents, würden zum ersten Mal seit 147 Jahren menschliche Linienrichter durch elektronische Linienrichter (ELC) ersetzt.

Im Fußball würden Daten auf vielfältige Weise erfasst, analysiert und eingesetzt. Abgesehen vom videogestützten Schiedsrichter (VAR) werde Technologie eingesetzt, um Daten über Fußballspiele und Trainingseinheiten durch verschiedene Mechanismen zu sammeln, einschließlich Leistungsanalysesoftware wie SBG MatchTracker, GPS-Daten (Global Positioning Systems) von Anbietern tragbarer Technologie wie Catapult. Diese würden detaillierte Analysen über die Leistung von Athleten durch die Erfassung von Bewegungsmustern, Erholung und Belastung oder von Videotechnologie liefern, die von Start-ups wie BEPRO bereitgestellt werde und die Leistung von Teams messen und verbessern solle.

Der Liverpool Football Club habe Daten, KI und Analysen genutzt und sei damit zu einem Team geworden, das die UEFA Champions League und die englische Premier League gewonnen habe. Fußballfans würden Jürgen Klopp, Virgil Van Dijk und Mo Salah kennen, aber nicht viele hätten von Ian Graham gehört. Er könne als Technologe bezeichnet werden, der wohl der wahre Architekt des jüngsten Erfolgs von Liverpool gewesen sei. Der ausgebildete theoretische Physiker sei Forschungsdirektor des Vereins gewesen. Die KI-Modelle und Algorithmen seines Teams, die Daten von Liverpool und anderen Mannschaften genutzt hätten, hätten maßgeblich zu Jürgen Klopps Ernennung zum Trainer 2015 beigetragen. Klopp habe Borussia Dortmund in der Saison 2013/14 in der deutschen Liga auf den zweiten Platz geführt, doch der Verein habe die Saison 2014/15 auf einem enttäuschenden siebten Platz beendet. Die Datenanalyse habe darauf hingedeutet, dass Borussia statistisch gesehen den zweiten Platz hätte erreichen müssen, aber in einer Reihe von entscheidenden Partien einfach Pech gehabt habe. Die Modelle hätten auch die Verpflichtung verschiedener Starspieler vorgeschlagen, darunter Philippe Coutinho und Mo Salah, und dass Salah und Robert Firmino sehr gut zusammenpassen würden. Im Gegensatz zu Manchester United habe ein datengestützter KI-Ansatz im Laufe der Zeit eine konsistente Rekrutierung ermöglicht, um Spieler wie Coutinho und Firmino zu ersetzen. Dies habe einen nahtlosen Übergang von einem langjährigen, erfolgreichen Manager zu einem neuen Manager, Arne Slot, erlaubt, der in seiner ersten Saison einen weiteren Premier-League-Titel geholt habe.

Ein weiteres Beispiel sei der belgische Starspieler Kevin De Bruyne von Manchester City, der bei seinen Vertragsverhandlungen auf Daten und Analysen zurückgegriffen habe - ohne Agenten. De Bruyne habe Berichten zufolge Analytics FC, ein auf Sportanalysen spezialisiertes Unternehmen, mit der Analyse von Daten über die künftige Aufstellung der Mannschaft von Manchester City beauftragt - einschließlich Daten über das Altersprofil des Kaders, die Anzahl der Spielminuten dieser Spieler nach Alter und die Verträge der Schlüsselspieler. Außerdem seien vergangene, gegenwärtige und voraussichtliche künftige Leistungen sowie die relative Bedeutung der Spieler für die Mannschaft auf Grundlage des berechneten Beitragswertes untersucht worden. Bei offensiven Mittelfeldspielern wie Kevin De Bruyne habe dies eine Analyse der tatsächlichen und erwarteten Tore, Vorlagen und generierten Chancen bedeutet. Die datengestützten Vertragsverhandlungen hätten zu einer vierjährigen Vertragsverlängerung mit einem angeblichen Wert von 83 Millionen Pfund geführt - was sich letztendlich als sein letzter Vertrag bei Manchester City herausgestellt habe.

Dank Machine Learning sei das Netzwerk für die Auswahl von Fußballtalenten viel größer geworden. Mit der App von Footbao könnten Möchtegern-Neymar-Spieler einen Clip von sich selbst hochladen oder man könne ein Talent von seinem Handy zeigen. Diese Clips würden von der KI so gefiltert, dass sie den spezifischen Anforderungen von Fußballvereinen entsprächen. Auf diese Weise seien Talente von den brasilianischen Vereinen Corinthians und Flamengo verpflichtet worden.

Abgesehen von einzelnen Sportarten werde KI auch bei großen Sportereignissen wie den Olympischen Spielen eingesetzt: Paris 2024 habe 15 Technologiepartner gehabt, die Ausrüstung und technische Ressourcen verwaltet hätten. KI sei eingesetzt worden, um maßgeschneiderte Videos der Höhepunkte für den Rundfunk und die sozialen Medien in verschiedenen Formaten und Sprachen zu produzieren. Auch Nachhaltigkeit sei ein wichtiges Ziel bei den Spielen gewesen: Der Energieverbrauch sei in Echtzeit überwacht worden und werde für die künftige Ressourcenplanung herangezogen.

Technologie verändere und steuere auch die Zuschauerpräferenzen und biete bessere Einblicke. Auf der Grundlage von KI würden Sportplattformen Daten nutzen, um das Verhalten und die Vorlieben der Fans zu analysieren und Inhalte sowie Empfehlungen besser anzupassen.

Sport sei im Fernsehen zwar schon immer mit am beliebtesten gewesen, aber die Zuschauerzahlen seien durch das Streaming regelrecht explodiert. EMARKETER prognostiziere, dass bis 2025 118 Millionen Menschen in den USA ihre Lieblingssportarten streamen würden (ein Anstieg von mehr als 70 % gegenüber 2021). Twitch, ein Live-Streaming-Dienst für Spiele und eSports, habe 2024 fast 21 Milliarden Stunden an Videoinhalten gestreamt. Um jüngere Generationen wieder anzusprechen, müssten Fernsehsender ein viel intensiveres, interaktives Fernseherlebnis bieten, indem sie die Schlüsseltechnologien 5G, Augmented und Virtual Reality, die Cloud und Streaming nutzen würden.

Generation Z (Jugendliche, die mit Technik aufgewachsen seien) bevorzuge kürzere Inhaltsformate und sähen eher Kevin De Bruyne in EA Sports FC 25 Spielvideos "spielen" als ein reales 90-minütiges Spiel. Seit kurzem könnten US-Sportfans mit Prime Vision, dem alternativen NFL-Echtzeit-Feed von Amazon Prime am Donnerstagabend, eine erweiterte Ansicht des Spielfelds, zusätzliche Analysen und Spielerstatistiken sehen.

Die Cloud, Streaming, Augmented Reality, Virtual Reality und 5G konvergierten und ermöglichten die "Gamification" des Fußballerlebnisses. Ein 360-Grad-Blickwinkel, das "virtuelle" Sitzen auf den besten Plätzen, die Nutzung eines geteilten Bildschirms zur Anzeige von Statistiken oder eine gemeinsame Ansicht mit Freunden - all das trage zum Spielerlebnis bei. Der entscheidende Vorteil von 5G gegenüber 4G sei die Latenzzeit, d. h. wie schnell das Netz auf eine Anfrage reagiere. Theoretisch könne die Latenzzeit mit 5G auf eine Millisekunde sinken (bei 4G seien es derzeit etwa 30 bis 50 Millisekunden). 5G sei auch wesentlich effizienter bei der Datenübertragung, mit einer etwa drei- bis fünfmal höheren spektralen Effizienz als 4G, was wesentlich günstigere Daten und Streaming ermögliche. Außerdem könne eine 5G-Basisstation mit deutlich mehr Punkten oder Geräten verbunden werden, was das Risiko eines (Daten-)Empfangs- oder Signalverlusts verringere.

Wie in den meisten professionellen Sportarten könnten kleine Effizienzsteigerungen oder marginale Verbesserungen große Vorteile bringen. Dem Ganzen lägen die beiden grundlegenden Themen der Technologie zugrunde: erstens das Mooresche Gesetz (das es der Technik ermögliche, kleiner, billiger, schneller und besser zu werden und effizientere Instrumente für Messungen und Digitalisierung bereitzustellen) und zweitens der sich beschleunigende Übergang zum Cloud Computing. Auch wenn das klassische Mooresche Gesetz immer anspruchsvoller werde, hätten neue Halbleiterfertigungstechniken unter dem Motto "More than Moore" von TSMC die Leistung bei geringerem Stromverbrauch und niedrigeren Kosten weiter gesteigert.

Die Cloud-Infrastruktur habe billige Rechenleistung für alle zugänglich gemacht und verbreitet. Dadurch könnten sich Start-up-Softwareunternehmen wie BEPRO, Analytics FC, Playsight Interactive und Zone7 auf die Wertschöpfung in den Bereichen Sportanalyse, Messung, Datenqualität und Algorithmen konzentrieren, ohne selbst teure Server und Speicher kaufen zu müssen. Mit der Einführung von KI würden Hyperscaler zu Bereitstellungsplattformen der neuesten KI-Innovationen, die in verschiedenen Branchen genutzt würden - Sport spiele dabei oft eine Vorreiterrolle.

Der Einfluss von Technologie auf den Fußball nehme zu - Ausmaß und Tempo dieses Wandels würden durch langfristige, strukturelle Treiber der Technologieakzeptanz wie das Mooresche Gesetz und den beschleunigten Übergang zur Cloud unterstützt. Diese beiden grundlegenden Themen trieben künstliche Intelligenz voran, die wiederum auf Datenanalyse, Cloud-Infrastruktur und Machine Learning angewiesen sei. Aufgrund seiner großen Reichweite sei Sport ein Schlüsselbereich, der die disruptive Kraft der Technologie und die kontinuierliche Innovation, die das Leben durchdringe und verbessere und Lösungen biete, zeige. Dies trage zu Aktiengewinnen ausgewählter Unternehmen bei, die bei der Integration von KI und Innovation in ihre Produkte und Lösungen eine Vorreiterrolle spielen würden. (14.07.2025/ac/a/m)