KI-Boom oder Blase? Experten sehen Parallelen zur Dotcom-Ära
28.10.25 11:44
AllianceBernstein
London (www.aktiencheck.de) - Derzeit lässt sich an den Märkten eine enorme Rally der KI-Nutznießer beobachten, so Kent Hargis, Chief Investment Officer - Strategic Core Equities beim US-Assetmanager AllianceBernstein.
Diese werde sowohl von Mega-Caps als auch von spekulativeren Titeln angetrieben. Eine Entwicklung, die den Schluss nahelege, dass sich der KI-Sektor erst in der Anfangsphase einer Blase befinde. Aktuell fließe enorm viel Kapital in private Unternehmen wie etwa OpenAI mit einem Wert von 500 Milliarden US-Dollar oder xAI und Anthropic mit jeweils 150 bis 200 Milliarden US-Dollar. Diese erste Investitionsphase des AI-Infrastrukturbooms sei größtenteils von Hyperscalern mit starken Cashflows und Bilanzen finanziert worden, die in der Lage seien, massive Kapitalausgaben zu unterstützen. Die nächste Phase werde jedoch zunehmend von weniger stabilen Quellen angetrieben. Schuldenfinanzierte Expansion werde zunehmen, ebenso wie überhöhte Bewertungen privater Unternehmen, zirkuläre Finanzierungsvereinbarungen und riskante private Kreditstrukturen. Diese Dynamik dürfte weiteren Zündstoff für spekulative Exzesse liefern und das systemische Risiko deutlich erhöhen.
Auf die Implementation breiter KI-Anwendungen komme es an
Um die steigende Intensität der Investitionen zu rechtfertigen, müsse sich die zugrunde liegende Technologie weiterentwickeln. Große Sprachmodelle hätten sich in bemerkenswertem Tempo verbessert, bisher insbesondere durch die Skalierung der Rechenleistung während des Trainings. In jüngster Zeit seien es vor allem die Technologien, die nach dem Training zum Einsatz kämen, die vielversprechendes Potenzial zeigen würden. Eine wichtige Voraussetzung, um mit KI nachhaltige Renditen zu erwirtschaften, sei die Einführung breiterer Anwendungsfälle, um die menschliche Arbeitskraft sinnvoll zu ersetzen. Hier gebe es bereits Erfolge - etwa bei der Programmierung, bei der Erstellung von Inhalten und im Kundenservice. Es seien genau diese Schritte, die Investoren als Frühindikatoren für den potenziellen ROI genau im Blick behalten sollten. Sollte sich das Tempo des Fortschritts verlangsamen, werde es unweigerlich zu einer Korrektur kommen.
Derzeit befinde sich der Markt noch in einem Wettrüsten, das von der Angst getrieben sei, wichtige Trends zu verpassen. Jüngste Kommentare von Mark Zuckerberg und anderen prominenten Tech-Bossen würden zeigen, dass die Kosten einer Unterinvestition aktuell noch die Kosten einer Überinvestition überwiegen würden. Um sich in diesem Umfeld zurechtzufinden, sollten sich Anleger genau anschauen, wie Unternehmen entlang des Spektrums "KI-Gewinner vs. KI-Verlierer" positioniert seien. Obwohl die zeitliche Abstimmung von Zyklen nach wie vor schwierig sei, dürfte ein Bottom-up-Ansatz, der sich auf die Identifizierung echter KI-Gewinner konzentriere, erhebliches Alpha-Potenzial bieten.
Technologie-Investitionen bis zum Niveau der Dotcom-Blase
In jeder Blase würden spekulative und minderwertige Unternehmen kurzfristig oft besser abschneiden. Da sich jedoch in Teilen des KI-Ökosystems weiterhin spekulative Exzesse aufbauen würden, werde es immer wichtiger, diszipliniert zu bleiben und sich auf Qualität zu konzentrieren. Der effektivste langfristige Ansatz bestehe darin, Unternehmen zu identifizieren, die sowohl ein bedeutendes Aufwärtspotenzial durch KI-Engagement als auch eine Risikominderung aufgrund starker Fundamentaldaten in ihrem Kerngeschäft bieten würden. Das bedeute, in nachhaltige, hochwertige Unternehmen zu investieren, die im Laufe der Zeit Wertsteigerungen erzielen könnten, anstatt den vorübergehenden Gewinnen spekulativer KI-Geschichten hinterherzujagen.
KI sei und bleibe eine transformative Technologie. Dennoch gehen unseren Prognosen davon aus, dass Technologieinvestitionen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Niveau erreichen, das bisher nur während des Dotcom-Booms zu beobachten war, so die Experten von AllianceBernstein. Dies sei nur eines der Warnsignale, die darauf hindeuten würden, dass eine Korrektur irgendwann wahrscheinlich sei - auch wenn der Zeitpunkt aktuell noch nicht absehbar sei. (Ausgabe vom 27.10.2025) (28.10.2025/ac/a/m)
Diese werde sowohl von Mega-Caps als auch von spekulativeren Titeln angetrieben. Eine Entwicklung, die den Schluss nahelege, dass sich der KI-Sektor erst in der Anfangsphase einer Blase befinde. Aktuell fließe enorm viel Kapital in private Unternehmen wie etwa OpenAI mit einem Wert von 500 Milliarden US-Dollar oder xAI und Anthropic mit jeweils 150 bis 200 Milliarden US-Dollar. Diese erste Investitionsphase des AI-Infrastrukturbooms sei größtenteils von Hyperscalern mit starken Cashflows und Bilanzen finanziert worden, die in der Lage seien, massive Kapitalausgaben zu unterstützen. Die nächste Phase werde jedoch zunehmend von weniger stabilen Quellen angetrieben. Schuldenfinanzierte Expansion werde zunehmen, ebenso wie überhöhte Bewertungen privater Unternehmen, zirkuläre Finanzierungsvereinbarungen und riskante private Kreditstrukturen. Diese Dynamik dürfte weiteren Zündstoff für spekulative Exzesse liefern und das systemische Risiko deutlich erhöhen.
Auf die Implementation breiter KI-Anwendungen komme es an
Derzeit befinde sich der Markt noch in einem Wettrüsten, das von der Angst getrieben sei, wichtige Trends zu verpassen. Jüngste Kommentare von Mark Zuckerberg und anderen prominenten Tech-Bossen würden zeigen, dass die Kosten einer Unterinvestition aktuell noch die Kosten einer Überinvestition überwiegen würden. Um sich in diesem Umfeld zurechtzufinden, sollten sich Anleger genau anschauen, wie Unternehmen entlang des Spektrums "KI-Gewinner vs. KI-Verlierer" positioniert seien. Obwohl die zeitliche Abstimmung von Zyklen nach wie vor schwierig sei, dürfte ein Bottom-up-Ansatz, der sich auf die Identifizierung echter KI-Gewinner konzentriere, erhebliches Alpha-Potenzial bieten.
Technologie-Investitionen bis zum Niveau der Dotcom-Blase
In jeder Blase würden spekulative und minderwertige Unternehmen kurzfristig oft besser abschneiden. Da sich jedoch in Teilen des KI-Ökosystems weiterhin spekulative Exzesse aufbauen würden, werde es immer wichtiger, diszipliniert zu bleiben und sich auf Qualität zu konzentrieren. Der effektivste langfristige Ansatz bestehe darin, Unternehmen zu identifizieren, die sowohl ein bedeutendes Aufwärtspotenzial durch KI-Engagement als auch eine Risikominderung aufgrund starker Fundamentaldaten in ihrem Kerngeschäft bieten würden. Das bedeute, in nachhaltige, hochwertige Unternehmen zu investieren, die im Laufe der Zeit Wertsteigerungen erzielen könnten, anstatt den vorübergehenden Gewinnen spekulativer KI-Geschichten hinterherzujagen.
KI sei und bleibe eine transformative Technologie. Dennoch gehen unseren Prognosen davon aus, dass Technologieinvestitionen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Niveau erreichen, das bisher nur während des Dotcom-Booms zu beobachten war, so die Experten von AllianceBernstein. Dies sei nur eines der Warnsignale, die darauf hindeuten würden, dass eine Korrektur irgendwann wahrscheinlich sei - auch wenn der Zeitpunkt aktuell noch nicht absehbar sei. (Ausgabe vom 27.10.2025) (28.10.2025/ac/a/m)
