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Fr, 17. April 2026, 9:25 Uhr

Großbritannien: Auswirkungen des Haushaltsplans und wichtige Datenveröffentlichungen


02.12.25 09:03
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Letzte Woche wurde im Herbsthaushalt ein Plan zur Haushaltskonsolidierung in Höhe von 37 Mrd. GBP vorgelegt, dessen Schwerpunkt auf der Einfrierung von Schwellen für die Einkommenssteuersätze und gezielten Abgaben liegt, wodurch Erhöhungen der nominalen Steuersätze vermieden werden, so die Analysten von Postbank Research.

Der finanzpolitische Spielraum sei auf 22 Mrd. GBP gestiegen, was die kurzfristigen Schuldenprobleme entschärft habe, obwohl weiterhin strukturelle Herausforderungen bestünden. Die Märkte hätten die verbesserte finanzpolitische Glaubwürdigkeit begrüßt, woraufhin das britische Pfund zugelegt habe und britische Staatsanleihen leicht an Wert gewonnen hätten. Diese Woche dürfte sich der Fokus des Marktes auf die Veröffentlichung von Daten im Vorfeld der Dezember-Sitzung der BoE verlagern. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte sich verbessern, aber der am Mittwoch bekanntgegebene Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor könnte schwächer ausfallen, und damit auch der Gesamtindex. Ein schwacher Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen könnte auf eine geringere Nachfrage, eine nachlassende Produktionsinflation und moderatere Unternehmenserwartungen hindeuten. Der am Donnerstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe werde derzeit auf etwa 44 prognostiziert, was die anhaltende Schwäche des Sektors unterstreiche. Die Daten zum Wohnungsmarkt würden die Hauspreisindices von Nationwide und Halifax für November (jeweils Dienstag bzw. Freitag) umfassen; im Oktober hätten diese einen moderaten Preisanstieg von jeweils 2,4% bzw. 1,9% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

Fazit: Die diese Woche veröffentlichten Daten dürften Anlegern helfen, die jüngste zugrunde liegende Wachstumsdynamik des Vereinigten Königreichs zu verstehen. Die monatlichen BIP-Daten hätten für September einen leichten Rückgang der Wirtschaftstätigkeit gezeigt. Einkaufsmanagerindices und Hauspreisindikatoren dürften Einblicke sowohl in die sektorale Performance als auch in die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher bieten und so die Erwartungen hinsichtlich der Zinsentscheidung der BoE im Dezember beeinflussen. Eine Zinssenkung scheine nach wie vor sehr wahrscheinlich, aber die geldpolitischen Entscheidungsträger dürften alle Signale sorgfältig abwägen. (PERSPEKTIVEN Week up front vom 01.12.2025) (02.12.2025/ac/a/m)