Gold glänzt als Krisenwährung
02.03.22 10:58
Swisscanto Invest
Zürich (www.aktiencheck.de) - Die Coronapandemie dürfte bald in die endemische Phase eintreten und an Schrecken verlieren, so die Experten von Swisscanto Invest.
Die rund um den Globus von den Regierungen verordneten einschränkenden Maßnahmen würden sukzessive zurückgenommen. Die konjunkturelle Dynamik werde in den kommenden zwei Quartalen Fahrt aufnehmen. Danach werde sich das Wirtschaftswachstum allerdings deutlich verlangsamen und phasenweise unter Potenzial fallen. Der Krieg in der Ukraine könne vor allem via Energiepreise negative Auswirkungen auf das globale Wachstum und die Inflation zeitigen. Die Gesamtinflationsrate würde nochmals höher ausfallen und weniger rasch zurückgehen als angenommen. Die westlichen Sanktionsmaßnahmen würden selbstredend vor allem Russland treffen, würden aber auch in Europa Spuren hinterlassen.
Die US-Notenbank werde im März 2022 den Leitzins ein erstes Mal anheben und Mitte des Jahres mit der Verkürzung der Bilanz beginnen. Auch die Europäische Zentralbank und die Schweizer Nationalbank würden gegen Jahresende erste Zinsschritte einleiten und die Nullzinspolitik nächstes Jahr beenden. Die Kehrtwendung der Geldpolitik und die anhaltend guten Konjunkturaussichten sprächen für steigende Anleiherenditen. Seit Jahresbeginn hätten die Aktienmärkte starke Kursverluste hinnehmen müssen und auch die Preise an den Anleihemärkten seien gefallen. Die Kehrtwendung der Geldpolitik und die anhaltend guten Konjunkturaussichten sprächen für tiefere Anleihepreise beziehungsweise steigende Renditen. Die Bewertungskorrektur an den Aktienmärkten sei vor dem Hintergrund der hohen Inflation und dem Krieg in der Ukraine wohl noch nicht abgeschlossen. Die mittelfristigen Aussichten würden nach Ansicht der Experten von Swisscanto Invest aber vorteilhaft bleiben, solange keine Rezession drohe, würden Aktienbaissen und Rezessionen doch üblicherweise Hand in Hand gehen.
Mit der Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt manifestiere sich ein neuer Gefahrenherd für die Weltwirtschaft. Wirtschaftlich gesehen seien die beiden Volkswirtschaften unbedeutend, würden sie doch nicht einmal zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen. Die direkten wirtschaftlichen Folgen für Länder außerhalb Russlands und der Ukraine würden sich deshalb in engen Grenzen halten. Dies gelte auch für die Eurozone, die vom Konflikt stärker betroffen sei als andere Regionen. Selbst Deutschland, welches von den großen europäischen Volkswirtschaften die engsten Handelsbeziehungen mit Russland unterhalte, exportiere lediglich zwei Prozent seiner Ausfuhren nach Russland. Negative Auswirkungen auf Wachstum und Inflation würden jedoch durch die wirtschaftlichen Sanktionen und den Anstieg der Energiepreise drohen, insbesondere dann, wenn es zu einer starken und länger anhaltenden Verteuerung von Erdöl und Erdgas komme.
Im aktuellen Umfeld aus robustem Wirtschaftswachstum, deutlich erhöhter Inflation und der Aussicht auf steigende Leitzinsen sähen die Experten von Swisscanto Invest Vorteile bei vergleichsweise niedrig bewerteten Regionen und Sektoren oder Anlagestilen, die eher unter dem Begriff Value zu verorten seien. Auf regionaler Ebene führe das auch zu einer Verschiebung der relativen Attraktivität der Schweiz und Großbritanniens. Erstere profitiere zwar in der aktuellen Ukrainekrise von ihrer defensiven Marktstruktur, die vergleichsweise hohe Bewertung sorge allerdings, wie in den USA auch, für Gegenwind. Britische Unternehmen würden unterdessen zwar nach wie vor mit den Auswirkungen des Brexits kämpfen, von der niedrigen Bewertung und der für ein Inflationsumfeld vorteilhaften Sektorzusammensetzung des Markts würden die Experten von Swisscanto Invest jedoch Rückenwind erwarten. Die Schwellenländer seien aufgrund politischer Unsicherheiten ebenfalls niedrig bewertet. Aufgrund unserer Konjunkturprognose hat sich die Chance auf überdurchschnittliche Indexanstiege unseres Erachtens auch dort erhöht, so die Experten von Swisscanto Invest.
Seit seinem Höchststand im August 2020 befinde sich der Goldpreis in einer Konsolidierungsphase. Mit der Eskalation im Ukrainekonflikt sei die Krisenwährung Gold nun wieder in die Gunst der Anleger gerückt und habe sich seit Ende Januar klar verteuert. Auch die übrigen Edelmetalle hätten zulegen können. Die Preissprünge bei Palladium, an dem Russland einen Anteil von rund 40 Prozent der globalen Produktion besitze, seien sogar noch stärker ausgefallen als bei Gold. Zudem würden mit den höheren Energiepreisen die Inflationsrisiken weiterhin nach oben gerichtet bleiben, was eine zusätzliche Stütze für den Goldpreis biete. Mit dem Fokus der Finanzmärkte auf die geopolitische Unsicherheit und die anhaltenden Inflationsrisiken habe sich Gold auch den seit Jahresanfang sichtlich gestiegenen US-Realrenditen entziehen können.
Dass sich das Interesse bei den Investoren erhöht habe, werde auch in den Goldbeständen der börsengehandelten Fonds (ETF) sichtbar. Nachdem die Bestände seit Herbst 2020 graduell zurückgegangen seien hätten, die Investoren in den letzten zwei Monaten erstmals wieder Bestände aufgebaut. Es gelte über die nächsten Wochen zu beobachten, ob sich hier eine Trendwende abzeichne. In der Vergangenheit seien Kapitalströme in diese Gefäße ein wichtiger Preistreiber gewesen beziehungsweise hätten zumindest eine preisverstärkende Wirkung gehabt.
Solange die Eskalation in der Ukraine anhalte, bleibe Gold gefragt. Schlussendlich dürften die Fundamentaldaten aber in den Fokus der Anleger zurückkehren. Damit sollte sich auch der Gleichlauf von Gold mit den Realrenditen wieder einstellen. Die Opportunitätskosten für das Halten von Gold würden mit der zunehmenden geldpolitischen Straffung der Notenbanken sogar nochmals erhöht. Zudem würden zwar die realisierten Inflationsraten vorerst hoch bleiben, dürften aber im Frühling 2022 erstmals wieder einen Rückgang verzeichnen. Die langfristigen Inflationserwartungen würden damit gut verankert bleiben. Insgesamt werde dies den Goldpreis im Jahresverlauf belasten. (02.03.2022/ac/a/m)
Die rund um den Globus von den Regierungen verordneten einschränkenden Maßnahmen würden sukzessive zurückgenommen. Die konjunkturelle Dynamik werde in den kommenden zwei Quartalen Fahrt aufnehmen. Danach werde sich das Wirtschaftswachstum allerdings deutlich verlangsamen und phasenweise unter Potenzial fallen. Der Krieg in der Ukraine könne vor allem via Energiepreise negative Auswirkungen auf das globale Wachstum und die Inflation zeitigen. Die Gesamtinflationsrate würde nochmals höher ausfallen und weniger rasch zurückgehen als angenommen. Die westlichen Sanktionsmaßnahmen würden selbstredend vor allem Russland treffen, würden aber auch in Europa Spuren hinterlassen.
Die US-Notenbank werde im März 2022 den Leitzins ein erstes Mal anheben und Mitte des Jahres mit der Verkürzung der Bilanz beginnen. Auch die Europäische Zentralbank und die Schweizer Nationalbank würden gegen Jahresende erste Zinsschritte einleiten und die Nullzinspolitik nächstes Jahr beenden. Die Kehrtwendung der Geldpolitik und die anhaltend guten Konjunkturaussichten sprächen für steigende Anleiherenditen. Seit Jahresbeginn hätten die Aktienmärkte starke Kursverluste hinnehmen müssen und auch die Preise an den Anleihemärkten seien gefallen. Die Kehrtwendung der Geldpolitik und die anhaltend guten Konjunkturaussichten sprächen für tiefere Anleihepreise beziehungsweise steigende Renditen. Die Bewertungskorrektur an den Aktienmärkten sei vor dem Hintergrund der hohen Inflation und dem Krieg in der Ukraine wohl noch nicht abgeschlossen. Die mittelfristigen Aussichten würden nach Ansicht der Experten von Swisscanto Invest aber vorteilhaft bleiben, solange keine Rezession drohe, würden Aktienbaissen und Rezessionen doch üblicherweise Hand in Hand gehen.
Im aktuellen Umfeld aus robustem Wirtschaftswachstum, deutlich erhöhter Inflation und der Aussicht auf steigende Leitzinsen sähen die Experten von Swisscanto Invest Vorteile bei vergleichsweise niedrig bewerteten Regionen und Sektoren oder Anlagestilen, die eher unter dem Begriff Value zu verorten seien. Auf regionaler Ebene führe das auch zu einer Verschiebung der relativen Attraktivität der Schweiz und Großbritanniens. Erstere profitiere zwar in der aktuellen Ukrainekrise von ihrer defensiven Marktstruktur, die vergleichsweise hohe Bewertung sorge allerdings, wie in den USA auch, für Gegenwind. Britische Unternehmen würden unterdessen zwar nach wie vor mit den Auswirkungen des Brexits kämpfen, von der niedrigen Bewertung und der für ein Inflationsumfeld vorteilhaften Sektorzusammensetzung des Markts würden die Experten von Swisscanto Invest jedoch Rückenwind erwarten. Die Schwellenländer seien aufgrund politischer Unsicherheiten ebenfalls niedrig bewertet. Aufgrund unserer Konjunkturprognose hat sich die Chance auf überdurchschnittliche Indexanstiege unseres Erachtens auch dort erhöht, so die Experten von Swisscanto Invest.
Seit seinem Höchststand im August 2020 befinde sich der Goldpreis in einer Konsolidierungsphase. Mit der Eskalation im Ukrainekonflikt sei die Krisenwährung Gold nun wieder in die Gunst der Anleger gerückt und habe sich seit Ende Januar klar verteuert. Auch die übrigen Edelmetalle hätten zulegen können. Die Preissprünge bei Palladium, an dem Russland einen Anteil von rund 40 Prozent der globalen Produktion besitze, seien sogar noch stärker ausgefallen als bei Gold. Zudem würden mit den höheren Energiepreisen die Inflationsrisiken weiterhin nach oben gerichtet bleiben, was eine zusätzliche Stütze für den Goldpreis biete. Mit dem Fokus der Finanzmärkte auf die geopolitische Unsicherheit und die anhaltenden Inflationsrisiken habe sich Gold auch den seit Jahresanfang sichtlich gestiegenen US-Realrenditen entziehen können.
Dass sich das Interesse bei den Investoren erhöht habe, werde auch in den Goldbeständen der börsengehandelten Fonds (ETF) sichtbar. Nachdem die Bestände seit Herbst 2020 graduell zurückgegangen seien hätten, die Investoren in den letzten zwei Monaten erstmals wieder Bestände aufgebaut. Es gelte über die nächsten Wochen zu beobachten, ob sich hier eine Trendwende abzeichne. In der Vergangenheit seien Kapitalströme in diese Gefäße ein wichtiger Preistreiber gewesen beziehungsweise hätten zumindest eine preisverstärkende Wirkung gehabt.
Solange die Eskalation in der Ukraine anhalte, bleibe Gold gefragt. Schlussendlich dürften die Fundamentaldaten aber in den Fokus der Anleger zurückkehren. Damit sollte sich auch der Gleichlauf von Gold mit den Realrenditen wieder einstellen. Die Opportunitätskosten für das Halten von Gold würden mit der zunehmenden geldpolitischen Straffung der Notenbanken sogar nochmals erhöht. Zudem würden zwar die realisierten Inflationsraten vorerst hoch bleiben, dürften aber im Frühling 2022 erstmals wieder einen Rückgang verzeichnen. Die langfristigen Inflationserwartungen würden damit gut verankert bleiben. Insgesamt werde dies den Goldpreis im Jahresverlauf belasten. (02.03.2022/ac/a/m)
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