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Mi, 22. April 2026, 21:10 Uhr

Zinssatz bescheidene zwei Prozent


06.06.03 13:31
BoersenMan.de

Für den bescheidenen Zinssatz von zwei Prozent verleiht die Europäische Zentralbank seit gestern ihre Euros, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Ende 2000 habe der so genannte "Leitzins" noch bei 4,75 Prozent gelegen. Der Abstand bis zu einem Zins von Null Prozent sei somit deutlich geschrumpft. Geld sei billig geworden. Dadurch wolle die Zentralbank die Wirtschaft zum Investieren anregen. Wo vor kurzem noch die Angst vor einer Inflation vorgeherrscht habe, fürchte man jetzt eine drohende Deflation. Wenn Produkte heute teurer als morgen oder übermorgen seien, dann könne das einer Wirtschaft die Luft abdrehen, weil alle ihr Geld beisammen halten würden, statt es auszugeben. Das gelte es zu verhindern, daher der niedrige Zinssatz.

Die Frage sei, was das für die Anleger bedeute. Szenario 1: man bekomme tatsächlich eine Deflation: Wer dann zum Beispiel eine mit lausigen drei Prozent verzinste Staatsanleihe habe, der Geldwert aber um ein Prozent steige, habe unterm Strich ein Plus von 4 Prozent. Steige der Geldwert weiter an, werde auch die Anleihe immer wertvoller, der Anleger verdiene Geld. Szenario 2: die Deflation komme nicht und die Preise würden wieder steigen. Dann werde die schmale Rendite auch noch von der Inflation aufgeknabbert, und die schlecht verzinste Anleihe verliere zusätzlich an Wert. Fazit: das Geld sollte man zwar mit Anleihen vor dem Wertverfall absichern, sich dabei aber nicht langfristig festlegen und für eine Trendwende gewappnet bleiben.


 
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