Volkswagen Outperformer
02.10.06 11:20
LRP
Mainz (aktiencheck.de AG) - Michael Punzet, Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, stuft die Aktie von Volkswagen unverändert mit "Outperformer" ein.
Volkswagen habe sich am Freitag (29.9.2006), und damit deutlich schneller als von vielen Marktteilnehmern erwartet, mit der IG Metall auf die Eckpunkte des Arbeitnehmerbeitrags zur Sanierung der Marke VW geeinigt, welche am 4. Oktober vertraglich fixiert werden sollten. Die Eckpunkte würden im Einzelnen wie folgt lauten: Flexibler Arbeitszeitkorridor von 25 bis 33 Stunden in der Produktion bzw. 34 Stunden in der Verwaltung; verbindliche Produktzusagen würden Beschäftigung über 2011 hinaus sichern; Entgelterhöhung und Einmalzahlung.
Auch wenn sich VW mit seiner Maximalforderung, 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, nicht habe durchsetzen können, was vor dem Hintergrund der starken Stellung der IG Metall im Wolfsburg auch nicht zu erwarten gewesen sei, sehe man die getroffene Vereinbarung als deutlichen Fortschritt. Insbesondere mit Blick auf die geringe Auslastung der deutschen Werke (ca. 70%) dürften sich die Vorteile aus einer Rückkehr zur 35-Stunden-Woche in den nächsten Jahren in Grenzen halten bzw. aus der Steigerung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 33 Stunden keine gravierenden Nachteile mit sich bringen.
Im Gegenzug verpflichte sich VW je Mitarbeiter einen Betrag von ca. 6.300 EUR (nicht Cash-wirksam) im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge bzw. 5.000 EUR in bar zu bezahlen. Darüber hinaus sollten die Mitarbeiter langfristig am Erfolg der Marke VW über eine entsprechende Erfolgsbeteiligung partizipieren. Die Lohnrunde 2007 werde durch eine Einmalzahlung von 1.000 EUR (ca. 2,5%) abgegolten. Für das Jahr 2008 werde das Verhandlungsergebnis der niedersächsischen Metallindustrie übernommen.
VW habe keine über die Ende 2004 vereinbarte Arbeitsplatzgarantie bis 2011 hinausgehenden Zusagen getätigt. Allerdings seien verbindliche und konkrete Zusagen für sechs westdeutschen Standorte abgegeben worden: Wolfsburg: Golf VI (ab 2009) und ein zusätzliches Volumenmodell; Hannover: Umbau in Kompetenzzentrum (Sicherung von 700 der 1.200 Arbeitsplätze); Kassel: Leitwerk für Direktschaltgetriebe (DSG); Emden: Höhere Stückzahlen bei Passat und CC-Coupe sowie ein weiteres Modell; Braunschweig: Lenkungssysteme und Fahrwerksteile; Salzgitter: Zusätzliche Motorenvolumen bzw. bessere Auslastung.
Insgesamt würden die Analysten der LRP aus der getroffenen Vereinbarung ein Einsparvolumen von ca. 900 Mio. EUR p.a. für Volkswagen sehen, die ihres Erachtens nicht in dem ForMotion-Plus Sparziel von 7 Mrd. EUR für die Marke VW enthalten seien und somit ein "Add on" darstellen würden. Rückstellungen für den vereinbarten Rentenbaustein (ca. 500 Mio. EUR) dürften wegen der endgültigen Fixierung am 4. Oktober erst in Q4/2006 verbucht werden.
Per Ende September dürften ca. 4.900 Mitarbeiter das Abfindungsangebot von VW angenommen und sich somit die "Bi-Turbo-Prämie" von 54.000 EUR gesichert haben. Damit sei das ursprüngliche Ziel von 5.000 Mitarbeitern, von denen man sich mittels Aufhebungsverträgen habe trennen wollen, bereits erreicht. Da die Analysten in ihren Schätzungen bereits eine höhere Annahmequote berücksichtigt hätten, ergebe sich hieraus kein gravierender Änderungsbedarf an ihrem Zahlenwerk. In Q3/2006 sei jedoch mit zusätzlichen Restrukturierungsrückstellungen in diesem Zusammenhang zu rechnen.
Durch den schnellen Verhandlungserfolg - ursprünglich sei von VW eine Einigung bis Ende Oktober angestrebt gewesen - würden die Analysten ihre positive Haltung bezüglich einer erfolgreichen Restrukturierung der Marke VW und somit auch zur Aktie von Volkswagen bestätigt sehen. Obwohl die VW-Aktie mit einem Kurszuwachs von 50,6% die zweitbeste Performance, nach ThyssenKrupp mit einem Zuwachs von 50,8%, der DAX 30-Aktien aufweisen könne, sehe man weiterhin ein überproportionales Kurspotenzial vorhanden.
Die Analysten der LRP bestätigen daher die Volkswagen-Aktie als Outperformer mit Kursziel 88 EUR per Ende 2007 und halten mittelfristig einen Test der bisherigen Höchstkurse im dreistelligen Bereich für realistisch. (02.10.2006/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen gehörte einem Konsortium an, das die innerhalb von fünf Jahren zeitlich letzte Emission von Wertpapieren der Gesellschaft übernommen hat. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Volkswagen habe sich am Freitag (29.9.2006), und damit deutlich schneller als von vielen Marktteilnehmern erwartet, mit der IG Metall auf die Eckpunkte des Arbeitnehmerbeitrags zur Sanierung der Marke VW geeinigt, welche am 4. Oktober vertraglich fixiert werden sollten. Die Eckpunkte würden im Einzelnen wie folgt lauten: Flexibler Arbeitszeitkorridor von 25 bis 33 Stunden in der Produktion bzw. 34 Stunden in der Verwaltung; verbindliche Produktzusagen würden Beschäftigung über 2011 hinaus sichern; Entgelterhöhung und Einmalzahlung.
Auch wenn sich VW mit seiner Maximalforderung, 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, nicht habe durchsetzen können, was vor dem Hintergrund der starken Stellung der IG Metall im Wolfsburg auch nicht zu erwarten gewesen sei, sehe man die getroffene Vereinbarung als deutlichen Fortschritt. Insbesondere mit Blick auf die geringe Auslastung der deutschen Werke (ca. 70%) dürften sich die Vorteile aus einer Rückkehr zur 35-Stunden-Woche in den nächsten Jahren in Grenzen halten bzw. aus der Steigerung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 33 Stunden keine gravierenden Nachteile mit sich bringen.
Im Gegenzug verpflichte sich VW je Mitarbeiter einen Betrag von ca. 6.300 EUR (nicht Cash-wirksam) im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge bzw. 5.000 EUR in bar zu bezahlen. Darüber hinaus sollten die Mitarbeiter langfristig am Erfolg der Marke VW über eine entsprechende Erfolgsbeteiligung partizipieren. Die Lohnrunde 2007 werde durch eine Einmalzahlung von 1.000 EUR (ca. 2,5%) abgegolten. Für das Jahr 2008 werde das Verhandlungsergebnis der niedersächsischen Metallindustrie übernommen.
Insgesamt würden die Analysten der LRP aus der getroffenen Vereinbarung ein Einsparvolumen von ca. 900 Mio. EUR p.a. für Volkswagen sehen, die ihres Erachtens nicht in dem ForMotion-Plus Sparziel von 7 Mrd. EUR für die Marke VW enthalten seien und somit ein "Add on" darstellen würden. Rückstellungen für den vereinbarten Rentenbaustein (ca. 500 Mio. EUR) dürften wegen der endgültigen Fixierung am 4. Oktober erst in Q4/2006 verbucht werden.
Per Ende September dürften ca. 4.900 Mitarbeiter das Abfindungsangebot von VW angenommen und sich somit die "Bi-Turbo-Prämie" von 54.000 EUR gesichert haben. Damit sei das ursprüngliche Ziel von 5.000 Mitarbeitern, von denen man sich mittels Aufhebungsverträgen habe trennen wollen, bereits erreicht. Da die Analysten in ihren Schätzungen bereits eine höhere Annahmequote berücksichtigt hätten, ergebe sich hieraus kein gravierender Änderungsbedarf an ihrem Zahlenwerk. In Q3/2006 sei jedoch mit zusätzlichen Restrukturierungsrückstellungen in diesem Zusammenhang zu rechnen.
Durch den schnellen Verhandlungserfolg - ursprünglich sei von VW eine Einigung bis Ende Oktober angestrebt gewesen - würden die Analysten ihre positive Haltung bezüglich einer erfolgreichen Restrukturierung der Marke VW und somit auch zur Aktie von Volkswagen bestätigt sehen. Obwohl die VW-Aktie mit einem Kurszuwachs von 50,6% die zweitbeste Performance, nach ThyssenKrupp mit einem Zuwachs von 50,8%, der DAX 30-Aktien aufweisen könne, sehe man weiterhin ein überproportionales Kurspotenzial vorhanden.
Die Analysten der LRP bestätigen daher die Volkswagen-Aktie als Outperformer mit Kursziel 88 EUR per Ende 2007 und halten mittelfristig einen Test der bisherigen Höchstkurse im dreistelligen Bereich für realistisch. (02.10.2006/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen gehörte einem Konsortium an, das die innerhalb von fünf Jahren zeitlich letzte Emission von Wertpapieren der Gesellschaft übernommen hat. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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