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Di, 28. April 2026, 0:31 Uhr

Versorgerbranche im Fokus


28.08.06 17:27
LRP

Mainz (aktiencheck.de AG) - Das Problem der künftigen Energieversorgung verschärft sich und gewinnt mit jedem Tag an Gewicht, so die Analysten der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz.

Infolgedessen werde der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland wieder offen zur Diskussion gestellt: Im Zuge der gestiegenen Energiepreise habe vor allem die Versorgerbranche mit RWE und E.ON an der Spitze ihre Forderungen nach einer Lockerung des Atomgesetzes verstärkt.

Zum Jahresanfang 2006 sei die Debatte über den geplanten Ausstieg aus der Atomkraft erneut aufgeflammt, allerdings infolge des E.ON-Gebots für Endesa vorübergehend in den Hintergrund gerückt. Auf dem Energiegipfel im April 2006 sei das Thema nur angeschnitten worden. Dennoch habe das Treffen den Startschuss für eine Debatte gegeben, die im kommenden Jahr in ein energiepolitisches Gesamtkonzept münden solle. Spätestens Ende 2007 sollte damit eine endgültige Entscheidung über den Atomausstieg vorliegen.

Ungeachtet des Atomgesetzes und seiner noch scheinbar starken politischen Unterstützung sei die Zukunft der deutschen Kernenergie nach Meinung der Analysten offen. Von den vier möglichen Ergebnissen der Kernkraftdiskussion würden die Analysten nur eine weitere Kürzung der Restlaufzeiten für ausgeschlossen halten.

Eine Verlängerung der Kernkraftwerk-Restlaufzeiten erscheine den Analysten eine realistische und zugleich wirtschaftliche Option, auf die Deutschland nach der Analysteneinschätzung auf die Dauer kaum verzichten werde. Die mit der Kernenergie verbundenen Vorteile blieben im Falle eines solchen "Ausstiegs aus dem Ausstieg" durchweg erhalten. Die entsprechenden Risiken dürften sich dagegen nur geringfügig erhöhen, vor allem wenn man den geplanten Ausbau der Kernenergie innerhalb Europas berücksichtige.

Im Laufe der kommenden Monate erwarte man keine Änderung des Atomgesetzes. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2007 halte man eine Bewegung an dieser Front für realistisch. Somit gehe man davon aus, dass die Möglichkeit einer Verlängerung der Kernkraftwerk-Restlaufzeiten in den Aktienkursen der Versorger noch nicht enthalten sei. Für die Aktien der RWE und E.ON würde nach Erachten der Analysten eine gesetzliche Verlängerung der Restlaufzeiten eine unmittelbare Wertsteigerung von jeweils rund 8 Euro bedeuten. Wenn der Status quo erhalten werde, ändere sich aber nichts. Dementsprechend sehe man für beide Titel bedeutendes Kurspotenzial und kein Risiko im Vergleich zum Status quo.

Die Analysten der LRP würden ihr Rating für die E.ON-Aktie von "Marketperformer" auf "Outperformer" erhöhen. Per Ende 2007 würden sie ein neues Kursziel von 121 Euro setzen. Sie würden ebenfalls die RWE-Aktie von "Marketperformer" auf "Outperformer" hochstufen. Für diesen Titel laute das Kursziel 95 Euro per Ende 2007. (28.08.2006/ac/a/m)