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So, 26. April 2026, 17:15 Uhr

thyssenkrupp AG

WKN: 750000 / ISIN: DE0007500001

ThyssenKrupp kaufen


22.07.02 17:29
Berliner Volksbank

Martin Rottmann und Stefan Troppens, Analysten der Berliner Volksbank, stufen die Aktie von ThyssenKrupp (WKN 750000) mit "kaufen" ein.

Die ThyssenKrupp AG sei durch die Fusion zwischen der Thyssen AG und der Krupp-Hoesch AG im Oktober 1998 entstanden. Kernbereiche seien Steel, Automotive, Elevators, Technologies und Service. Strategisch treibe ThyssenKrupp die Internationalisierung durch Übernahmen und Kooperationen gezielt voran. Während in der Stahlbranche ein Fusionsprozess laufe, sei nach Meinung von ThyssenKrupp-Stahl-Chef Karl-Ulrich Köhler der Konzern groß genug für den internationalen Wettbewerb.

Der Unternehmensgewinn vor Steuern habe im Ende März abgelaufenen zweiten Quartal 96 Mio. Euro erreicht, nach 159 Mio. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im Gewinn enthalten seien Veräußerungserlöse von 91 Mio. Euro. Analysten hätten im Schnitt einen noch deutlicheren Rückgang des Vorsteuerergebnisses auf 70 Mio. Euro erwartet. In der Auto-Sparte habe ThyssenKrupp seinen Quartalsgewinn zwar um 40 Mio. Euro auf 66 Mio. Euro steigern können. Die Hälfte dieses Zuwachses sei aber nicht operativ, sondern durch Beteiligungsverkäufe vereinnahmt worden. Im Stahlgeschäft habe ThyssenKrupp seinen Verlust im zweiten Quartal auf 39 Mio. Euro von 26 Mio. Euro im ersten Quartal ausgedehnt. Die Stahl-Sparte, mit 27% am Gesamtunternehmensumsatz beteiligt, sei insgesamt hauptverantwortlich für den Ergebnisrückgang gewesen.

Den höheren Verlust der Sparte habe der Konzern vor allem mit rückläufigen Lieferungen bei Flachstahlerzeugnissen vor dem Hintergrund der weltweiten konjunkturellen Flaute begründet. Die Durchschnittserlöse je Tonne hätten um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Auffällig sei der relativ hohe Verbindlichkeitenstand des Unternehmens, zum März 2002 sei dieser 900 Mio. Euro höher als zum Jahresende gewesen. Die hohen Verbindlichkeiten würden seit langem als Hemmnis für mögliche Akquisitionen gewertet.

Positiv entgegenwirken dürften hier aber die knapp 500 Mio. Euro aus dem Verkauf der Beteiligung an der Essener Ruhrgas an E.ON. Nach dem Tief Ende vergangenen Jahres sehe ThyssenKrupp bei den Auftragseingängen in der Branche wieder eine positive Tendenz. Eine anziehende Nachfrage sei vor allem in der Maschinenbau- und Bauindustrie zu verzeichnen, während die Autohersteller weniger Stahl abnehmen würden als im Vorjahr.

Rund ein Fünftel der Konzernproduktion entfalle auf die Fahrzeugindustrie. Zunächst seien die steigenden Auftragseingänge aber allein auf den Lagerzyklus zurückzuführen gewesen, nicht auf höheren Bedarf der Endabnehmer. ThyssenKrupp habe deshalb zu Jahresbeginn die Erzeugungskapazität durch Kurzarbeit um ein Drittel verringert, um Menge aus dem Markt zu nehmen.

Inzwischen seien die Stahlpreise um 40 Euro je Tonne gestiegen, lägen nach Köhler jedoch immer noch in der Nähe des langfristigen Tiefs. Neben der erfolgreich durchgesetzten Preiserhöhungen im April solle eine weitere Preisanhebungsrunde im Juli folgen. Die Bedeutung des US-Geschäfts spiele ThyssenKrupp herunter. Nur ein bis zwei Prozent der Produktion seien von den Zöllen betroffen, mit denen US-Präsident Bush die US-Stahlindustrie abschotten wolle.

Trotz der von den USA erhobenen Schutzzölle von zunächst 30% auf Flachstahlimporte wolle ThyssenKrupp versuchen, die Lieferungen dorthin aufrechtzuerhalten. Der Umsatz für das Gesamtjahr werde unter dem Vorjahreswert von 38 Mrd. Euro liegen. Die Restrukturierungsaufwendungen dürften den bislang anvisierten Vorsteuergewinn von 500 Mio. Euro um 100 Mio. Euro senken. Besonders in der Auto-Sparte, auf die der größte Teil der angekündigten umfassenden Umstrukturierungen zukomme, solle so dem Margendruck entgegen gewirkt werden.

Die Analysten der Berliner Volksbank erwarten, dass ThyssenKrupp als sehr gut aufgestellter Mischkonzern von der anstehenden Konjunkturwende in der zweiten Jahreshälfte sowie von steigenden Stahlpreisen stark profitiert und empfehlen die Aktie daher zum Kauf.





 
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