Silberpreis ging in den letzten Wochen zurück
04.07.07 14:51
ABN AMRO
Amsterdam (aktiencheck.de AG) - Der Silberpreis ging in den letzten Wochen deutlich zurück, so die Experten von ABN AMRO.
Die Investoren würden diskutieren, ob es sich um eine Trendwende oder nur eine kurzfristige Konsolidierung handle. Die Preise aller Edelmetalle hätten in den letzten Wochen unter Druck gestanden. Der besonders starke Preisrückgang bei Silber habe viele Investoren erschreckt, sei aber nicht ungewöhnlich gewesen. Silber sei eng korreliert mit Gold, weise aber stärkere Schwankungen als das gelbe Metall auf. Der Grund dafür sei am Silbermarkt zu finden. Die Nachfrage nach Silber sei weniger preiselastisch als die nach Gold. Komme es zu Preisrückgängen, steige die Nachfrage nach Silber weniger stark als die nach Gold an.
Investoren würden derzeit eine Preisschwäche bei Gold als günstige Einstiegschance werten. Silber werde dagegen als Industriemetall gesehen. Diese Rolle verdanke das Edelmetall seiner Eigenschaft als Metall mit der höchsten thermischen und elektrischen Leitfähigkeit. Aufgrund dieser und noch weiterer physikalischen Eigenschaften sei Silber kaum zu substituieren. Bei der Produktion eines Produkts werde in der Regel Silber in so kleinen Mengen verwendet, dass der Silberpreis auf die Gesamtkosten gesehen nur eine geringe Bedeutung habe. Zu einer Nachfrageänderung bestehe daher auch bei einem deutlich höheren Preis kaum ein Anreiz.
Insgesamt wachse derzeit die Nachfrage nach Silber in der Industrie um 5 bis 7 Prozent. Die große Bedeutung in der Industrie führe dazu, dass Silber im Gegensatz zu Gold verbraucht werde. Gold sei dagegen häufig in Schmuck gebunden und damit als Material im Prinzip weiter vorhanden. Der physische Verbrauch von Silber sei mit dafür verantwortlich, dass sich die weltweiten Lagerbestände in den letzten zehn Jahren halbiert hätten. Seit vielen Jahren liege die Nachfrage höher als das Angebot aus der Minenproduktion und der Einschmelzung von Altsilber. Dieses Angebotsdefizit werde ausgeglichen durch Verkäufe aus den Lagerbeständen vor allem staatlicher Stellen. So seien zum Beispiel die Bestände der USA vollständig aufgebraucht. Das US-Finanzministerium müsse inzwischen zur Prägung von Münzen selbst Silber kaufen.
Eine deutliche Erhöhung des Angebots sei nicht in Sicht. Silber werde von den Minenbetrieben, von denen über 70 Prozent des Angebots stammen würden, häufig nur als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Kupfer, Blei oder Gold gewonnen. Nur 30 Prozent der Produktion würden aus speziellen Silberminen entstammen. Eine Produktionssteigerung sei daher schwierig. In den letzten Jahren sei die Minenproduktion um gut 3 Prozent pro Jahr erhöht worden. Nach Prognosen der UBS dürfte aufgrund neuer Minenprojekte das Angebot um jährliche etwa 4 Prozent von 2007 bis 2009 steigen. Das reiche derzeit allerdings nicht aus, um mit dem Wachstum der Nachfrage Schritt zu halten.
Der Rückgang der weltweiten Lagerbestände sowie das anhaltende Angebotsdefizit machen den Silbermarkt anfällig für Spekulationen. Wie bei Gold bestimme die Nachfrage für Anlage- und Spekulationszwecke zunehmend die Preisbewegungen. Die Einführung eines börsennotierten Silberfonds (ETFs) im vergangenen Jahr habe ein Viertel der physischen Nachfrage in Anspruch genommen. Allerdings habe sich der Bedarf zur physischen Hinterlegung der Silberzertifikate inzwischen wie erwartet abgeschwächt. Dennoch nehme die Anspannung am Silbermarkt immer weiter zu. Nach Berechnungen der Analysten von HVB Research könnten Spekulanten für 360 Mio. US-Dollar den gesamten weltweiten nachgewiesenen Lagerbestand aufkaufen.
Sollte der Silbermarkt zunehmend das Ziel von Spekulationen werden, dann würde sich auch der Silberpreis stärker vom Goldpreis abkoppeln. Bisher sei dies noch kaum der Fall. Der Preisrückgang bei Silber in den letzten Wochen sei vor allem auf den weltweiten Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten zurückzuführen gewesen. Dadurch sinke die Attraktivität der Edelmetalle als Anlageobjekte, die keine Zinsen abwerfen würden. Das habe den Goldpreis gedrückt und auch den Silberpreis mit nach unten gezogen. Der Goldpreis sei ebenso wie der Silberpreis zudem positiv mit der Entwicklung der Konjunktur und negativ mit dem Kurs des US-Dollars korreliert. Ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft sowie anhaltender Abwertungsdruck auf den Dollar würden sich daher positiv auf den Preis aller Edelmetalle auswirken. Mittelfristig würden aber vor allem das anhaltende Angebotsdefizit und die sinkenden weltweiten Lagerbestände Aufwärtsdruck auf den Silberpreis ausüben. (04.07.2007/ac/a/m)
Die Investoren würden diskutieren, ob es sich um eine Trendwende oder nur eine kurzfristige Konsolidierung handle. Die Preise aller Edelmetalle hätten in den letzten Wochen unter Druck gestanden. Der besonders starke Preisrückgang bei Silber habe viele Investoren erschreckt, sei aber nicht ungewöhnlich gewesen. Silber sei eng korreliert mit Gold, weise aber stärkere Schwankungen als das gelbe Metall auf. Der Grund dafür sei am Silbermarkt zu finden. Die Nachfrage nach Silber sei weniger preiselastisch als die nach Gold. Komme es zu Preisrückgängen, steige die Nachfrage nach Silber weniger stark als die nach Gold an.
Investoren würden derzeit eine Preisschwäche bei Gold als günstige Einstiegschance werten. Silber werde dagegen als Industriemetall gesehen. Diese Rolle verdanke das Edelmetall seiner Eigenschaft als Metall mit der höchsten thermischen und elektrischen Leitfähigkeit. Aufgrund dieser und noch weiterer physikalischen Eigenschaften sei Silber kaum zu substituieren. Bei der Produktion eines Produkts werde in der Regel Silber in so kleinen Mengen verwendet, dass der Silberpreis auf die Gesamtkosten gesehen nur eine geringe Bedeutung habe. Zu einer Nachfrageänderung bestehe daher auch bei einem deutlich höheren Preis kaum ein Anreiz.
Eine deutliche Erhöhung des Angebots sei nicht in Sicht. Silber werde von den Minenbetrieben, von denen über 70 Prozent des Angebots stammen würden, häufig nur als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Kupfer, Blei oder Gold gewonnen. Nur 30 Prozent der Produktion würden aus speziellen Silberminen entstammen. Eine Produktionssteigerung sei daher schwierig. In den letzten Jahren sei die Minenproduktion um gut 3 Prozent pro Jahr erhöht worden. Nach Prognosen der UBS dürfte aufgrund neuer Minenprojekte das Angebot um jährliche etwa 4 Prozent von 2007 bis 2009 steigen. Das reiche derzeit allerdings nicht aus, um mit dem Wachstum der Nachfrage Schritt zu halten.
Der Rückgang der weltweiten Lagerbestände sowie das anhaltende Angebotsdefizit machen den Silbermarkt anfällig für Spekulationen. Wie bei Gold bestimme die Nachfrage für Anlage- und Spekulationszwecke zunehmend die Preisbewegungen. Die Einführung eines börsennotierten Silberfonds (ETFs) im vergangenen Jahr habe ein Viertel der physischen Nachfrage in Anspruch genommen. Allerdings habe sich der Bedarf zur physischen Hinterlegung der Silberzertifikate inzwischen wie erwartet abgeschwächt. Dennoch nehme die Anspannung am Silbermarkt immer weiter zu. Nach Berechnungen der Analysten von HVB Research könnten Spekulanten für 360 Mio. US-Dollar den gesamten weltweiten nachgewiesenen Lagerbestand aufkaufen.
Sollte der Silbermarkt zunehmend das Ziel von Spekulationen werden, dann würde sich auch der Silberpreis stärker vom Goldpreis abkoppeln. Bisher sei dies noch kaum der Fall. Der Preisrückgang bei Silber in den letzten Wochen sei vor allem auf den weltweiten Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten zurückzuführen gewesen. Dadurch sinke die Attraktivität der Edelmetalle als Anlageobjekte, die keine Zinsen abwerfen würden. Das habe den Goldpreis gedrückt und auch den Silberpreis mit nach unten gezogen. Der Goldpreis sei ebenso wie der Silberpreis zudem positiv mit der Entwicklung der Konjunktur und negativ mit dem Kurs des US-Dollars korreliert. Ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft sowie anhaltender Abwertungsdruck auf den Dollar würden sich daher positiv auf den Preis aller Edelmetalle auswirken. Mittelfristig würden aber vor allem das anhaltende Angebotsdefizit und die sinkenden weltweiten Lagerbestände Aufwärtsdruck auf den Silberpreis ausüben. (04.07.2007/ac/a/m)
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