Rentenmärkte im Fokus
13.10.06 14:30
LRP
Mainz (aktiencheck.de AG) - Das dritte Quartal war insgesamt Balsam für die Seele der Bondanleger, berichten die Analysten der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz.
Zehnjährige US-Renditen seien in diesem Zeitraum knapp einen halben Rendite-Prozentpunkt gesunken, die deutsche Benchmark-Anleihe habe im Fahrwasser der US-Vorgaben rund 20 Renditestellen nachgegeben. Den Anstoß zur Rally hätten beruhigende Signale von der Inflationsfront, zunehmende konjunkturelle Bedenken angesichts höherer Abwärtsdynamik am US-Häusermarkt sowie nicht zuletzt auch die Einschätzung, dass der ausstehende geldpolitische Straffungsbedarf beidseits des Atlantiks überschaubar sei und im Falle der USA sogar erste Zinssenkungen ins Auge zu fassen wären, geliefert.
Seit den letzten Septembertagen seien es allerdings wiederum die Notenbanken, die allzu großer Euphorie einen Dämpfer versetzen würden. Sowohl die EZB als auch Vertreter der FED seien bemüht, sich bezüglich des weiteren Kurses alle Optionen offen zu halten. Aktuell würden sich zehnjährige US-Treasuries zu 4,75 Prozent, ihre deutschen Pendants zu 3,8 Prozent verzinsen. Beide hätten sich damit von den jüngsten Tiefs bereits wieder spürbar abgesetzt.
Insbesondere durch das starke Wachstumstempo in Asien setze das globale Umfeld weiterhin einen expansiven Grundakzent. Der IWF habe seine Projektionen für die Weltwirtschaft 2006 und 2007 auf die 5 Prozent Marke angehoben und spreche von der stärksten Vierjahresperiode seit den siebziger Jahren. Der Aufschwung erhalte seine Prägung nach wie vor durch die chinesische Dynamik, deren künftigen Nachfrageeffekte eine US-Konsumabflachung kompensieren helfen sollten. Zunächst würden aber aggressive Slow-Down-Szenarien für die USA auch dadurch weniger Wahrscheinlichkeit erhalten, dass die seit Anfang August um ein Viertel gefallenen US-Benzinpreise neben dem niedrigeren Zinsniveau eine deutliche Konsumentlastung bewirken dürften.
Die Sorgenfalten hinsichtlich der längerfristigen Preisentwicklung (September-Teuerung 3,8 nach 4,2 Prozent, Kernrate 2,8 nach 2,7 Prozent) dürften sich im Unterschied zu den 90er Jahren allerdings nicht so schnell legen, da angesichts der stark wachsenden globalen Wirtschaft die internationalen Kapazitätspuffer diesmal in geringerem Ausmaß zur Verfügung stünden. Die Euro-Inflationsrate habe sich durch die spürbare Entlastung der Energiepreise inzwischen zurückgebildet (vorläufige September-Inflation 1,8 nach 2,3 Prozent), werde allerdings von einem immer noch kräftigen Geldmengenwachstum (M3 im August +8,2 nach 7,8 Prozent) oberhalb der EZB-Toleranzmarke von 4,5 Prozent sowie starker Kreditexpansion (11,3 nach 11,1) begleitet. Zudem stehe mit der Mehrwertsteuer-Erhöhung in Deutschland ein erneuter Auftrieb bei der Inflation an.
Unter dem Strich würden günstige Umfeldfaktoren, vor allem eine reichliche Verfügbarkeit von Sparmitteln und Risikoszenarien aus diversen geopolitischen Krisenherden, weiterhin für die Anlage in Festverzinslichen sprechen. Um sich jedoch im Falle einer möglichen erneuten Verschlechterung des Inflationsbildes inklusive entsprechender Reaktionen der Notenbanken größtmöglichen Handlungsspielraum zu bewahren, würden sich bei der Laufzeitwahl unverändert vor allem kurze bis mittlere Fristigkeiten anbieten. (13.10.2006/ac/a/m)
Zehnjährige US-Renditen seien in diesem Zeitraum knapp einen halben Rendite-Prozentpunkt gesunken, die deutsche Benchmark-Anleihe habe im Fahrwasser der US-Vorgaben rund 20 Renditestellen nachgegeben. Den Anstoß zur Rally hätten beruhigende Signale von der Inflationsfront, zunehmende konjunkturelle Bedenken angesichts höherer Abwärtsdynamik am US-Häusermarkt sowie nicht zuletzt auch die Einschätzung, dass der ausstehende geldpolitische Straffungsbedarf beidseits des Atlantiks überschaubar sei und im Falle der USA sogar erste Zinssenkungen ins Auge zu fassen wären, geliefert.
Insbesondere durch das starke Wachstumstempo in Asien setze das globale Umfeld weiterhin einen expansiven Grundakzent. Der IWF habe seine Projektionen für die Weltwirtschaft 2006 und 2007 auf die 5 Prozent Marke angehoben und spreche von der stärksten Vierjahresperiode seit den siebziger Jahren. Der Aufschwung erhalte seine Prägung nach wie vor durch die chinesische Dynamik, deren künftigen Nachfrageeffekte eine US-Konsumabflachung kompensieren helfen sollten. Zunächst würden aber aggressive Slow-Down-Szenarien für die USA auch dadurch weniger Wahrscheinlichkeit erhalten, dass die seit Anfang August um ein Viertel gefallenen US-Benzinpreise neben dem niedrigeren Zinsniveau eine deutliche Konsumentlastung bewirken dürften.
Die Sorgenfalten hinsichtlich der längerfristigen Preisentwicklung (September-Teuerung 3,8 nach 4,2 Prozent, Kernrate 2,8 nach 2,7 Prozent) dürften sich im Unterschied zu den 90er Jahren allerdings nicht so schnell legen, da angesichts der stark wachsenden globalen Wirtschaft die internationalen Kapazitätspuffer diesmal in geringerem Ausmaß zur Verfügung stünden. Die Euro-Inflationsrate habe sich durch die spürbare Entlastung der Energiepreise inzwischen zurückgebildet (vorläufige September-Inflation 1,8 nach 2,3 Prozent), werde allerdings von einem immer noch kräftigen Geldmengenwachstum (M3 im August +8,2 nach 7,8 Prozent) oberhalb der EZB-Toleranzmarke von 4,5 Prozent sowie starker Kreditexpansion (11,3 nach 11,1) begleitet. Zudem stehe mit der Mehrwertsteuer-Erhöhung in Deutschland ein erneuter Auftrieb bei der Inflation an.
Unter dem Strich würden günstige Umfeldfaktoren, vor allem eine reichliche Verfügbarkeit von Sparmitteln und Risikoszenarien aus diversen geopolitischen Krisenherden, weiterhin für die Anlage in Festverzinslichen sprechen. Um sich jedoch im Falle einer möglichen erneuten Verschlechterung des Inflationsbildes inklusive entsprechender Reaktionen der Notenbanken größtmöglichen Handlungsspielraum zu bewahren, würden sich bei der Laufzeitwahl unverändert vor allem kurze bis mittlere Fristigkeiten anbieten. (13.10.2006/ac/a/m)
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