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RWE AG

WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129

RWE durchwachsene Perspektiven


30.08.11 14:18
Smart Investor

Wolfratshausen (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Smart Investor" drängt sich bei der Aktie der RWE AG aktuell kein Investment auf.

RWE habe bisher zu den Titeln auf dem Kurszettel gezählt, die mit Stabilität und ansehnlichen Dividenden aufgewartet hätten. Doch infolge der Entwicklungen in Japan und dem deutschen Atomausstieg sei das Unternehmen unter Druck geraten. Seit dem Höchststand 2007 habe die Aktie sich mehr als gedrittelt. An dieser Stelle würden sich die Experten fragen, ob dies eine Übertreibung der Börse oder eine realistische Einschätzung sei?

RWE habe im ersten Halbjahr 2011 beim Nettoergebnis einen Rückgang um 22,2% auf 1,59 Mrd. EUR verzeichnet. Dabei habe der Konzern eine geringere Einbuße vermeldet, als z.B. Wettbewerber E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99). Grund dafür sei das wesentlich größere Gasgeschäft von RWE, das mit einem Außenabsatz von 185 Mrd. kw/h das Stromgeschäft deutlich überwiege (154 Mrd. kw/h). Die Nettoverschuldung habe sich in H1 2011 um 4% auf 30 Mrd. EUR erhöht. Der Ausblick für das laufenden und das kommende Geschäftsjahr sei von der Unternehmensführung deutlich gesenkt worden.

Im Erzeugungsportfolio von RWE liege der Anteil erneuerbarer Energien bei knapp 3%. Das Unternehmen plane den Ausbau dieses Anteils und habe die Aktivitäten in der Tochtergesellschaft RWE Innogy gebündelt. Allerdings sei die Steigerung des Anteils nicht einfach, da auf dem Markt für erneuerbare Energien nicht nur Energiekonzerne sondern auch Finanzinvestoren und Stadtwerkeverbünde um Projekte buhlen würden. Darüber hinaus würden Privathaushalte, Bürgergesellschaften und gewerbliche Immobilienbesitzer bei Photovoltaik, Biogas und Windkraft mitmischen.

Vor künftigen Gewinnen stehe zunächst der Rückbau und eine Restrukturierung. Belastend dürfte sich steigender Rückstellungsbedarf für den Abbau der Atomkraftwerke und Endlagerung auswirken. Aber auch die Restrukturierung würde kurzfristig das Ergebnis belasten. Habe das Geschäftsmodell bisher im Wesentlichen auf dem Betrieb großer, zentraler Kraftwerke basiert, müssten in Zukunft zahllose dezentrale Erzeugungseinheiten gemanagt werden, was tendenziell wesentlich aufwändiger sei.

Nach Ansicht der Experten vom "Smart Investor" wird RWE ein gewichtiger Player bleiben, aber die goldenen Ertragszeiten bei der RWE-Aktie dürften vorbei sein. Aufgrund der unklaren Aussichten dränge sich ein Investment auch bei dem aktuellen, stark reduzierten Preisniveau nicht auf. (Ausgabe 09) (30.08.2011/ac/a/d)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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