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Mo, 20. April 2026, 9:59 Uhr

Preisabsprachen bei Versicherungen


22.07.03 16:48
BoersenMan.de

Die Versicherung von Industriebetrieben gegen Feuer, Sturm und andere Sachschäden ist ein hartes Geschäft - so hart, dass deutsche Versicherungskonzerne seit Mitte der 90er Jahre damit vor allem Verluste einfuhren, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Am 1. Juli 1999 hätten sich die deutschen Industrieversicherer in einer Sitzung ihres Gesamtverbandes getroffen, hätten über die harte Konkurrenz lamentiert, sich tief in die Augen gesehen und beschlossen, den hässlichen Preiskampf ein wenig abzumildern.

Seitdem seien die Einnahmen in der Industriesachversicherung um flotte 13% auf 3,4 Mrd. Euro gestiegen. Verbotene Preisabsprachen, vermute das Bundeskartellamt und habe 9 Versicherungen beschuldigt. Unter anderen: Allianz, Gerling, Victoria und AMB Generali. Die Verdächtigen hätten 6 Wochen Zeit Stellung zu nehmen, dann werde ihnen das Bundeskartellamt Bußgeldbescheide zustellen. Mögliche Gesamthöhe: ein paar Hundert Millionen Euro. Die Allianz solle schon ein paar Reserven für die Strafe eingeplant haben - nach dem Motto: sündigen ja, aber nicht ohne Netz und doppelten Boden. Versicherungsmentalität in jeder Lebenslage.

Für die Konzerne komme der Bußgeldbescheid in eine ungünstigen Lage: sie seien durch den Börsencrash der vergangenen Jahr sowieso schon angeschlagen und gerade dabei, ihre Bilanzen langsam wieder zu sanieren. Gerling kämpfe sogar ums Überleben. Die Börse reagiere jedoch gelassen: Allianz würden nicht mal 2% in einem sowieso schlappen Markt verlieren, Gerling steige sogar leicht an.