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Sa, 18. April 2026, 4:39 Uhr

Münchner Rückversicherungs AG

WKN: 843002 / ISIN: DE0008430026

Münchener Rück Marketperformer


08.11.06 11:51
LRP

Mainz (aktiencheck.de AG) - Robert Mazzuoli, Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, stuft die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026 / WKN 843002) unverändert mit "Marketperformer" ein.

Nachdem die Münchener Rück mit ihrem Ergebnis zum dritten Quartal die Erwartungen im großen und ganzen habe erfüllen können, habe sie den Start eines Aktienrückkaufprogramms angekündigt. Bis zur Hauptversammlung im nächsten Jahr wolle der Versicherungskonzern 1 Mrd. Euro dafür ausgeben. Zu aktuellen Kursen würde dies einem Anteil von 3,4% des Aktienkapitals entsprechen.

Angesichts eines Kapitalpuffers von 4,1 Mrd. Euro zu Jahresbeginn und einem von den Analysten geschätzten Jahresüberschuss von 3,3 Mrd. Euro in diesem Jahr erscheine das Aktienrückkaufprogramm als sehr bescheiden. Dabei müsse man allerdings bedenken, dass rund 25% des Jahresüberschusses, also circa 825 Mio. Euro, als Dividende ausgeschüttet werden würden. Außerdem müsse die Münchener Rück sehr darauf bedacht sein, ihre Ratings nicht zu gefährden.

Die Analysten würden glauben, dass die Rating-Agenturen ein höheres Rückkaufvolumen nicht akzeptiert hätten. Die Analysten würden bei ihren Gewinnschätzungen nun davon ausgehen, dass sich die im Umlauf befindlichen Aktien der Münchener Rück in den Jahren 2007 und 2008 jeweils netto um 3% reduzieren würden.

Die Quartalszahlen hätten die Markterwartungen erfüllt, auch wenn die einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich erfolgreich gewesen seien. Die Schaden/Unfall-Versicherer hätten von einer sehr niedrigen Schadenbelastungen profitieren können, während die Lebensversicherer des Konzerns unter einem Prämienrückgang zu leiden gehabt hätten. Das Kapitalanlageergebnis habe positiv überrascht. Das bedeute aber auch, dass insbesondere die realisierten Gewinne im Schlussquartal deutlich rückläufig sein würden.

Das Schaden/Unfall-Rückversicherungsgeschäft habe dank des Ausbleibens von Schäden aus Naturkatastrophen einen deutlichen Rückgang der Combined Ratio auf 92,0% (Vorjahr 124,6%) verzeichnet. Das Vorsteuerergebnis sei auf 881 Mio. Euro (Q3 2005 habe der Verlust 81 Mio. Euro betragen) gestiegen. Der Ausblick auf das nächste Jahr zeige ein gemischtes Bild. Weiter steigenden Prämien im US NatCat-Geschäft stünden rückläufige Preise im Schaden- und Haftpflichtgeschäft mit europäischen Industriekunden gegenüber. Als Gegenmaßnahme versuche die Münchener Rück, über Modifikationen der nicht preisbezogenen Konditionen der Rückversicherungsverträge dem Preisdruck zu begegnen.

Die Analysten würden mit einem schleichenden Rückgang der Preise für die nächsten zwei Jahre rechnen. Die von ihnen erwartete Verschlechterung der Combined Ratio auf 96,9% für 2007 bzw. 97,4% für 2008 resultiere aber vor allem aus wieder steigenden Schäden. Das Segment Leben-Rück habe im 3. Quartal 2006 weiter unter dem planmäßigen Rückgang des Geschäfts mit der Allianz gelitten. Daneben sei ein großer Vertrag mit einem britischen Krankenversicherer ausgelaufen. Das Prämienvolumen habe stagniert, das Vorsteuerergebnis sei auf 163 Mio. Euro (329 Mio. Euro) gefallen. Das Wachstum in den kommenden Jahren sollte trotz des Markteintritts in Wachstumsmärkte wie z.B. Russland sehr verhalten sein.

Das Erstversicherungsgeschäft habe sich im Rahmen der Erwartungen bewegt. Die Schaden/Unfall-Sparte habe mit einer sehr niedrigen Combined Ratio von 89,2% (92,6%) geglänzt.

Veränderungen im Produktmix zugunsten von fondsgebunden Produkten hätten das Prämienwachstum der Lebensversicherer im Ergo-Konzern belastet. Eine überdurchschnittlich hohe Steuerquote aufgrund der Zahlung von ausländischen Quellensteuern für Dividendenerträge habe das Ergebnis dieses Segments zusätzlich belastet. Insgesamt sei das Vorsteuerergebnis auf 191 Mio. Euro (276 Mio. Euro) gesunken, was auch an dem Einmalertrag aus dem Verkauf des HVB Pakets an UniCredit im letzten Jahr liege. Operativ habe sich das Ergebnis jedoch verbessert. Die Guidance für den Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter der Ergo sei auf über 600 Mio. Euro für 2006 angehoben worden.

Für den Gesamtkonzern erwarte das Management nun einen Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter von 3,2-3,4 Mrd. Euro für 2006. Im nächsten Jahr solle diese Größe über 3 Mrd. Euro liegen. Die Analysten hätten ihre Gewinnschätzungen angepasst und würden nun folgende EPS 2006e erwarten: 14,43 Euro (13,05 Euro) - 2007e: 13,80 Euro (12,41 Euro) - 2008e: 13,92 Euro (12,60 Euro).

Die Analysten der LRP heben das Kursziel 12/2007 von 127 Euro auf 138 Euro an, das Rating für die Münchener Rück-Aktie bleibt bei "Marketperformer". Dies entspreche einem Kurs-NAV-Wert (2007e) von 1,1 und einem KGV (2007e) von 10. Trotz des Aktienrückkaufprogramms würden die Analysten keinen Trigger für eine Outperformance sehen. Alle Geschäftsbereiche müssten mit zunehmend raueren Marktbedingungen kämpfen. Die Wachstumsinitiativen im Nahen Osten, Osteuropa und Asien seien noch zu klein, um für Gewinnmomentum zu sorgen. Außerdem würden aus Sicht der Analysten die Risiken überwiegen - vor allem höhere Katastrophenschäden und Volatilität an den Finanzmärkten - die Chancen. (08.11.2006/ac/a/d)





 
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