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Do, 23. April 2026, 16:26 Uhr

Metallerstreik Kampf ums Prinzip


23.06.03 13:48
BoersenMan.de

In den Neuen Bundesländern findet derzeit ein Arbeitskampf der besonderen Art statt, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Normalerweise kämpfe man um etwas. Damit man um etwas kämpfen könne, müsse zunächst etwas da sein. Ganz früher sei das ein Fell, ein Stück Land, eine holde Maid oder ähnliches gewesen. Im Laufe der Jahrhunderte seien Kämpfe dann immer abstrakter geworden. Vorläufiger Höhepunkt: der Metallerstreik in Ostdeutschland. Hier gehe es schlicht ums Prinzip.

Nachdem die IG Metall schon vor Jahren in West-Deutschland die 35 Stunden-Woche erstreikt habe, habe sie sich die im Osten bisher übliche 38 Stundenwoche vorgeknüpft. Die Theorie der Gewerkschaft: wenn nur wenig Arbeit da sei, müsse man sie einfach anders verteilen und schon gehe es wieder aufwärts. Dem würden die Arbeitgeber widersprechen: wenn Arbeit teurer werde, werde sie entweder da gemacht wo sie billiger sei (z.B. in Osteuropa) oder wegrationalisiert.

Bis die Vernunft zurückkehre, stünden die Fließbänder im Osten still. Mit ersten Folgen für die Automobilindustrie auch im Westen. Bei BMW würden in München bereits die Zulieferteile ausgehen, ähnliches drohe in den nächsten Tagen bei VW in Wolfsburg. So oder so werde der Streik von Tag zu Tag immer teurer. Entweder, weil die Arbeitgeber einlenken und künftig höhere Produktionskosten in Kauf nehmen würden, oder weil sie standhaft bleiben würden und der Streik ein Werk nach dem anderen lahm lege.

Da nirgendwo verborgene Überschüsse seien, die man irgendwie verteilen könnte, würden die Streikkosten an die Substanz gehen. Die Aktien von Volkswagen, BMW und DaimlerChrysler würden daher heute allesamt deutlich mit mehr als einem Prozent im Minus liegen.





 
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