Lobster Börsentauglich?
11.12.01 09:29
Bluebull
Wie die Wertpapierexperten von "Bluebull" berichten wird Lobster Network Storage AG (WKN 508290) die Gewinnschwelle 2001/2002 nicht mehr erreichen.
Man könne Thomas Strobl nicht vorwerfen, er würde nichts für sein Unternehmen tun. Ende August 2000 habe er einem Redaktionskollegen gegenüber geworben, dass das Management ausgetauscht, Verlustbringer verkauft, Kosten runtergefahren, neue Finanzreserven aufgebaut, das Geschäftsfeld auf eine einzige Kernkompetenz fokussiert worden sei, dass man alle seine Ankündigungen der vergangenen sechs Monate eingehalten habe, und dass nun alles besser würde.
Stolz habe die Lobster AG denn auch im Oktober 2000 Quartalszahlen veröffentlichen können, in denen der Umsatz über den (freilich drastisch reduzierten) Planzahlen gelegen und das Ergebnis einen Verlust ausgewiesen habe, der geringer gewesen sei als befürchtet. "Die Ergebnisse zeigen, dass wir bei der Restrukturierung auf Kurs sind", so Strobl damals.
Ein halbes Jahr später kneife Lobster allerdings schon wieder, und die Töne würden wieder erheblich leiser: Ein Umsatzrückgang auf Neun Monats-Basis trübe den Blick auf die besseren Zeiten. Schuld sei aber laut Unternehmen eine ja per se positiv zu bewertende "Produkt-Portfolio-Bereinigung", außerdem habe man in einem Geschäftsbereich - nämlich den Storage-Lösungen - sogar den Umsatz mehr als verdoppeln können.
Schön und gut: Trotzdem stünden für die neun Monate über 5 Mio. Mark Verluste in den Büchern, und das bei nicht gerade üppiger Kapitaldecke. Beim Jahresabschluss vermelde man im August 2001 relativ stolz einen um 13% gestiegenen Umsatz und einen um 56% gesunkenen Verlust. Angesichts der "schlechten Konjunkturlage" kündige Lobster für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs moderate Umsätze und erneut einen Verlust von 1,5 Mio. Mark an. Ein EBITDA von -5,0 Mio. Mark werde gemeldet, ein Nettoverlust von gut 11 Mio. Mark ausgewiesen, und Liquiditätsreserven von 4,6 Mio. Mark gemeldet.
Mache ja alles nichts, nur habe man mittlerweile soviel Kapital verbrannt, dass "das bilanzielle Eigenkapital 50 Prozent des Grundkapitals unter- schreitet", also eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden müsse.
Am Dienstag schließlich beantrage die 100%- Tochter Lobster Storage Solutions GmbH Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit. Wie es in der Ad hoc - Meldung heiße: "Dies wurde notwendig, weil die Lobster Network Storage AG ihrerseits angesichts der schlechten Geschäftsentwicklung die Finanzierung des Geschäftsbetriebs der Lobster Storage Solutions GmbH nicht mehr aufrechterhalten konnte." Im Klartext: der Mutter gehe es so schlecht, dass sie jetzt erst mal die Töchter verhungern lassen müsse. Lobster Storage Solutions habe 50% zum Umsatz des Konzerns beigetragen.
Mache aber alles nichts, denn: "Der Vorstand der Lobster Network Storage AG wird sich nun kurzfristig um die Beteiligung von strategischen Investoren bei der Lobster Network Storage AG bemühen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern." - Soso, man bemühe sich also, den Fortbestand eines Unternehmens zu sichern, dass doch eigentlich schon kurz vor dem Break Even gestanden habe, oder doch nicht?, so die Aktienexperten.
Schließlich habe die Lobster AG die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs vorgelegt: Nur 0,8 Mio. Euro Netto-Verlust weise man aus. Das klinge wenig, hätten die geplagten Anleger doch in den letzten Wochen immer Meldungen von dreistelligen Millionen- Verlusten ertragen müssen. Letztendlich seien diese paar hunderttausend Euro aber existenziell für Lobster.
Dass das Unternehmen nun melde "der Vorstand [geht] nicht mehr davon aus, in 2001/02 wie geplant die Gewinnschwelle zu erreichen. Stattdessen wird ein operativer Verlust auf Vorjahresniveau erwartet", müsse wie Hohn in den Ohren der Anleger klingen, denn immerhin habe Lobster mittlerweile gut 25% seines Grundkapitals aufgebraucht, das bei etwas über 8 Mio. Euro liege. Die Quartalsbilanz weise darüber hinaus nur noch 1,7 Mio. Euro flüssige Mittel incl. Wertpapiere des Umlaufvermögens aus, nach knapp 2,4 Mio. Euro drei Monate vorher.
Allheilmittel in Zeiten der Geldknappheit: Kapitalerhöhung. Nach dem guten alten Motto: haben wir erst mal genug Geld verbrannt, holen wir uns an der Börse einfach neues. Bis zu 2,5 Mio. neue Aktien wolle Lobster ausgeben, bevorzugt an "bestehende Aktionäre". Es ist wohl nicht davon auszugehen, dass die sich immens begeistert zeigen würden. Auch ein strategischer Investor werde gesucht. Bislang ohne Erfolg.
Lobster habe aktuell eine Marktkapitalisierung von knapp unter 4 Mio. Euro und setze im Quartal etwa 3 Mio. Euro um.
Wann endlich gibt es eine Börsentauglichkeits-Prüfung für Unternehmen?, fragen die Experten von "Bluebull".
Man könne Thomas Strobl nicht vorwerfen, er würde nichts für sein Unternehmen tun. Ende August 2000 habe er einem Redaktionskollegen gegenüber geworben, dass das Management ausgetauscht, Verlustbringer verkauft, Kosten runtergefahren, neue Finanzreserven aufgebaut, das Geschäftsfeld auf eine einzige Kernkompetenz fokussiert worden sei, dass man alle seine Ankündigungen der vergangenen sechs Monate eingehalten habe, und dass nun alles besser würde.
Stolz habe die Lobster AG denn auch im Oktober 2000 Quartalszahlen veröffentlichen können, in denen der Umsatz über den (freilich drastisch reduzierten) Planzahlen gelegen und das Ergebnis einen Verlust ausgewiesen habe, der geringer gewesen sei als befürchtet. "Die Ergebnisse zeigen, dass wir bei der Restrukturierung auf Kurs sind", so Strobl damals.
Ein halbes Jahr später kneife Lobster allerdings schon wieder, und die Töne würden wieder erheblich leiser: Ein Umsatzrückgang auf Neun Monats-Basis trübe den Blick auf die besseren Zeiten. Schuld sei aber laut Unternehmen eine ja per se positiv zu bewertende "Produkt-Portfolio-Bereinigung", außerdem habe man in einem Geschäftsbereich - nämlich den Storage-Lösungen - sogar den Umsatz mehr als verdoppeln können.
Schön und gut: Trotzdem stünden für die neun Monate über 5 Mio. Mark Verluste in den Büchern, und das bei nicht gerade üppiger Kapitaldecke. Beim Jahresabschluss vermelde man im August 2001 relativ stolz einen um 13% gestiegenen Umsatz und einen um 56% gesunkenen Verlust. Angesichts der "schlechten Konjunkturlage" kündige Lobster für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs moderate Umsätze und erneut einen Verlust von 1,5 Mio. Mark an. Ein EBITDA von -5,0 Mio. Mark werde gemeldet, ein Nettoverlust von gut 11 Mio. Mark ausgewiesen, und Liquiditätsreserven von 4,6 Mio. Mark gemeldet.
Mache ja alles nichts, nur habe man mittlerweile soviel Kapital verbrannt, dass "das bilanzielle Eigenkapital 50 Prozent des Grundkapitals unter- schreitet", also eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden müsse.
Mache aber alles nichts, denn: "Der Vorstand der Lobster Network Storage AG wird sich nun kurzfristig um die Beteiligung von strategischen Investoren bei der Lobster Network Storage AG bemühen, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern." - Soso, man bemühe sich also, den Fortbestand eines Unternehmens zu sichern, dass doch eigentlich schon kurz vor dem Break Even gestanden habe, oder doch nicht?, so die Aktienexperten.
Schließlich habe die Lobster AG die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs vorgelegt: Nur 0,8 Mio. Euro Netto-Verlust weise man aus. Das klinge wenig, hätten die geplagten Anleger doch in den letzten Wochen immer Meldungen von dreistelligen Millionen- Verlusten ertragen müssen. Letztendlich seien diese paar hunderttausend Euro aber existenziell für Lobster.
Dass das Unternehmen nun melde "der Vorstand [geht] nicht mehr davon aus, in 2001/02 wie geplant die Gewinnschwelle zu erreichen. Stattdessen wird ein operativer Verlust auf Vorjahresniveau erwartet", müsse wie Hohn in den Ohren der Anleger klingen, denn immerhin habe Lobster mittlerweile gut 25% seines Grundkapitals aufgebraucht, das bei etwas über 8 Mio. Euro liege. Die Quartalsbilanz weise darüber hinaus nur noch 1,7 Mio. Euro flüssige Mittel incl. Wertpapiere des Umlaufvermögens aus, nach knapp 2,4 Mio. Euro drei Monate vorher.
Allheilmittel in Zeiten der Geldknappheit: Kapitalerhöhung. Nach dem guten alten Motto: haben wir erst mal genug Geld verbrannt, holen wir uns an der Börse einfach neues. Bis zu 2,5 Mio. neue Aktien wolle Lobster ausgeben, bevorzugt an "bestehende Aktionäre". Es ist wohl nicht davon auszugehen, dass die sich immens begeistert zeigen würden. Auch ein strategischer Investor werde gesucht. Bislang ohne Erfolg.
Lobster habe aktuell eine Marktkapitalisierung von knapp unter 4 Mio. Euro und setze im Quartal etwa 3 Mio. Euro um.
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