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Mo, 20. April 2026, 2:48 Uhr

Internet im Überblick


18.09.00 00:00
internet@venture

Nachdem die amerikanische Technologiebörse bereits in der letzten Woche starke Verluste hinnehmen musste und die Nasdaq wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 4000 Punkten gefallen war, setzte sich dieser Trend trotz der Veröffentlichung moderater Wirtschaftsdaten in dieser Woche weiter fort, berichten die Analysten vom Newsletter „internetaktien“.

So sei der Nadaq Compostite Index im Wochenvergleich abermals um 3,6% gefallen, während der ISDEX, der Index der 50 wichtigsten Internetwerte, stabil geblieben sei. Die in der letzten Woche veröffentlichten Wirtschaftsdaten seien allesamt besser als erwartet ausgefallen. So sei der am Donnerstag veröffentlichte amerikanische Erzeugerpreisindex wider erwarten im August um 0,2% gefallen, obwohl ein Anstieg um 0,1% erwartet worden sei. Die Einzelhandelsumsätze seien mit 0,2% im August, nach einem Anstieg um 0,9% im Juli ebenfalls etwas schwächer als erwartet gestiegen und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien in der letzten Woche auf 324.000 von 318.500 in der Vorwoche angestiegen, auch ein weiteres Anzeichen einer sich abschwächenden Wirtschaft und einer Entspannung am Arbeitsmarkt.

Und auch der am Freitag veröffentlichte Konsumentenpreisindex, der im August um 0,1% zurückgegangen sei, obwohl Volkswirte mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet hätten, habe den Markt nicht beflügeln können. „Dieses ist eine alte Zahl, die keine Bedeutung mehr hat, da sie nicht die gegenwärtige Situation widerspiegelt. Denn durch den noch immer steigenden Ölpreis, wird der Rückgang bei der Preisentwicklung wieder zunichte gemacht“, habe Ed Peters, Chef-Investment-Stratege bei der in Boston ansässigen Kapitalanlagegesellschaft PanAgora Asset Management das Geschehen am Aktienmarkt kommentiert.

Aber auch wenn es zumindest zur Zeit so aussehe, als ob die Zinsen ihren Zenit erreicht hätten, so bestehe weiterhin Bedenken, dass die Wachstumswerte besonders unter einer sich abschwächenden Wirtschaftsdynamik leiden würden. Durch die hohen Ölpreise, die die Kosten der Unternehmen erhöhen und eine Preissteigerungstendenz auslösen würden und den starken Dollar, der den exportorientierten Unternehmen zusätzlich zu schaffen mache, werde diese Angst noch gestärkt.

Einen Vorgeschmack wie Anleger auf Ergebnisenttäuschungen reagieren würden, habe am Freitag der Datenbankspezialist Oracle geboten. Trotz besser als erwarteter Gewinne von 17 Cents pro Aktie im abgelaufen Quartal und der Ankündigung eines 2-1 Aktiensplitts, habe Oracle am Freitag fast 8% seines Wertes eingebüßt, nachdem der Wert am Donnerstag nachbörslich zunächst noch positiv auf die Ergebnisse reagiert habe. Geringer als erwartete Umsätze bei der Applikationssoftware des Unternehmens sollten Investoren dann am Freitag jedoch dazu veranlasst haben, Gewinne mitzunehmen.

„Die Bewertung dieser Technologiewerte basiert auf robusten Wachstumsraten der Umsätze und kann bei den geringsten Anzeichen eines Umsatzrückganges nicht mehr gehalten werden“ so habe Pan-Agora´s Peters die Kursverluste bei Oracle kommentiert. Bei den Analysten gehe man nicht davon aus, dass der Ölpreis die Inflation soweit anfache, dass die Fed die Zinsen weiter erhöhen müsse. In einer immer stärker zusammenwachsenden Weltwirtschaft sei der Konkurrenzdruck der Unternehmen so groß, dass Kostensteigerungen nicht so leicht an die Konsumenten weitergegeben werden könnten und die Unternehmen daher, um ihre Gewinnmargen aufrechtzuerhalten noch stärker gezwungen seien, effizienter zu produzieren. Aus diesem Grund würden sie sogar noch verstärkter versuchen die Kostenvorteile, die das Internet zu bieten habe auszuschöpfen, so dass die Internetökonomie ungebrochen schnell weiterwachsen werde.