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Mo, 27. April 2026, 9:42 Uhr

Internationale Aktienmärkte im Fokus


12.08.09 15:19
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die Konjunkturdaten zeigen nach oben, Lebensmittel, Heizöl, Benzin werden billiger und sogar beim Mittelstand geht die Konjunkturskepsis zurück, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Dies, obwohl bei einer Befragung jeder siebte Mittelständler im nächsten Halbjahr mit existenziellen Schwierigkeiten rechne. Auch der Immobilienmarkt weise wieder stabile, leicht steigende Preise auf, insbesondere bei den Wohnimmobilien, während Gewerbeimmobilien nach wie vor noch mit einem großen Fragezeichen zu versehen seien. Der rasante Anstieg des Rohstoffindexes habe ebenfalls gezeigt, dass die Anleger mit einer Verbesserung der Konjunktur gerechnet hätten. Nachdem all diese Faktoren bekannt sind, scheinen sich nun die Aktienmärkte anders zu besinnen und ein Gewinnmitnahmeeffekt tritt ein; ausgelöst von Faktoren, die eigentlich schon seit Wochen bekannt seien, die aber bisher niemand sehen bzw. hören wollte, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

So habe die japanische Notenbank nun abermals ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass es zu einer Überhitzung an den asiatischen Kapitalmärkten kommen könnte. Diese Warnung vor einer neuen Spekulationsblase würde in erster Linie den chinesischen Aktienmarkt treffen. Sollte es in diesem Land wirklich zu einem drastischen Gewinnrückgang kommen, hätte dies aber weltweite Auswirkungen. Die Indices würden jedenfalls gewisse Ermüdungserscheinungen zeigen, neue Kaufsignale seien nicht erreicht worden. Der DAX habe die 5.500er Punkte-Marke weder erreichen noch überschreiten können. Sollten die 5.250 Punkte unterschritten werden, wäre ein Rückschlag bis 5.000 Punkte möglich.

Der EURO STOXX 50 sei an der 2.400er Punkte-Marke gescheitert, somit bestehe Rückschlagsgefahr bis 2.200 Punkte. Auch der Dow Jones-Index habe 9.450 Punkte nicht erreichen können, hier bestehe Rückschlagsgefahr bis 9.000 Punkte.

Der bisherige Aufschwung der Aktienmärkte sei von der Bestätigung der konjunkturellen Seite und auch der Verbesserung einzelner Unternehmensdaten begleitet gewesen. Zuletzt habe die US-Industrie gezeigt, dass sie die Krisenmonate genutzt habe, um ihre Produktivität auf den höchsten Stand seit sechs Jahren zu steigern. Dies sei ein konträres Vorgehen zu den Unternehmen in Deutschland, die auf Entlassungen verzichtet hätten und dadurch einen starken Anstieg der Lohnstückkosten hätten verzeichnen müssen. Somit könnte der Bundesrepublik noch eine Radikalkur bevorstehen. Aber diese Hinweise seien sicherlich nicht die Indikatoren gewesen, die die Aktienmärkte augenblicklich veranlasst hätten, ihre Aufwärtsbewegung zu unterbrechen.

Es seien eher Warnhinweise aus dem asiatischen Raum, die der Erfolgsbilanz der bisherigen Kurssteigerungen Einhalt gebieten würden. Die entscheidende Frage für den Investor: Komme nun der erwartete Rückgang oder stünden abermals so viele Anleger parat, die einsteigen möchten, da ihre Liquiditätsquote unverändert hoch sei, und somit kurze Rückschläge bereits für Käufe nutzen würden. 100 bis 200 Indexpunkte Schwankungsbreite würden in der gegenwärtigen Situation noch nicht den Trend verändern.

Aber insbesondere der Hype an den Rohstoffmärkten zeige, dass eine Überkauftsituation schnell zu einem Run in das Nadelöhr des Verkaufens übergehen könne, aus dem nur wenige Anleger dann rechtzeitig herauskämen. Noch bleibt die Börse somit für den tradingorientierten Anleger ein Spielfeld, unter mittelfristigen Gesichtspunkten sehen die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger weiterhin die konjunkturunabhängigen Branchen positiv. Dies seien Energie, Gesundheitswesen/Medizintechnik und Versorger. Neu würden sie den Wert BB BIOTECH auf die Kaufliste nehmen. (12.08.2009/ac/a/m)





 
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