Helkon abwarten
26.02.01 00:00
Bluebull
Mehr Schein als Sein ist nicht zuletzt ein Geschäftsprinzip aufwendiger Hollywoodproduktionen, so die Analysten von „Bluebull“.
So weit so gut, doch zuletzt mussten Anleger immer öfter feststellen, dass dieses Motto oftmals auch in der Bilanzierung Verwendung gefunden hatte. Wenn für Medienunternehmen der Tag der Wahrheit mit der Veröffentlichung ihrer Zahlen ansteht, dann fühlt man sich oftmals an billige Filmkulissen erinnert, die nur auf den ersten Blick die Illusion aufrecht erhalten. Die Prognosen purzeln im deutschen Filmrechtehandel parallel zu den Aktienkursen. Cinemedia, die den Vorteil von mehreren Standbeinen genießen, verzichtet nur zu gerne auf das vermeintliche Standbein Rechtehandel.
Bluebull gegenüber sprach der Vorstand Dr. Markus Hölzl von einem Abenteuer, aus welchen man sich gerade noch rechtzeitig zurückgezogen habe. Das kann Team Communications nicht von sich behaupten, der Spruch „mit einem blauen Auge davongekommen“ trifft hier nicht mehr zu. Viel mehr ist die „fallende“ amerikanischen Firma nach einer Neubewertung ihres Rechteportfolios darauf angewiesen, dass nun Banken dem Unternehmen mit drei Millionen US$ kurzfristig unter die Arme greifen. Die Gründe für diese unerfreuliche Entwicklung sind vielschichtig: zu teuer eingekaufte Filme, zurückgehende Kinobesucherzahlen beim Marktführer Cinemaxx und ein Sparkurs beim Gros der Fernsehsender. Hinzu kommen teilweise schlecht ausgehandelte Verträge der oftmals noch unerfahrenden Unternehmen und außerplanmäßige Verzögerungen in der Produktion der Filme.
Das ist die stürmische See, in der sich auch das Helkon (WKN 608050) Schiff behaupten muss. Diese Situation wird natürlich auch nicht dadurch einfacher, dass Helkon im Herbst des letzen Jahres die Planzahlen erhöht hat. Am 18.09.2000, also noch in der Ruhe vor dem Sturm der Offenbarungen von EM.TV ein paar Wochen später, wurde die Planung für den Umsatz um 78% und das EBIT um 104% erhöht. Die Quartalszahlen am 27.12.2000 waren dann auch „im Plan“. Ohne eine Voraburteilung vornehmen zu wollen, das beste Timing scheint dies nicht gewesen zu sein. Im kommenden März wird der Tage der Wahrheit auch für die Münchner Helkon kommen. Die Messlatte liegt sehr hoch: 318 Mio. DM Umsatz und ein EBIT von 45 Mio. DM werden erwartet. Bluebull gegenüber wurden diese Zahlen auch vor dem Hintergrund der jetzigen Marktlage bestätigt. Auch sei das Umfeld keineswegs so schlecht, wie es gemacht werde, im Kinomarkt sei so gar ein leichter Anstieg der Besucherzahlen festzustellen.
Positiv ist auch zu sehen, dass Helkon bisher 63% der Erlöse im Ausland gemacht hat, von den schlechten Bedingungen in Deutschland ist man also nur teilweise betroffen. Man distanzierte sich auch von Konkursrenten, die kopflos überteuerte Filme eingekauft haben. Die Preise, die Helkon gezahlt habe, seien fair gewesen, da man von guten Beziehungen profitiert habe. Zu wünschen wäre es den sympathischen Münchnern, die darüber hinaus auch noch von personellen Schicksalsschlägen heimgesucht wurden.
Im nachhinein falsche Beteuerungen von diversen Konkurrenzunternehmen, die Planzahlen zu erreichen, zeigen jedoch, dass Vertrauen gut, Kontrolle besser ist. Fast schon peinlich war zum Beispiel der Fall von Intertainment.
Helkon konnte den Analysten von Bluebull hinsichtlich der in der Bilanz vom 31.07.00 aufgeführten Filmwerte in Höhe von 250 Mio. DM beruhigen, ein Vergleich mit dem Desaster bei Team Com. Sei insofern unangebracht, da die Filmwerte bei Helkon sehr konservativ und „vorbildlich“ angesetzt seien. Doch selbst wenn es nur kleine Modifikationen gibt, könnte es Helkon aus dem Gleichgewicht bringen. Dreistellige Millionenverbindlichkeiten und ausstehende und ausstehende Forderungen von rund 80 Mio. zum 31.7. sind zwar im Normalfall zu verkraften, Flops an den Kinokassen darf man sich jedoch nicht erlauben.
Das Kino ist zwar nicht die Hauptumsatzquelle - rund 55% der Erlöse kommen aus TV und Video - aber meist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterverwertung der Rechte. Aktuelle hat man fünf bis sechs Mio. DM Cash - nicht wirklich beruhigend. Helkon hat drei heiße Eisen im Feuer: Dungeons&Dragons (Start: 12.04), der König tanzt (26.04) und Wedding Planer (03.05). Ausführliche Infos zu den Filmen finden sich auf der übrigens sehr gelungen, neuen Online-Präsenz. Die Kulisse steht also, doch wir raten - auch in Abstimmung mit unseren Chartexperten - zumindest die Zahlen abzuwarten.
So weit so gut, doch zuletzt mussten Anleger immer öfter feststellen, dass dieses Motto oftmals auch in der Bilanzierung Verwendung gefunden hatte. Wenn für Medienunternehmen der Tag der Wahrheit mit der Veröffentlichung ihrer Zahlen ansteht, dann fühlt man sich oftmals an billige Filmkulissen erinnert, die nur auf den ersten Blick die Illusion aufrecht erhalten. Die Prognosen purzeln im deutschen Filmrechtehandel parallel zu den Aktienkursen. Cinemedia, die den Vorteil von mehreren Standbeinen genießen, verzichtet nur zu gerne auf das vermeintliche Standbein Rechtehandel.
Bluebull gegenüber sprach der Vorstand Dr. Markus Hölzl von einem Abenteuer, aus welchen man sich gerade noch rechtzeitig zurückgezogen habe. Das kann Team Communications nicht von sich behaupten, der Spruch „mit einem blauen Auge davongekommen“ trifft hier nicht mehr zu. Viel mehr ist die „fallende“ amerikanischen Firma nach einer Neubewertung ihres Rechteportfolios darauf angewiesen, dass nun Banken dem Unternehmen mit drei Millionen US$ kurzfristig unter die Arme greifen. Die Gründe für diese unerfreuliche Entwicklung sind vielschichtig: zu teuer eingekaufte Filme, zurückgehende Kinobesucherzahlen beim Marktführer Cinemaxx und ein Sparkurs beim Gros der Fernsehsender. Hinzu kommen teilweise schlecht ausgehandelte Verträge der oftmals noch unerfahrenden Unternehmen und außerplanmäßige Verzögerungen in der Produktion der Filme.
Positiv ist auch zu sehen, dass Helkon bisher 63% der Erlöse im Ausland gemacht hat, von den schlechten Bedingungen in Deutschland ist man also nur teilweise betroffen. Man distanzierte sich auch von Konkursrenten, die kopflos überteuerte Filme eingekauft haben. Die Preise, die Helkon gezahlt habe, seien fair gewesen, da man von guten Beziehungen profitiert habe. Zu wünschen wäre es den sympathischen Münchnern, die darüber hinaus auch noch von personellen Schicksalsschlägen heimgesucht wurden.
Im nachhinein falsche Beteuerungen von diversen Konkurrenzunternehmen, die Planzahlen zu erreichen, zeigen jedoch, dass Vertrauen gut, Kontrolle besser ist. Fast schon peinlich war zum Beispiel der Fall von Intertainment.
Helkon konnte den Analysten von Bluebull hinsichtlich der in der Bilanz vom 31.07.00 aufgeführten Filmwerte in Höhe von 250 Mio. DM beruhigen, ein Vergleich mit dem Desaster bei Team Com. Sei insofern unangebracht, da die Filmwerte bei Helkon sehr konservativ und „vorbildlich“ angesetzt seien. Doch selbst wenn es nur kleine Modifikationen gibt, könnte es Helkon aus dem Gleichgewicht bringen. Dreistellige Millionenverbindlichkeiten und ausstehende und ausstehende Forderungen von rund 80 Mio. zum 31.7. sind zwar im Normalfall zu verkraften, Flops an den Kinokassen darf man sich jedoch nicht erlauben.
Das Kino ist zwar nicht die Hauptumsatzquelle - rund 55% der Erlöse kommen aus TV und Video - aber meist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterverwertung der Rechte. Aktuelle hat man fünf bis sechs Mio. DM Cash - nicht wirklich beruhigend. Helkon hat drei heiße Eisen im Feuer: Dungeons&Dragons (Start: 12.04), der König tanzt (26.04) und Wedding Planer (03.05). Ausführliche Infos zu den Filmen finden sich auf der übrigens sehr gelungen, neuen Online-Präsenz. Die Kulisse steht also, doch wir raten - auch in Abstimmung mit unseren Chartexperten - zumindest die Zahlen abzuwarten.
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