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So, 26. April 2026, 15:01 Uhr

Entlassungen im Bankbereich


12.11.02 14:16
BoersenMan.de

Eigentlich ein Geschenk des Himmels in schlechten Zeiten: 700 Millionen Euro konnte die Commerzbank aus dem Verkauf einer Tochtergesellschaft einstreichen, doch das Geld ist verpulvert und vernichtet, und nicht genug damit, die Bank hat obendrein noch mal 133 Millionen Verlust gemacht, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

So die vernichtende Bilanz des vergangenen Quartals. Schuld seien drei Faktoren: Faule Kredite wegen Pleitewelle, Wertverluste bei Aktienpaketen und ein Stall voller hochbezahlter Investmentbanker, die seit dem Börsencrash nichts mehr zu tun hätten.

Die Commerzbank in der Krise, doch die Ursachen lägen tiefer als in Konjunktur- und Börsenlage. Die gesamte deutsche Bankenlandschaft habe sich nicht an die internationale Wettbewerbssituation angepasst: zu viele Filialen, zu viele Mitarbeiter, zu viele staatlich subventionierte Institute. Das Ergebnis sei, dass deutsche Banken weniger als die ausländischen Konkurrenten verdienen würden und in schlechten Zeiten deshalb krisenanfällig seien. HypoVereinsbank und Dresdner Bank seien angeschlagen, aber auch die Deutsche Bank sei längst kein Musterknabe mehr.

In den vergangenen Monaten sei sogar darüber spekuliert worden, ob bei Großbanken schon Liquiditätsengpässe drohen würden. Doch soweit sei es nicht, und werde es auch nur kommen, wenn der finanzielle Aderlass über Jahre so weiter gehe. Und dagegen könne man was tun. Die Deutsche Bank habe längst mit einer Restrukturierung begonnen, bei der Dresdner habe die Allianz das Ruder übernommen und jetzt werde wohl auch die Commerzbank Sanierungsmassnahmen ergreifen. Entlassungen gäbe es überall. Die Banken seien die Stahlindustrie des 21. Jahrhunderts.