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Mo, 27. April 2026, 8:00 Uhr

EU schlittert in Rezession


02.10.02 15:33
BoersenMan.de

Der Aufschwung verschiebt sich ein wenig, aber er kommt, er ist schon um die Ecke, und wenn er mal da ist, wird alles besser - das ist die geltende Lehre, die die EU-Regierungen verbreiten, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

Doch seit gestern sei klar: alles Lüge und Gesundbeterei, die EU schlittere geradewegs in eine Rezession. Das zeige der so genannte Einkaufsmanager-Index, einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Euroland.

Er werde unter anderem von der Nachrichtenagentur Reuters zusammengebastelt: Die schaue sich monatlich an, was die Einkäufer in den Unternehmen so alles bestellen und wie sich die Auftragskurve entwickele. Heute bestellt, nächsten Monat produziert - daraus könne man dann ziemlich zuverlässig hochrechnen, wie sich die Industrieproduktion in Zukunft entwickele. Und die neuesten Zahlen würden einen richtigen Einbruch zeigen: Die Industrieproduktion in Euroland werde mit hoher Wahrscheinlichkeit im 4. Quartal schrumpfen.

Am stärksten übrigens in Deutschland. Nach der Kurzrezession vom letzten Winter drohe nun eine zweite, längere. Gründe: Irakkrise und Aktiencrash würden Unternehmen und Verbraucher verunsichern, und der steigende Ölpreis ziehe Kaufkraft ab. In dieser Situation müsste die Europäische Zentralbank eigentlich die Zinsen senken, um der Wirtschaft Luft zum Atmen zu geben - Handeln statt Gesundbeten. Doch die Zentralbanker würden sich weigern, und solange sie das tun, werde das Trauerspiel an den Börsen weitergehen.