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Di, 28. April 2026, 8:15 Uhr

Deutsche Telekom AG

WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508

Deutsche Telekom Verlierer der Woche


05.02.07 09:29
Investor Alert

Amsterdam (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "Investor Alert" ist die Aktie der Deutschen Telekom der Verlierer der Woche.

Vergangenen Sonntag habe die Deutsche Telekom AG erneut in einer Pflichtmitteilung eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Anlass hierfür sei vor allem der extrem harte Wettbewerb im Festnetzbereich und der Rückgang der Mobilfunkpreise in Deutschland. Dieser sei ein erneuter Schock für die Anleger gewesen. An der Börse seien Telekom Aktien mit einem kräftigen Kurseinbruch abgestraft worden. Bereits im August habe der Vorgänger des derzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden René Obermann, Kai-Uwe Ricke, die Ergebnisprognose senken müssen. Der tatsächliche Verlauf des Geschäftsjahres werde mitunter von vielen Seiten skeptisch betrachtet, vor allem vor dem Hintergrund der anhaltenden Kundenflucht. Insgesamt habe der Konzern 2006 den Verlust von rund 2 Mio. Anschlüssen im klassischen Telefonnetz (Schmalband) hinnehmen müssen.

Die Deutsche Telekom sei der größte europäische Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz in Bonn. Nach Angaben des Präsidenten des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Gerd Eickers, sei der gesamte Markt für Telekommunikationsdienstleistungen in Deutschland 2006 auf rund 69 Mrd. Euro angestiegen. Die Umsätze im Festnetz würden für 2006 mit 39,9 Mrd. Euro und im Mobilfunk mit 29,2 Mrd. Euro beziffert. Seit der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes sei die Telekom auf allen Feldern einer Schar von Konkurrenten ausgesetzt, die mit kreativen, innovativen und vor allem günstigeren Lösungen glänzen würden. Der Riese könne nur behäbig und schwerfällig reagieren, ganz zu schweigen von eigenen initialen Impulsen. Im vergangenen Jahr habe die Konkurrenz des Ex-Monopolisten laut Verbandsangaben erstmals mehr erwirtschaftet als die Telekom selbst. Deren Anteil am Marktvolumen habe knapp 51 Prozent betragen.

Die Gesamtinvestitionen des Marktes würden auf 6,4 Mrd. Euro geschätzt, in diesem Jahr solle vor allem in die Aufrüstung der Breitbandnetze sowie in die Internet-Technik investiert werden. Bei den schnellen Breitbandanschlüssen habe das Unternehmen dagegen einen Zuwachs von gut 3 Millionen auf 11,7 Millionen Stück verzeichnet. Andauernde Konflikte würden sich immer wieder in der Regulierung der Vorleistungen ergeben, die die Telekom ihren Wettbewerbern zur Verfügung stellen müsse. Die Gewinnwarnung sei nicht wirklich überraschend gekommen, schließlich wisse jeder Privatverbraucher, dass die Telekom zwar der größte Anbieter auf dem deutschen Markt sei, aber nicht gerade günstig und attraktiv. Dies werde vor allem dadurch deutlich, dass immer mehr Kunden zu alternativen Anbietern wechseln würden. Es sei offensichtlich, dass sich der Konzern in einem äußerst komplexen, vielschichtigen und überaus dynamischen Marktumfeld befinde. Man gestehe ein, nun eine "deutlich veränderte Markteinschätzung als noch im Herbst" zu haben.

Die Prognosen für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) seien vom Vorstand für 2007 gegenüber bisherigen Planungen um 0,7 bis 1,2 Mrd. Euro auf 19 Mrd. Euro reduziert worden. Hauptgrund dieser Verschlechterung seien die zusätzlichen Investitionen, um dem extremen Wettbewerb im Festnetz- und Mobilfunkbereich entgegen zu wirken, so Telekomchef René Obermann. Weiterhin habe die zuletzt verzeichnete Entwicklung der Wechselkurse größere Probleme bereitet. Der Konzernumsatz werde 2006 auf 61,3 Mrd. Euro geschätzt, das bereinigte EBITDA liege danach zwischen 19,2 und 19,7 Mrd. Euro.

Seit dem Platzen der Börsenblase Anfang des neuen Jahrtausend habe sich die Deutsche Telekom nicht mehr richtig erholen können. Die beiden Hauptgründe dafür seien damals die hohen Abschreibungen auf den Firmenwert der US-Akquisition gewesen sowie die auf die UMTS-Lizenzen die viel zu teuer in der damaligen Euphorie ersteigert worden seien.

Bereits im August vergangenen Jahres habe Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke die Ergebnisprognose gesenkt. Dieser Schritt habe nicht nur einen starken Kursverfall der T-Aktie ausgelöst, sondern habe wenige Monate später auch zum Führungswechsel geführt. Der jüngste Kurseinbruch der T-Aktie sei bis auf Tiefstände von 13,30 Euro gegangen. Zahlreiche Analystenhäuser hätten während der gesamten vergangenen Woche mit Herabstufungen reagiert, so die Citigroup auf "sell" und J.P. Morgan mit einer Bestätigung des "underweight"-Ratings.

Daneben habe es vor allem direkt Kritik an der Unternehmens-Führung ob des Zeitpunktes und des Ausmaßes der Ergebniskorrektur gegeben. "Die Gewinnwarnung erhöht nicht die Glaubwürdigkeit des Managements", habe Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment, gesagt.

Die vollmundigen Ankündigungen des neuen Vorstandsvorsitzenden René Obermann hätten sich damit scheinbar vorerst in Luft aufgelöst, das Erreichen der selbst gesteckten Ziele scheine in weiter Ferne. Auf die neuen Erkenntnisse habe Obermann umgehend reagiert, Ende Februar werde er dem Aufsichtsrat seine neue Strategie vorstellen. Die Verbesserung des Services und die Reduzierung der Kosten seien dabei die Eckpfeiler. Teile der Festnetzsparte sollten in einen Geschäftsbereich T-Service ausgelagert werden. Von dieser Umstrukturierung wären mindestens 45.000 Mitarbeiter betroffen, es werde über neue Tarifverhandlungen für die Belegschaft von T-Service nach der Ausgründung spekuliert. Die Gewerkschaft befürchte unterdessen massive Einschnitte bei den Löhnen. In den nächsten fünf Jahren liege das Kostensenkungspotenzial des gesamten Sparpakets bei 5 Mrd. Euro, ein dreistelliger Millionenbetrag trage die Umstrukturierung mit T-Service bei.

Ob diese Maßnahmen erfolgreich sein würden, sei ungewiss. Denn der Trend zu weiter sinkenden Preisen für Mobilfunk- und Internetnutzung werde sich auch 2007 fortsetzen. Die Kundenflucht werde vor allem an diesen Zahlen deutlich: Ende 2006 habe die Zahl der Anschlüsse nur noch bei rund 33,2 Mio. gelegen, fünf Jahre zuvor seien es noch fast 39 Mio. Anschlüsse gewesen. Das sehr erfolgreiche Auslandsgeschäft werde die Negativserie in Deutschland nicht ewig kompensieren können.

Die Deutsche Telekom-Aktie ist für die Experten von "Investor Alert" der Verlierer der Woche". (Ausgabe vom 04.02.2007) (05.02.2007/ac/a/d)





 
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