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So, 26. April 2026, 23:21 Uhr

Mercedes-Benz Group AG

WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000

DaimlerChrysler Depotbeimischung


10.04.07 11:11
Finanzen & Börse

Lauda-Königshofen (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Finanzen & Börse" empfehlen risikobereiten Anlegern, sich ein paar Stücke der DaimlerChrysler-Aktie (ISIN DE0007100000 / WKN 710000) ins Depot zu legen.

Die Hauptversammlung (HV) von DaimlerChrysler am letzten Mittwoch habe den HV-Reigen in den nächsten Wochen eröffnet. Doch gleich der Beginn der HV-Saison habe es in sich gehabt. Kaum eine Aktie stehe derzeit so stark im Blickpunkt der Anleger wie DaimlerChrysler. Denn die Ehe zwischen Daimler-Benz und Chrysler stehe kurz vor dem Aus. Zehn Jahre nach dem Zusammengehen der beiden Auto-Bauer scheine eine Scheidung unausweichlich. Das transatlantische Bündnis mit dem damaligen Daimler-Chef Jürgen Schrempp als Brautführer stehe vor einem Scherbenhaufen. Die beiden Auto-Bauer hätten sich in gewisser Weise auseinander gelebt. Während Daimler die Herausforderungen der Märkte meistere, schreibe Chrysler Verluste.

Was den Aktionären auf der HV gefallen haben dürfte: Vorstandschef Dieter Zetsche habe zum ersten Mal Gespräche mit Kauf-Interessenten für die Chrysler Group bestätigt. Zetsche: "Ich kann in diesem Zusammenhang bestätigen, dass wir mit einigen der potenziellen Partner, die klares Interesse bekundet haben, Gespräche führen". Richtig sei auch, so Zetsche, "dass wir alle Optionen offen halten müssen und ich Ihnen keine Details nennen kann, um weiterhin den größtmöglichen Handlungsspielraum zu haben". Schließlich benötige man "die größtmögliche Flexibilität, um den bestmöglichen Lösungsansatz dann am Ende auch professionell umzusetzen". Letzteres dürfte den Aktionären natürlich weniger gefallen haben. Zumal auch die Frage nicht beantwortet worden sei, ob ein Verkauf von Chrysler komplett oder nur zum Teil im Gespräch sei. Klar sei aber auch, dass das Management aus taktischen Gründen während laufender Gespräche nicht zu viel habe verraten können.

Dieter Zetsche habe zudem gesagt, dass Grundbedingung bei allen Optionen bezüglich Chrysler die konsequente Umsetzung des so genannten Recovery and Transformation Plan sei. Dieser solle Chrysler schließlich wieder profitabel machen. Für den Entscheidungsprozess habe man zudem klare Kriterien definiert. So solle die Finanzkraft von DaimlerChrysler nachhaltig gestärkt und der Wert des Unternehmens gesteigert werden. Eine klare strategische Ausrichtung bei DaimlerChrysler und ein nachhaltig wettbewerbsfähiges Geschäftssystem bei Chrysler würden ebenfalls zum "Recovery and Transformation Plan" zählen. Zudem wolle man in Sachen Chrysler die bestmögliche Option für die Mitarbeiter finden. "Das heißt, dass wir uns nach Überprüfung aller Optionen am Ende für die Option entscheiden werden, die unsere Kriterien am besten erfüllt", habe Zetsche erläutert und ergänzt: "Mit dem Prozess bin ich bislang zufrieden. Alles läuft nach Plan."

Stichwort Klimawandel. Auch dieser sei auf der HV natürlich ein Thema gewesen. Die Strategie von DaimlerChrysler: "Den Diesel so sauber zu machen wie den Benziner - und den Benziner so sparsam wie den Diesel". Jeder fünfte Mercedes sei ein 5-Liter-Auto. Und der smart CDI zugleich das meistverkaufte 3-Liter-Auto weltweit sowie CO2-Weltmeister mit einem Ausstoß von lediglich 88 Gramm pro Kilometer. Neben einer weiteren Optimierung von Verbrennungsmotoren mit und ohne Hyprid-Option und der Entwicklung alternativer Kraftstoffe (Erdgas, Bioethanol) setze der Konzern langfristig auf den Antrieb per Brennstoffzelle. "Genauso klar sollte man aber sagen: Die Brennstoffzelle ist noch immer eine Technologie der Zukunft. Bis zu ihrer Umsetzung ist es noch ein weiter Weg", habe Dieter Zetsche mit Blick auf die Realität relativiert.

DaimlerChrysler rechne damit, in den nächsten drei Jahren die Ertragskraft aufgrund einer konsequenten weiteren Umsetzung der Effizienz-Programme deutlich steigern zu können. "Mittelfristig wollen wir erreichen, dass sich das bei uns eingesetzte Kapital mit mindestens 10 Prozent nach Steuern verzinst". Übrigens: Einen detaillierten Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2007 werde der Konzern am 15. Mai zusammen mit den Zahlen des ersten Quartals bekannt geben. Vorstand und Aufsichtsrat hätten der Hauptversammlung für das Jahr 2006 zudem die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,50 Euro vorgeschlagen. Zum Vergleich: Die Dividende im vergangenen Jahr habe sich ebenfalls auf 1,50 Euro belaufen. Dieser Vorschlag berücksichtige dabei sowohl die Entwicklung des operativen Ergebnisses, des Cash Flow im Jahr 2006 als auch die Perspektiven für die Folgejahre.

Was aber bedeute dies alles für die Aktie? Für die kurz- bis mittelfristige Kursentwicklung sei die C-Frage, sprich das weitere Vorgehen in Sachen Chrysler, entscheidend. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der "WirtschaftsWoche" könnte schon kurz nach Ostern etwas passieren. Dann nämlich treffe sich DaimlerChrysler in New York mit potenziellen Käufern. Könne sich der Konzern vom Verlustbringer Chrysler zu einem angemessenen Preis trennen, sei eine Neubewertung des Titels fällig. Man sollte bedenken: Ohne Chrysler wäre Daimler einer der profitabelsten Auto-Bauer der Welt. Die Analysten der Société Générale, die das Papier kürzlich zum Kauf empfohlen hätten, würden in 2008 mit einem Gewinn je Aktie von 4,67 Euro rechnen. Daraus errechne sich ein noch akzeptables KGV 2008e von 13,1. Und: Der Börsenwert von ca. 63 Mrd. Euro entspreche in etwa lediglich 40 Prozent des in 2006 erzielten Umsatzes von 152 Mrd. Euro. Was ebenfalls für eine noch moderate Bewertung spreche.

Anleger mit etwas Mut zum Risiko legen sich mit der Spekulation auf einen baldigen Verkauf von Chrysler ein paar Stücke der DaimlerChrysler-Aktie ins Depot, so die Experten von "Finanzen & Börse". (Ausgabe vom 07.04.2007)
(10.04.2007/ac/a/d)




 
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