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So, 26. April 2026, 1:15 Uhr

Besteuerung von Aktiengewinnen


25.04.03 12:54
BoersenMan.de

Die Besteuerung von Aktiengewinnen steht mal wieder zur Diskussion, berichten die Experten von "BoersenMan.de"

Teile der SPD schienen sich in ihrem Streit um die Reformagenda des Bundeskanzlers an der Bibel zu orientieren. Wenn man den Bürgern schon auf die rechte Wange schlage, sollte man ihnen auch noch eins auf die linke geben. Das Ergebnis solle dann wegen seiner Ausgeglichenheit als gerecht zu bezeichnen sein. Überhaupt scheine Gerechtigkeit vielen der wichtigste Aspekt bei den anstehenden Reformen zu sein. Was sinnvoll und nötig sei, spiele in der Diskussion eine untergeordnete Rolle.

Das Ergebnis habe dadurch fast schon kuriose Züge. Auf der einen Seite versuche man Bürger zu mehr privater Altersvorsorge zu bewegen - gleichzeitig werde überlegt, wie man mögliche Gewinne wieder einkassieren könne. Während reuewillige Schwarzgeldbesitzer dazu gebracht werden sollten, ihr Geld dem Finanzamt zu melden, würden durch neue Steuerpläne die Verlockungen, es eben nicht zu tun, ständig größer. Dabei sei grundsätzlich gegen eine Reform der Kapitalbesteuerung wenig einzuwenden. Nur müssten die Steuersätze akzeptabel und vor allem langfristig kalkulierbar sein. Mit einer schlagwortartigen Diskussion um Spekulationsfristen und Abgeltungssteuer sorge man nur für unnötige Verunsicherung.

Frisches Geld in Eichels leere Kassen sei bei der derzeitigen Börsenlage sowieso nicht zu holen und zur politischen Stimmungsmache sei das Thema zu sensibel. Wenn aber die diskutierten Ideen - was im Moment noch unwahrscheinlich sei - doch umgesetzt werden, könnte es aber sein, dass einige Bürger eben nicht die andere Wange hinhalten, sondern zurückschlagen würden.