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Di, 28. April 2026, 8:22 Uhr

Asiens Währungen im Fokus


09.01.08 12:33
ABN AMRO

Amsterdam (aktiencheck.de AG) - Asiens Position als internationaler Gläubiger schafft bei Investoren Vertrauen, berichten die Analysten von ABN AMRO.

Das spreche längerfristig für einen Anstieg der Währungen Asiens gegenüber dem USD. Die Defizite der führenden Wirtschaftsnation im Außenhandel seien groß gewesen. Dennoch habe die Leitwährung gegenüber den Währungen vieler Handelspartner kaum abgewertet. Kriege hätten den Wandel vom internationalen Gläubiger zum Schuldner beschleunigt. Nach und nach hätten die Investoren das Vertrauen in die Leit- oder Reservewährung verloren.

Eine solche Entwicklung habe bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stattgefunden. Großbritannien sei vor dem Ersten Weltkrieg der größte Gläubiger der Welt gewesen. Das Pfund Sterling sei die unangefochtene Leitwährung gewesen. Nach dem zweiten Weltkrieg sei das Land einer der größten internationalen Schuldner gewesen. Das Britische Pfund habe mehr und mehr an Wert verloren. Die USA als größter internationaler Gläubiger seien in dieser Zeit zur führenden Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen. Der USD sei ab 1945 zur neuen Leitwährung geworden.

Die Entwicklung klinge vertraut. Heute würden die USA ihre Auslandsschulden kräftig ausbauen. Die Gefahr wachse damit, dass es dem USD künftig ähnlich ergehen könnte wie damals dem GBP. 1991 hätten die USA einen ausgeglichenen Saldo im Außenhandel ausgewiesen. 2006 und damit nur 15 Jahre später hätten die USA rund 811 Mrd. USD mehr an Gütern importiert, als sie exportiert hätten. Die USA hätten in diesem Zeitraum mehr als drei Billionen USD an Auslandsschulden angehäuft.

Das schwäche den USD. Der rückläufige Außenwert des USD signalisiere, dass die internationalen Gläubiger mehr und mehr das Vertrauen in den USD verlieren würden. Jeffrey Frankel, Professor an der Harvard Universität, schließe nicht aus, dass der USD seinen Status als Leitwährung verlieren könnte. China und Hongkong, Indien, Taiwan, Singapur und Südkorea hätten dank ihrer Exporterfolge gewaltige Devisenreserven angehäuft.

Frankel befürchte, dass die Schwellenländer damit zu große Teile ihres Vermögens in US-Anleihen gebunden hätten. Sowohl eine sinkende Kaufbereitschaft bei US-Anleihen als auch der Wunsch nach größerer Diversifikation könnten zu einer Schwächung des USD gegenüber den asiatischen Währungen führen. Mit den neuen Kapitalschutz Anleihen könnten Investoren von einer solchen Entwicklung profitieren.

Vor allem der Euro habe seit Anfang 2003 deutlich gegenüber dem USD an Wert gewonnen. Und das, obwohl sich die Währungsreserven im Europäischen Währungssystem der Zentralbanken von Ende 1999 bis Ende 2006 nur leicht von 370 auf 439 Mrd. USD erhöht hätten. Im Gegensatz dazu würden die Länder in Asien in diesem Zeitraum gewaltige Devisenreserven anhäufen. Aufgrund der hohen Leistungsbilanzüberschüsse liege der größte Teil dieser Devisenreserven in Asien.

Allein China verfüge laut IWF über Devisenreserven im Umfang von 1.391 Mrd. USD, was einem Anteil von fast einem Viertel an den Weltdevisenreserven entspreche. Es würden Taiwan und Südkorea mit Devisenreserven von 261 und 255 Mrd. USD folgen. Indien und Singapur würden laut IWF über Währungsreserven in Höhe von 227 und 148 Mrd. Euro verfügen. Diese Entwicklung basiere darauf, dass viele Länder Asiens weit mehr exportieren als importieren würden. Der Euroraum habe dagegen in den Vorjahren eine in etwa ausgeglichene Leistungsbilanz ausgewiesen.

Basierend auf dieser Entwicklung verwundere es, dass der Euro gegenüber dem USD von Anfang 2003 bis Ende 2007 stärker an Wert gewonnen habe als die asiatischen Währungen. Chinas Renminbi, auch Chinesischer Yuan genannt, sei beispielsweise nur um 13,4 Prozent gestiegen. Obwohl der asiatisch-pazifische Raum in den Vorjahren mit Abstand die höchsten Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaftet habe, habe sich die Aufwertung der jeweiligen Währungen in Grenzen gehalten.

Viele Länder in Asien hätten sich nach der Asienkrise, die vor zehn Jahren stattgefunden habe, vom Auslandsschuldner zu einem der wichtigsten Kreditgeber für die Industrieländer gewandelt. Ihre neue Position als internationaler Gläubiger schaffe bei Investoren Vertrauen. Und das spreche längerfristig für einen Anstieg der Währungen Asiens gegenüber dem USD.

Kaum ein Ökonom bestreite, dass viele Währungen in Asien unterbewertet seien. Der Widerstand der politischen Führung in China zeige aber, wie schwer sich Asiens Regierungen mit einer Aufwertung tun würden. Schließlich hätten die unterbewerteten Währungen geholfen, den Export anzukurbeln und das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Es sei daher wenig verwunderlich, dass Länder wie Indien und Südkorea dem Beispiel Chinas gefolgt seien und die Zufuhr des Auslandskapitals einschränken würden. Zusätzlich würden die Notenbanken in Asien mit Interventionen am Devisenmarkt die Aufwertung ihrer Währungen dämpfen. Sie würden dabei die aus Exportgeschäften erzielten USD kaufen und mit heimischer Währung zahlen.

Im Gegensatz zu China weise Indien aufgrund von hohen Investitionen, die die Ersparnisbildung der eigenen Bevölkerung übersteige, eine leicht negative Leistungsbilanz aus. Tendenziell habe jedoch der Zustrom an Auslandskapital in den Vorjahren für einen Anstieg des Außenwerts der Indischen Rupie gesorgt. Mit Bestimmungen, den Aktienkauf für ausländische Investoren zu erschweren, bremse die Regierung die Aufwertung der Indischen Rupie gegenüber dem USD. In Indien ansässige Unternehmen dürften zudem nur noch maximal 20 Mio. USD an Auslandskrediten aufnehmen.

Angesichts der Ungleichgewichte im Außenhandel wachse der politische Druck der Industrieländer. Zum Schutz ihrer Wirtschaft vor der zunehmenden Konkurrenz aus Fernost würden die Politiker in Europa und den USA eine Aufwertung der asiatischen Währungen fordern. Der Fokus liege dabei auf China. Werte dieses Land, das den Wirtschaftsaufschwung in Asien anführe, den Chinesischen Yuan deutlich auf, hätte dies Signalwirkung für die Nachbarländer.

Die ABN AMRO Bank biete Investoren die Möglichkeit, von einem Wertzuwachs der asiatischen Währungen zu profitieren und gleichzeitig ihr Kapital zu schützen. Der Anleger bekomme bei diesen Kapitalschutz Anleihen einen Mindestbetrag am Laufzeitende ausbezahlt. Eine zusätzliche Rendite ergebe sich, wenn die Währungen ausgewählter asiatischer Länder oder der BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China gegenüber dem USD an Wert gewinnen würden. Damit würden diese Produkte ein hohes Maß an Sicherheit mit einer attraktiven Partizipation an der Entwicklung der asiatischen Währungen und BRIC-Länder gegenüber dem USD verbinden.

Die Kapitalschutz-Anleihen seien zusätzlich währungsgesichert. Den Anstieg der asiatischen Währung oder eines Währungskorbs auf asiatische Währungen gegenüber dem USD erhalte der Anleger in Euro ausgezahlt. Eine mögliche Aufwertung des Euro gegenüber dem USD schmälere damit nicht die Rendite im Euroraum beheimateter Investoren. Mit diesen Zertifikaten würden Investoren von einer Aufwertung dieser Währungen gegenüber dem USD profitieren. Bereits im Handel würden sich zwei CNY-Kapitalschutz-Anleihen befinden. Bei ihnen profitieren Anleger von einer Abwertung des USD gegenüber dem Chinesischen Renminbi. (09.01.2008/ac/a/m)