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Nikkei 225

WKN: A1RRF6 / ISIN: JP9010C00002

Asiatische Börsen Wochenrückblick


21.03.11 14:48
EMFIS

Mainz (aktiencheck.de AG) - Am Montag zeigten sich die asiatischen Börsen, mit Ausnahme von Tokio, noch relativ unbeeindruckt von den verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in Japan, so die Experten von EMFIS in der aktuellen Ausgabe des "Asia Weekly".

Der Nikkei habe allerdings bereits am Montag über 6 Prozent und damit einen Marktwert von 287 Mrd. USD verloren. Die japanische Regierung habe sofort reagiert und noch am gleichen Tag fast 22 Bio. Yen (245 Mrd. USD) zur Stabilisierung in den Markt gepumpt, gefolgt von weiteren 20 Bio. Yen am Dienstag, als der Handel mit einem Minus von 15% eröffnet habe, nachdem langsam das Ausmaß der Erdbeben und Tsunami Katastrophe bekannt geworden sei. Weiterhin habe die Bank von Japan (BoJ) die Ausweitung ihres Anleihen-Ankaufprogramms angekündigt. Der Handel an der Tokioter Börse sei dann am Nachmittag ausgesetzt worden, sodass der Einbruch mit 10,6 Prozent am Dienstag habe begrenzt werden können.

Die Situation in der Erdbebenregion habe sich im Laufe der Woche dramatisch verschlimmert. Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, TEPCO (ISIN JP3585800000 / WKN 854307), versuche mit großen Mühen den drohenden Super-GAU durch Kühlung der betroffenen Reaktoren zu verhindern. Am Freitag hätten sich allerdings die Berichte vermehrt, dass das Atomkraftwerk möglicherweise nicht zu retten sei und es unter einem Sarg aus Sand und Beton, einem so genannten Sarkophag, begraben werden müsste, eine Methode, die bereits 1986 in Tschernobyl angewendet worden sei.

Am Donnerstag sei der Yen gegenüber dem US-Dollar auf 76,54 geklettert und habe damit höher gelegen als auf seinem Rekordhoch 1995. Der Grund dafür seien japanische Investoren, die ihr Geld aus den ausländischen Märkten abziehen würden, da es zuhause zum Wiederaufbau des Landes benötigt werde. Am Freitag habe der Aktienmarkt von einer konzertierten Aktion der G7-Zentralbanken, dem Verkauf des Yen profitiert, um die japanische Währung zu verbilligen.

Vor dem Hintergrund, dass Japan bereits heute die am höchsten verschuldete Industrienation sei, würden die massiven Finanzspritzen der Japanischen Zentralbank Zweifel bei den Anlegern an der Zahlungsfähigkeit des Landes aufkommen lassen. Auch werde an den Finanzmärkten befürchtet, dass die Krise in der drittgrößten Volkswirtschaft die Welt in eine weitere Rezession stürzen könnte, begründet durch Produktionsausfälle und mögliche Konkurse, die im Zuge der Globalisierung schwere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnten. Der Nikkei sei mit mehr als 10% Verlust ins Wochenende gegangen.

Die chinesischen Börsen seien relativ unbeschadet ins Wochenende gegangen. Der CSI300 habe in dieser Woche moderate 1% verloren, was wohl auch auf verschiedene positive Nachrichten zurückzuführen sein dürfte. So seien die Direktinvestitionen nach China im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 32% gestiegen, Chinas Steuereinnahmen seien im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als 41% gestiegen, die chinesischen Staatsbetriebe hätten ihre Gewinne im Januar/Februar um 29,4 Prozent ausgeweitet, und die Kreditvergabe der Banken sei im Februar ebenfalls weiter zurückgegangen.

Diese Nachrichten hätten unter den Anlegern wieder Hoffnungen aufkeimen lassen, Peking könne in näherer Zeit von einer neuen Runde an geldpolitischen Straffungsmaßnahmen absehen. Am Freitag sei jedoch gemeldet worden, dass die Immobilienpreise in 56 der 70 größten Städte Chinas im Februar erneut angestiegen seien. Diese Nachricht habe den Markt zum Wochenende wiederum mit Befürchtungen von möglichen neuen fiskalpolitischen Maßnahmen der chinesischen Regierung belastet.

An der Börse in Hongkong habe die Krise in Japan größere Auswirkungen auf den Aktienmarkt gehabt als auf dem chinesischen Festland. Der Hang Seng habe 4 Prozent, der Hang Seng China Enterprise (ISIN HK0000004330 / WKN 145734) 2,5 Prozent verloren.

Indien habe diese Woche eine überraschend hohe Inflationsrate für den Monat Februar gemeldet, worauf die Reserve Bank of India (RBI) sogleich den Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,5 Prozent erhöht habe. Es sei bereits die achte Leitzinserhöhung seit März 2010 gewesen. Daraufhin sei auch die Inflationsprognose für den Monat März um einen Prozentpunkt auf 8,0 Prozent erhöht worden. Der Sensex (ISIN XC0009698199 / WKN 969819) sei diese Woche um 1,6 Prozent gefallen.

Korea sei der einzige asiatische Markt mit einem Wochengewinn gewesen. Der KOSPI habe um 1,3 Prozent zugelegt, jedoch nicht die 2,000 Punkte-Marke erreicht. Analysten würden davon ausgehen, dass führende südkoreanische Konzerne von den negativen Auswirkungen des Desasters auf die japanische Wirtschaft profitieren könnten.

Nachdem am Freitag die UN ernst gemacht und eine Resolution für einen Militärschlag gegen die libysche Regierung verabschiedet habe, dürfe erwartet werden, dass diese, bereits am Wochenende begonnene, militärische Intervention in Nordafrika weitere negative Auswirkungen auf die internationalen Märkte in der kommenden Woche haben werde. (21.03.2011/ac/a/m)





 
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