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Asiatische Börsen im Wochenrückblick


14.03.11 14:43
EMFIS

Mainz (aktiencheck.de AG) - Am Anfang der Woche stand die Sitzung des chinesischen Nationalen Volkskongresses im Mittelpunkt des Geschehens, so die Experten von EMFIS in ihrem "Asia Weekly".

Der 12. Fünf-Jahresplan sei dort mit der Ankündigung eines tief greifenden Wandels im Land der Mitte verabschiedet worden, was ganz konkret bedeute, dass in den nächsten fünf Jahren eine eindeutige Fokussierung auf den chinesischen Binnenmarkt stattfinden werde. Dieser Beschluss und der sich erholende Ölpreis hätten die asiatischen Börsen zur Wochenmitte ansteigen lassen. Der eskalierende bewaffnete Konflikt in Libyen und der daraufhin wieder stark ansteigende Ölpreis hätten allerdings die Anleger ab Donnerstag wieder zunehmend verunsichert.

Schwache Vorgaben aus den USA sowie die Veröffentlichung des überraschenden chinesischen Außenhandelsdefizits für den Monat Februar hätten die Börsen dann zum Wochenende mit einem Wochen-Minus aus dem Handel gehen lassen. Das schwere Seebeben vor Japan am Freitagnachmittag Ortszeit habe nur noch wenig Einfluss auf den Handel gehabt. Es müsse allerdings damit gerechnet werden, dass der Effekt dieses Bebens in der kommenden Woche an den Märkten zu spüren sein werde.

Für Japan sei es keine gute Woche gewesen. Zunächst sei gemeldet worden, dass das japanische BIP zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder zurückgegangen sei, eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent im Jahresvergleich. Steigende Rohölpreise, gestiegene Leerstandsraten für Tokios Büroräume, das überraschende Handelsdefizit Chinas und dann das schwere Seebeben am Freitag hätten den Nikkei mit einem Minus von 4,1 Prozent ins Wochenende gehen lassen.

Am Samstag seien erst die dramatischen Auswirkungen des Seebebens in Japan weitgehend bekannt geworden. So sei von der Nachrichtenagentur Reuters gemeldet worden, dass Japan am Freitag zwei von Bränden gefährdete Atomkraftwerke habe herunterfahren müssen und Japans Regierung daraufhin den atomaren Notstand ausgerufen habe. Mehrere Flughäfen, einschließlich Tokyos Flughafen Narita, sowie alle Seehäfen hätten geschlossen werden müssen, die Eisenbahnlinien im Osten des Landes seien wegen schwerer Schäden stillgelegt worden. Japans Politiker würden derzeit planen, ein Not-Budget zu verabschieden, "um das Land zu retten". Japan sei heute bereits die höchstverschuldete Wirtschaftsnation der Welt. Die Japanische Zentralbank habe bereits angekündigt, alles zu tun, um die Stabilität des Finanzmarktes zu sichern.

Am Montag habe der Direktor der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas noch mit einer rückläufigen Inflationsrate für den Monat Februar gerechnet, die aktuellen Zahlen am Freitag hätten jedoch ein anderes Bild gezeigt. Der CPI für Februar habe bei 4,9 Prozent gelegen, damit sei bereits für Januar und Februar die von der chinesischen Regierung angepeilte maximale Inflationsrate von 4,0 Prozent überschritten worden. Allein die Lebensmittelpreise seien um 11 Prozent gestiegen. Die zunehmend steigenden Rohstoffpreise würden einen weiteren Aufwärtstrend der Verbraucherpreise erwarten lassen, und damit weitere geldpolitische Straffungsmaßnahmen der Chinesischen Zentralbank.

Dann sei am Donnerstag noch die überraschende Meldung des chinesischen Zollamtes gekommen, dass China im Monat Februar zum ersten Mal seit März 2010 ein Handelsdefizit aufgewiesen habe. Es habe jedoch auch positive Nachrichten gegeben. So sei die chinesische Industrieproduktion in den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 um 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, weiterhin wolle China die Kooperation mit der EU weiter ausbauen und der Handel zwischen China und Deutschland sei im letzten Jahr um 38,5 Prozent gewachsen. Der CSI 300 habe diese Woche moderate 0,7% abgegeben.

Chinas Handelsbilanzdefizit und seine höher als erwarteten Inflationsdaten, sowie die globalen Unruhen und das Seebeben in Japan hätten auch den Hang Seng Index (ISIN HK0000004322 / WKN 145733) mit einem Minus von 0,7 Prozent ins Wochenende gehen lassen, trotz guter Quartalsergebnisse und der weiterhin allgemein guten wirtschaftlichen Perspektiven in Hongkong.

Der Kospi kämpfte die ganz Woche über mit der 2.000 Punkte-Marke, konnte diese an einigen Tagen auch überschreiten, musste jedoch letztendlich auch einen Abschlag von 2,4 Prozent auf 1.956 Punkte hinnehmen, so die Experten von EMFIS. Ursache hierfür seien, wie an den anderen asiatischen Börsen, die Libyen Wirren, die steigenden Ölpreise und Chinas jüngste Wirtschaftsdaten gewesen.

Das Gleiche gelte für Indiens Sensex (ISIN XC0009698199 / WKN 969819), der in dieser Woche ebenfalls um 1,7% nachgegeben habe. Die globalen Entwicklungen hätten auch hier schwerer gewogen als die guten Wirtschaftsdaten des Landes. Die Industrieproduktion sei im Januar mit einem Anstieg von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum höher ausgefallen als von Analysten erwartet, und Indiens Autoabsatz befinde sich auf einem Rekordhoch. Allerdings werde von Marktbeobachtern eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet, um die Inflation von derzeit über 8 Prozent einzudämmen. (Ausgabe 10/2011) (14.03.2011/ac/a/m)




 
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